Ex-Gazprom-Tochter:Gasversorgung sabotiert? Razzien in Frankfurt und Berlin
Im Zusammenhang mit dem früheren Energiekonzern Gazprom Germania lässt die Bundesanwaltschaft Räumlichkeiten in Berlin und Frankfurt am Main durchsuchen. Grund: Sabotageverdacht.
Das Logo von Gazprom Germania GmbH in Berlin (Archivfoto)
Quelle: dpaWegen des Verdachts eines versuchten Angriffs auf die deutsche Gasversorgung hat die Bundesanwaltschaft Räumlichkeiten in Berlin und Frankfurt am Main durchsuchen lassen. Dabei geht es nach Angaben der Karlsruher Behörde um den Verkauf und die Liquidierung der früheren Tochter des russischen Gazprom-Konzerns, Gazprom Germania.
Die in Berlin ansässige GmbH war Ende März 2022 von den zuständigen Gesellschaftern über Anteilsverkäufe auf Umwegen aus dem russischen Gazprom-Konzern herausgelöst worden, wie Deutschlands oberste Anklagebehörde erläuterte. "Als neuer Eigentümer trat ein Moskauer Unternehmen ohne Branchenbezug auf."
Gazprom Germania: 25 Prozent der Erdgasspeicher
Dieser habe unmittelbar nach dem Verkauf die Liquidation der Gazprom Germania GmbH angeordnet. Zu diesem Zeitpunkt habe die Gesellschaft mindestens 25 Prozent der Erdgasspeicherkapazitäten in Deutschland vorgehalten. Das Vorgehen habe womöglich die Gasversorgung in Deutschland beeinträchtigen sollen. Das konnte aber verhindert werden, da die Firma schon seit April 2022 von der Bundesnetzagentur treuhänderisch verwaltet und später von Deutschland verstaatlicht wurde.
Gegen den beschuldigten Unternehmer aus Russland ermittelt die Bundesanwaltschaft nun unter anderem wegen versuchter verfassungsfeindlicher Sabotage. Durchsucht wurden die Räumlichkeiten des Beschuldigten, die einer nicht tatverdächtigen Person in Berlin sowie die eines Unternehmens in Frankfurt am Main. Festgenommen wurde niemand.
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