Sturzflut in Nepal: Was der Grund für die Katastrophe war

Gründe für die Katastrophe:Wie es zu der verheerenden Sturzflut in Nepal kam

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Was war der Auslöser für die Sturzflut in Nepal? Ein Experte rekonstruiert den Ablauf der Katastrophe - und was sie so verheerend gemacht hat.

Sturzflut im Himalaya

Nach einem Gletscherabbruch in der Grenzregion von Nepal und Tibet rissen gewaltige Wassermassen ganze Ortschaften mit sich. Hunderte Menschen kamen ums Leben oder werden noch vermisst.

27.08.2026 | 1:51 min

Die gigantische Flutwelle in Nepal geht einem Experten zufolge auf einen Gletschersturz zurück. Nach derzeitigem Wissensstand rekonstruiert Niels Hovius vom GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung folgenden Ablauf:

Am Mittwochmorgen bricht um 08:37 Uhr Ortszeit (04:52 Uhr MESZ) ein Teil der Bergflanke mit einem Gletscher vom Nordhang des Langtang Lirung ab, dem mit gut 7.200 Metern höchsten Gipfel der nepalesischen Region Langtang.

Bei dem mehr als 1.000 Meter tiefen Abrutschen lässt die - etwa durch Reibung frei werdende - Energie das Eis fast augenblicklich schmelzen. So stark ist die Erschütterung beim Aufprall, dass das Erdbebennetzwerk des GFZ ein Erdbeben der Stärke 5,7 aufzeichnet.

Sturzflut im Himalaya

Die Flut hat Häuser und Brücken mitgerissen und wichtige Wege zerstört. Viele Orte sind deshalb nur per Hubschrauber erreichbar. Internationale Helfer sind auf dem Weg ins Katastrophengebiet.

27.08.2026 | 1:26 min

Gletscherabbruch als Auslöser für Katastrophe in Nepal

Ob bei dem Sturz noch Gletscherseen mitgerissen wurden, war zunächst unklar. Hovius, Leiter der GFZ-Sektion Geomorphologie, geht davon aus, dass das Wasser der Flutwelle vor allem vom Gletscher selbst stammte.

In dem engen Tal fegt die Sturzflut aus Wasser und Schlamm mit schätzungsweise 40 Metern pro Sekunde - umgerechnet etwa 144 Kilometer pro Stunde - abwärts. Gerade die Geländeform erklärt für Hovius die verheerende Wucht der Sturzflut: "Das Tal ist sehr eng und sehr steil", sagte der Experte. "Dadurch konnten sich die Wassermengen derart auftürmen."

Weitere Details waren vorerst unklar, auch weil es durch die derzeitige Monsunsaison anfangs keine Satellitenbilder aus der Region gab. "Alarmierend ist, dass es überall im Himalaya Gletscher und Gletscherseen gibt", sagte Hovius. "Und es gibt unterschiedlichste Prozesse, die letztlich das gleiche Endresultat haben." Hier war es ein Gletscherabbruch, aber auch das Bersten von Gletschersee-Dämmen und Geröll-Lawinen können Flutwellen auslösen.

SGS Steimer

Nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya werden in Nepal Hunderte Menschen vermisst. ZDF-Korrespondentin Miriam Steimer berichtet vor Ort über die aktuelle Lage in der Region.

27.08.2026 | 1:25 min

"Risiko für Destabilisierungen" auch in den Alpen

Ob der Klimawandel zur Katastrophe beigetragen hat, lasse sich nicht eindeutig sagen, meinte Hovius. Solche Ereignisse habe es auch zu anderen Zeiten gegeben. Allerdings: "Gletscher schmelzen, Permafrost taut, die Null-Grad-Grenze steigt - und der Himalaya ist schwer betroffen", so der Experte.

"Diese Umweltbedingungen erhöhen das Risiko von Destabilisierungen." Das gelte auch für andere Hochgebirgsregionen, etwa die Anden - und auch für die Alpen.

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Quelle: ZDF

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete unter anderem heute in europa am 27.08.2026 ab 16:00 Uhr und die heute-Nachrichten am 27.08.2026 ab 19:00 Uhr.

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