Nach Flutkatastrophe in Nepal:Schwierige Rettungsarbeiten laufen weiter
Zwei Tage nach der verheerenden Sturzflut wird in Nepal und Tibet weiter nach Vermissten gesucht. Zuvor hatte ein überlaufender See die Einsätze vorübergehend blockiert.
Nach der Sturzflut: Im Grenzgebiet zwischen Nepal und China wird weiterhin nach Vermissten gesucht. Die Zahl der Todesopfer ist mittlerweile auf mehr als 500 gestiegen.
28.08.2026 | 2:03 minNepal und China haben nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya ihre Rettungsarbeiten wieder aufgenommen. Zuvor hatte ein überlaufender See die Einsätze vorübergehend blockiert, die Gefahr wurde von den Behörden jedoch schließlich als kontrollierbar eingestuft. Die Gefahr für Menschen und Rettungskräfte bleibt jedoch hoch.
Die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg auf 574 in Nepal, in Tibet wurden bislang fünf Tote gemeldet. Vermisst werden in der bei Touristen beliebten Gebirgsregion zwischen China und Nepal insgesamt rund 2.500 Personen, darunter 517 Ausländer, wie die nepalesischen Behörden am Freitag mitteilten. Darunter war auch eine niedrige zweistellige Zahl deutscher Staatsangehöriger, wie das Auswärtige Amt in Berlin mitteilte.
Einsatzkräfte und Helfer suchen nach der Sturzflut in Nepal weiter nach Vermissten. ZDF-Korrespondentin Miriam Steimer ordnet die Lage vor Ort ein.
28.08.2026 | 2:12 minBundesregierung stellt Hilfe für Nepal bereit
Die deutschen Botschaften in Kathmandu und Peking stünden mit den Familien der Betroffenen sowie den örtlichen Behörden in engem Kontakt, um deren Verbleib aufzuklären, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Lage in der Katastrophenregion sei jedoch weiterhin unübersichtlich. Seinen Angaben zufolge hält sich derzeit eine niedrige dreistellige Zahl deutscher Staatsangehöriger in Nepal auf, in der betroffenen chinesischen Region Tibet ist es demnach eine einstellige Zahl. Nach Angaben des Außenministeriums in Neu-Delhi wurden rund 320 indische Staatsangehörige vermisst.
Lage des Kastastrophengebiets im Himalaya.
Die Bundesregierung stellt dem Außenamtssprecher zufolge finanzielle Unterstützung über internationale Hilfsfonds bereit, die maßgeblich von Deutschland mitfinanziert werden. So gab der Katastrophenfonds der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften am Donnerstag 1,2 Millionen Dollar für das nepalesische Rote Kreuz frei. Weitere zwei Millionen Dollar fließen demnach über einen Notfallfonds der Vereinten Nationen (CERF) in die medizinische Grund- und die Trinkwasserversorgung.
Direkte staatliche Hilfe lehnten die nepalesischen Behörden jedoch vorerst ab, sagte der Sprecher. Sie hätten mitgeteilt, derzeit keine weitere internationale Unterstützung zu benötigen.
Überlaufen von See löste Panik aus
Der durch Geröllmassen aufgestaute See war am Freitag über die Ufer getreten und in die Flüsse Lhende Khola und Trishuli übergelaufen. Das Wasservolumen hatte sich zuvor auf mehr als 2,5 Millionen Kubikmeter erhöht. Das Überlaufen löste Panik aus. Das Militär habe "plötzlich das Flussufer geräumt" und die Einheimischen aufgefordert, einen Berg hoch zu laufen, berichtete ZDF-Korrespondentin Miriam Steimer aus der von der Flut schwer zerstörten Stadt Bidur. Die Reaktion der Anwohner habe gezeigt, wie groß die Angst vor einer erneuten Welle sei: "Sie schrien und rannten los."
In Nepal sorgt eine Warnung vor einer möglichen neuen Flut für Unruhe. Das Militär habe ein Flussufer geräumt, die Angst bei Einheimischen sei groß, so ZDF-Korrespondentin Miriam Steimer.
28.08.2026 | 1:13 minDas Überlaufen führte in Nepal zu einer rund dreistündigen Unterbrechung der Rettungsarbeiten. Zudem zogen sich die Einsatzkräfte auf chinesischer Seite vorübergehend in sichere Gebiete zurück. Nach einer Entwarnung wurden die Arbeiten fortgesetzt.
X-Post der nepalesischen Armee
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Der nepalesische Armeesprecher Raja Ram Basnet sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der Wasserstand des Sees sei letztlich um rund 60 Zentimeter gestiegen.
Nach der Sturzflut in Nepal werden laut Behörden mindestens acht Deutsche vermisst, Behörden vor Ort sprechen von über 800 vermissten Ausländern. Bislang wurden 165 Tote geborgen.
27.08.2026 | 4:06 minKreise: 117 ausländische Touristen in Sicherheit gebracht
Gleichzeitig gab es erste Rettungserfolge: Insgesamt 117 ausländische Touristen wurden in Sicherheit gebracht, darunter 85 Inder, 16 Chinesen, neun Südkoreaner sowie jeweils zwei Staatsbürger aus Italien und den USA. Eine vierköpfige deutsche Familie konnte von der Armee in Nepal in Sicherheit gebracht werden. Sie sei zusammen mit anderen Geretteten per Hubschrauber zu einem Armeecamp in Battar Bazar gebracht worden, sagte ein Armeesprecher der Deutschen Presse-Agentur.
Spendenaufruf ZDF: Notfallhilfe Nepal
Quelle: ZDFMehr zu Nepal
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