Synthetische Drogen: Europol zerschlägt großen Drogenhändlerring

"Größter Einsatz aller Zeiten":Europol zerschlägt wichtigen Drogenhändlerring

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Europäische Polizeibehörden haben einen Drogenhändlerring in mehreren Ländern zerschlagen. Er soll für die Herstellung und Verbreitung synthetischer Drogen verantwortlich sein.

Tino Igelmann, Leiter Zollkriminalamt, bei einer Pressekonferenz zu den Ermittlungen. Dabei wurden Labore zerschlagen und tonnenweise Chemikalien und Drogen sichergestellt.

Nach jahrelangen Ermittlungen gegen Hersteller synthetischer Drogen ist Europol nun ein großer Erfolg gelungen. 24 Drogenlabore wurden geschlossen, 85 Verdächtige festgenommen.

21.01.2026 | 1:44 min

Beim bislang "größten Einsatz aller Zeiten" gegen synthetische Drogen hat Europol nach eigenen Angaben einen der wichtigsten Drogenhändlerringe zerschlagen. Die jahrelang vorbereitete Aktion unter Beteiligung der Polizeibehörden aus Deutschland und fünf weiteren EU-Ländern habe zur Festnahme von 85 Verdächtigen geführt, teilte die internationale Polizeibehörde mit. Unter den Festgenommenen seien die beiden mutmaßlichen Anführer des Rings.

Ein Pressesprecher des Zolls Hamburg präsentiert auf einem Medientermin im Hafen einen kleinen Teil des mit mehr als 2,6 Tonnen sichergestellten Kokains, aufgenommen am 24.02.2022

Der Hafen in Antwerpen ist Europas Einfallstor für Drogen. Immer wieder finden Zollbehörden große Mengen Kokain. Eine Bilanz und die Pläne der belgischen Behörden, um den Schmuggel zu bekämpfen.

21.01.2026 | 2:04 min

Synthetische Drogen: Illegal hergestellt und ohne natürlichen Ausgangsstoff

Bei synthetischen Drogen handelt es sich um Substanzen, die keinen natürlichen Ausgangsstoff haben. Sie werden illegal in Laboren hergestellt.

Montage | rechts: Junger Mann mit Vape beim Dampfen und von Qualm eingehüllt, davor zwei chemische Formeln von synthetischen Opioiden ; links: Einkaufswagen-Symbol für Online-Shoppen

Der Klick zum Kick: Synthetische Opioide machen extrem süchtig und werden online als Liquid zum Vapen verkauft.

03.09.2025 | 17:20 min

Europol zufolge lösten die Behörden bei ihrem Einsatz 24 Drogenlabore von "industriellem Maßstab" auf und beschlagnahmten rund tausend Tonnen an Chemikalien, die zur Herstellung von Drogen wie MDMA, Amphetaminen und Methamphetamin verwendet worden seien.

85 Festnahmen und 24 Labore - Europol meldet Rekordeinsatz

Bei den mutmaßlichen Anführern des Drogenrings handelt es sich demnach um zwei polnische Staatsbürger, ihnen dürfte ein Gerichtsverfahren in Polen wegen Drogenhandels bevorstehen, das in einer Freiheitsstrafe von bis zu 20 Jahren münden könnte. Auch ein Großteil der weiteren Festgenommenen seien Polen, erklärte Europol weiter.

Daniel Brombach, Leiter der Europäischen Beobachtungsstelle für Organisierte Kriminalität

In Europa boome besonders das Kokain. Das Vorgehen der USA werde den Drogenhandel nicht bremsen, so der Leiter der Europäischen Beobachtungsstelle für Organisierte Kriminalität.

24.10.2025 | 12:22 min

Der Leiter des für besonders schwere Straftaten zuständigen Europol-Zentrums (ESOCC), Andy Kraag, sagte:

Ich bin schon eine Weile im Geschäft. Das ist mit Abstand die größte Operation, die wir je gegen die Herstellung und den Vertrieb synthetischer Drogen durchgeführt haben.

Andy Kraag, Leiter Europol-Zentrum für besonders schwere Straftaten

Der Einsatz sei ein "wirklich schwerer Schlag für Gruppen der organisierten Kriminalität, die im Drogenhandel tätig sind, insbesondere im Handel mit synthetischen Drogen".

Pressekonferenz Bundeskriminalamt Wiesbaden

Innenminister Dobrindt und der Drogenbeauftragte Streeck schlagen Alarm: Synthetische Drogen verbreiten sich rasant.

24.10.2025 | 2:28 min

Synthetische Drogen bedrohen Gesundheit und Umwelt

Kraag zufolge verfolgt Europol mit seinen Einsätzen gegen Großlabore eine "Lieferkettenstrategie", um das Übel "an der Wurzel" zu packen. "Die kriminellen Gruppen verlieren dadurch ihre Nachschubquellen."

Er betonte zugleich, dass es beim Kampf gegen synthetische Drogen nicht nur um die Gesundheit potenzieller Konsumenten gehe. Auch massive Gewalt, Korruption und Geldwäsche im kriminellen Milieu sollten bekämpft werden.

Hessen, Wiesbaden: Hendrik Streeck (l-r), Drogenbeauftragter der Bundesregierung, Alexander Dobrindt (CSU), Bundesinnenminister, und Holger Münch, BKA-Präsident, stellen auf einer Pressekonferenz im Bundeskriminalamt (BKA) die Bundeslagebilder Rauschgift und Organisierte Kriminalität 2024 vor.

Drogen bleiben in Deutschland laut Innenminister Dobrindt ein großes Problem. Vor allem wächst der Konsum von harten Rauschmitteln.

24.10.2025 | 1:34 min

Die Herstellung synthetischer Drogen habe zudem verheerende Auswirkungen auf die Umwelt, sagte Kraag. Die Behörden hätten bei der Aktion auch mehr als 120.000 Liter giftiger chemischer Abfälle beschlagnahmt, die Kriminelle üblicherweise auf dem Land oder in Bächen entsorgen.

Der ESOCC-Chef kündigte zudem an, dass weitere derartige Aktionen geplant und weitere kriminelle Banden im Visier von Europol seien:

Dies ist einer der größten Vertreiber. Aber nicht der einzige. Wir suchen weiter.

Andy Kraag

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01.10.2023 | 28:39 min

Belgien: Mehr Kokain im Hafen beschlagnahmt

Unabhängig von der Europol-Aktion meldete zudem der belgische Zoll, dass 2025 nach einem Rückgang im Vorjahr wieder mehr Kokain im Hafen von Antwerpen beschlagnahmt worden sei. Der Hafen von Antwerpen gilt seit Jahren als das größte Einfallstor für illegale Drogen in Europa.

Insgesamt wurden dort den Angaben zufolge im vergangenen Jahr 54,9 Tonnen Kokain abgefangen. Das sind 24 Prozent mehr als im Jahr 2024, allerdings deutlich weniger als im Rekordjahr 2023, als allein in Antwerpen 116 Tonnen Kokain beschlagnahmt wurden.

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Quelle: AFP
Über dieses Thema berichtete die Sendung heute Xpress im Beitrag "Europol zerschlägt großen Drogenhändlerring" am 21.01.2026 um 12:00 Uhr.

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