Bürgermeisterin bat Polizei um Hilfe:Herdecke: Tochter soll Mutter vor Stichen gequält haben
Vor dem Messerangriff auf die neu gewählte Bürgermeisterin von Herdecke, Iris Stalzer, soll die Tochter sie gequält haben. Die Mutter selbst war am Vortag bei der Polizei.
Ermittler fanden bei ihren Ermittlungen Hinweise, die auf eine versuchte Vertuschung der Tat hindeuten.
Quelle: epaNach dem lebensgefährlichen Messerangriff auf die neu gewählte Bürgermeisterin von Herdecke im Ruhrgebiet sind neue Details zu der Tat bekannt geworden: Schon einen Tag vor der Tat hat sich die später Angegriffene an die Polizei gewandt. Ein Sprecher der Polizei im Ennepe-Ruhr-Kreis sagte:
Wir hatten am Montag zweimal persönlichen Kontakt zu ihr.
Polizeisprecher
Laut Polizei soll es sich bei der Attacke auf die Bürgermeisterin aus Herdecke nicht um eine politisch motivierte Tat gehandelt haben. Vielmehr sei ein Familiendrama Grund für den Angriff.
08.10.2025 | 2:22 minEinmal sei sie persönlich auf der Wache in Wetter an der Ruhr vorstellig geworden. Zu dem konkreten Inhalt ihrer Aussagen könne die Polizei mit Blick auf die nun laufenden Ermittlungen nichts bekanntgeben, hieß es. "Ein Vorgang wurde angelegt, alle notwendigen Maßnahmen wurden getroffen", sagte der Sprecher. Von diesem Vorgang habe auch die Staatsanwaltschaft Kenntnis erhalten. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung über das Geschehen am Montag berichtet.
Die Polizei spricht von einem Vorgang, wenn bei ihr Anzeige gestellt wird oder sie anderweitig Kenntnis von einer mutmaßlichen Straftat erhält. Die Beamten dokumentieren dann das Geschehen und leiten ein Ermittlungsverfahren ein.
(Quelle: dpa)
Offenbar mehrere Stunden im Keller gequält und bedroht
Die 17-jährige Tochter soll ihre Mutter am Dienstag über einen Zeitraum von mehreren Stunden im Keller des Hauses bedroht und gequält haben, wie Sicherheitskreise der Deutschen Presse-Agentur bestätigten.
Die 57-jährige Juristin habe zahlreiche Kopfverletzungen erlitten. Das Mädchen soll dabei auch mit einem Deospray und einem Feuerzeug auf die Mutter zugegangen sein, um deren Haare und Bekleidung anzuzünden. Beide sollen sich lautstark über einen längeren Zeitraum gestritten haben.
Zudem fanden die Ermittler Hinweise, die auf eine versuchte Vertuschung der Tat hindeuten. Vor dem Ruf der Rettungskräfte wurden demnach größere Blutspuren in dem Haus entfernt. In einem Rucksack des Sohnes sei eines der Tatmesser und blutverschmierte Kleidung der Tochter in seinem Zimmer entdeckt worden, hieß es aus Sicherheitskreisen.
Politikerin Stalzer inzwischen außer Lebensgefahr
Bereits bekannt war, dass die Adoptivtochter dann auf ihre Mutter mit zwei Messern eingestochen und sie lebensgefährlich verletzt haben soll. Ihr Körper habe Verletzungen von 13 Messerstichen aufgewiesen, so Ermittlerkreise.
Die in Herdecke zur Bürgermeisterin gewählte Iris Stalzer wurde am Dienstag bei einem Messerangriff lebensgefährlich verletzt.
08.10.2025 | 1:23 minDie Politikerin ist inzwischen außer Lebensgefahr. Die Staatsanwaltschaft wertet die Tat als gefährliche Körperverletzung. Die Tochter hatte nach Angaben der Ermittler nach dem Angriff selbst den Notruf gewählt und behauptet, ihre Mutter sei überfallen worden.
Motivlage weiter unklar
Die Juristin Iris Stalzer (SPD) hatte die 17-Jährige demnach belastet, nachdem sie sie zunächst nicht als Angreiferin nennen wollte. Offen ist bislang die Motivlage. In der Familie gab es laut Polizei und Staatsanwaltschaft familiäre Streitigkeiten.
Mit im Haus war der 15 Jahre alte Sohn. Ob er eine Rolle bei den Geschehnissen gespielt hat, ist noch Teil der laufenden Ermittlungen.
Die neu gewählte Bürgermeisterin von Herdecke, Iris Stalzer (SPD), ist durch mehrere Messerstiche lebensgefährlich verletzt worden. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen.
07.10.2025 | 0:28 minStalzer sollte nach der Kommunalwahl im September ihr Amt als Bürgermeisterin von Herdecke am 1. November antreten. Nach Angaben der Stadt, die zwischen Dortmund und Hagen liegt, leitet der Erste Beigeordnete auf unbestimmte Zeit die Verwaltung.
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