Ultimatum der Hacker abgelaufen:Berliner Verwaltung gehackt: Angreifer veröffentlichen Daten
Nach einem Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung ist ein Ultimatum der Angreifer abgelaufen. Nun wurden gestohlene Daten veröffentlicht.
Wegen des Hackerangriffs waren Teile der Berliner Senatsverwaltung für rund eine Woche stark eingeschränkt.
Quelle: Britta Pedersen / dpaDas Ultimatum der kriminellen Hackergruppe Rhysida nach ihrem Cyberangriff auf die Berliner Verwaltung und ihrer Lösegeldforderung an den Senat ist abgelaufen. Nach dem Verstreichen der Frist am Nachmittag wurde auf der Webseite der Erpresser im Darknet die "Auktion" beendet, die Hacker erklärten, alle gestohlenen Daten veröffentlicht zu haben.
Die kriminelle Gruppe hatte zuvor von der Berliner Senatsverwaltung ein millionenschweres Lösegeld gefordert. Die Summe sollte bis Freitag gezahlt werden. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatte in der vergangenen Woche bestätigt, dass Berlin nach dem Datendiebstahl erpresst werde. Der Berliner Senat bekräftigte, auf derartige Erpressungen nicht einzugehen und kein Lösegeld zu zahlen.
Hacker veröffentlichten wohl sämtliche Daten
Die von den Angreifern bereits zuvor veröffentlichten Auflistungen und Screenshots deuten auf einen gravierenden Abfluss hochsensibler Daten hin. Danach behauptete die Gruppierung, rund 1,44 Millionen Dateien erbeutet zu haben. Darunter sollen sich neben mehr als 5.000 Personalakten, Bußgeldvorgängen und Gehaltsabrechnungen auch vertrauliche Unterlagen aus Bundesratsausschüssen sowie Schwachstellenanalysen zur Berliner Trinkwasserversorgung befinden.
Auch das kleine Fürstentum Liechtenstein zwischen der Schweiz und Österreich ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Die Daten von 31.000 Menschen seien abgegriffen worden, teilte die Regierung mit.
03.08.2026 | 0:15 minZudem brüsteten sich die Erpresser damit, Zugangsdaten und Passwörter im Klartext erlangt zu haben - unter anderem für Datenbanken der Verwaltung und Zahlungsdienstleister.
Linke: "Denkbar ungünstige Konstellation"
"Nach dem, was ich jetzt hier sehen kann, haben sie den kompletten Datensatz für alle zur Einsicht live gestellt", sagte der Sprecher des Chaos Computer Clubs, Joachim Selzer, der Deutschen Presse-Agentur.
Das ist für die Berliner Verwaltung schon unangenehm. Das sind natürlich sehr viele interne Daten, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind.
Joachim Selzer, Chaos Computer Club
Darunter seien etwa Daten, die sich für Identitätsdiebstahl nutzen lassen könnten. Der renommierte IT-Sicherheitsexperte Christof Fischer verwies dennoch darauf, dass der Staat per Gesetz keine Zahlungen bei Erpressungen vornehmen dürfe.
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13.05.2026 | 3:55 minDer Vorsitzende der Linke-Fraktion im Landesparlament, Tobias Schulze, kommentierte den Vorgang so: Die Erpresser hätten den gewünschten Preis nicht erhalten und die Daten im Darknet veröffentlicht. "Das ist die denkbar ungünstige Konstellation, da jetzt jedermann mit einigen wenigen technischen Kenntnissen auf diese Daten zugreifen kann."
Allerdings habe nun der Senat die Möglichkeit abzugleichen, ob die bisherigen Vermutungen über die abgeflossenen Daten zutreffen oder nicht. "Dies sollte er schnellstmöglich tun und alle von der Veröffentlichung betroffenen Personen und Unternehmen benachrichtigen und die bestmögliche Hilfe anbieten."
Hohe Datenschutz- und Sicherheitsrisiken
Ermittler des Landeskriminalamts (LKA) sowie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sind in die Analyse und Bewältigung des Vorfalls eingebunden. Sollte das Datenpaket tatsächlich vollständig publik sein, drohen den betroffenen Behörden und Tausenden Bürgern sowie Beschäftigten erhebliche Datenschutz- und Sicherheitsrisiken.
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25.06.2026 | 2:06 minWie die Senatskanzlei bekannt gab, untersuchen beauftragte IT-Forensiker die veröffentlichten Daten "mit Hochdruck". Dadurch sollten Betroffene identifiziert und anschließend informiert werden. Die Senatsverwaltung bat Bürgerinnen und Bürger Strafanzeige zu stellen, wenn sie Hinweise darauf haben, dass ihre Daten veröffentlicht wurden.
Wegen des Hackerangriffs waren die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz am 14. August für rund eine Woche vom Landesnetz isoliert worden. Tagelang konnte wegen der Cyberattacke in Berlin unter anderem kein Wohngeld beantragt oder ausgezahlt werden.
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