Hitlers Geburtshaus wird Polizeiwache in Braunau

Umstrittenes Projekt:Hitlers Geburtshaus in Braunau wird zur Polizeiwache

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Jahrzehntelang pilgerten Neonazis zum Geburtshaus von Adolf Hitler ins österreichische Braunau. Immer wieder kam es dabei zu Zwischenfällen. Nun wird es als Polizeistation genutzt.

Österreichische Polizeibeamte stehen vor der neu eröffneten Polizeidienststelle in dem Gebäude, in dem Adolf Hitler 1889 in Braunau am Inn (Österreich) geboren wurde.

Das Geburtshaus von Adolf Hitler war jahrzehntelang ein Anziehungspunkt für Neonazis. Statt es abzureißen, wird es nun als Polizeistation genutzt.

22.07.2026 | 1:37 min

Das Geburtshaus von Adolf Hitler im österreichischen Braunau wird nun von der Polizei genutzt. Damit will Österreich verhindern, dass das Haus an der Grenze zu Bayern weiter als Anziehungspunkt für Neonazis dient. Der österreichische Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) sagte:

Nun wird das Haus zu einem Ort der Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit, der Freiheit und der Menschenwürde.

Gerhard Karner (ÖVP), Österreichs Innenminister

Der Umbau kostete rund 20 Millionen Euro. In dem Areal mit Nebenbauten und Innenhof sollen Beamte des Bezirkspolizeikommandos und der Polizeiinspektion Dienst tun. Die jahrelangen Diskussionen, wie mit dem Nazi-Erbe in der 18.000-Einwohner-Stadt umgegangen werden soll, scheinen damit zunächst beendet.

Das Geburtshaus von Adolf Hitler (1889-1945) in Braunau am Inn.

Das Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau am Inn.

Quelle: dpa

Expertenkommission gegen Abriss von Hitlers Geburtshaus

Das Haus, in dem Hitler am 20. April 1889 geboren wurde, war lange in Privatbesitz. 2017 wurde das Gebäude nach einem Rechtsstreit enteignet. Eine Expertenkommission sprach sich gegen Abriss und Museum aus und empfahl stattdessen eine Umgestaltung mit möglichst geringem Wiedererkennungswert.

Berlin: In Hologramm-Videos sind Moderator Klaas Heufer-Umlauf und die Holocaust-Überlebende Ruth Winkelmann bei der Vorstellung des Schulprojekts gegen Antisemitismus und für Zivilcourage des Vereins "„Nie wieder ist jetzt"“ in der Evangelischen Schule Frohnau zu sehen.

Neben dem Besuch von Gedenkstätten suchen Schulen nach neuen Wegen. Ein Projekt in Berlin zeigt Hologramm-Videos. In einem spricht Zeitzeugin Ruth Winkelmann über ihren in Auschwitz ermordeten Vater.

27.01.2026 | 3:31 min

Einige Experten hatten sich an diesem Ort eine offensive Auseinandersetzung mit der Nazi-Vergangenheit gewünscht. Eine mehrsprachige Info-Tafel solle für Aufklärung sorgen, fordert der Historiker Florian Kotanko, Vorsitzender des Vereins für Zeitgeschichte Braunau. Allein ein 1989 aufgestellter Gedenkstein vor dem Haus erinnert an den Terror der Nazi-Jahre: "Für Frieden, Freiheit und Demokratie - Nie wieder Faschismus - Millionen Tote mahnen".

Das Mauthausen Komitee Österreich, Nachfolgeorganisation der Überlebenden des Konzentrationslagers Mauthausen, bezeichnete das Konzept derweil als widersinnig. Vorstandsmitglied Robert Eiter sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur: "Wir halten diese Idee, Geschichte durch architektonische Umgestaltung zu neutralisieren, für absurd und unrealistisch."

Verdächtige Personen können schnell überprüft werden

Der Geburtsort des späteren Diktators hatte immer wieder Rechtsextreme angezogen. Die neue Nutzung als Polizeiwache gilt aus Sicht des Staates auch deshalb als vorteilhaft, weil verdächtige Personen sofort überprüft werden können.

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Quelle: dpa, KNA
Über dieses Thema berichteten die heute-Nachrichten ab 19:00 Uhr.

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