TÜV-Report:Führerschein-Prüfung: Durchfallquote weiterhin hoch
Beim Führerschein scheitern weiter viele an Theorie- und Praxisprüfung. Verkehrsminister Schnieder will mit einer Reform die Kosten senken und Bestehensquoten verbessern.
Im vergangenen Jahr bestanden nur 63 Prozent die Führerschein-Theorieprüfung im ersten Anlauf, in der Praxisprüfung waren es 65 Prozent. Durchfaller tun sich auch danach weiter schwer.
11.02.2026 | 0:24 minFast jeder zweite Fahrschüler in Deutschland ist 2025 durch seine theoretische Prüfung gefallen. 44 Prozent der Fahrschülerinnen und Fahrschüler scheiterten bei der Pkw-Theorieprüfung und 37 Prozent bei der praktischen Prüfung. Das zeigt ein aktueller Datenreport des TÜV-Verbands. Die Zahlen beziehen sich auf den Pkw-Führerschein der Klassen B und B17 - B17 steht für begleitetes Fahren ab 17.
Die Ergebnisse kommen mitten in einer Debatte darüber, wie der Führerschein günstiger werden kann - dazu plant Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) eine Reform.
Auf dem deutschen Verkehrsgerichtstag in Goslar wurde neben zu hohen Preisen bei Führerscheinen auch über höhere Strafen für die Handynutzung am Steuer diskutiert.
28.01.2026 | 1:13 minDurchfallquoten bei Führerschein-Prüfung auf hohem Niveau
Der TÜV-Verband sprach von einem hohen, aber weitgehend konstanten Niveau bei der "Nichtbestehensquote" - bezogen auf Erst- und Wiederholungsprüfungen zusammen. 2024 lag die Durchfallquote bei 45 Prozent in der Theorie und ebenfalls 37 Prozent in der Praxis.
Binnen zehn Jahren zeigen sich aber deutliche Unterschiede: 2016 lagen die Durchfallquoten bei 37 Prozent in der Theorieprüfung und 32 Prozent bei der Praxisprüfung.
Unter 18-Jährige erzielen bessere Ergebnisse
Unter 18-Jährige schneiden besser ab: Nur 35 Prozent fielen durch die theoretische und 24 Prozent durch die praktische Prüfung. Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug und Mobilität beim TÜV-Verband, sagt:
Junge Menschen, die am begleiteten Fahren ab 17 teilnehmen, schneiden in den Prüfungen deutlich besser ab.
Richard Goebelt, TÜV-Verband
Die geplante Reform der Fahrschulausbildung kann wohl 2027 in Kraft treten. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder rät aber davon ab, mit dem Führerscheinerwerb zu warten.
20.12.2025 | 0:29 minInsgesamt stieg die Zahl der Führerscheinprüfungen im Jahr 2025 laut TÜV-Verband auf einen neuen Höchststand: Über alle Klassen hinweg wurden 2,04 Millionen Theorieprüfungen und rund 1,89 Millionen Praxisprüfungen abgelegt.
Führerschein-Prüfung: Im ersten Versuch fallen weniger durch
Beim ersten Versuch scheitern deutlich weniger Fahrschülerinnen und Fahrschüler. Laut TÜV-Verband lagen die Bestehensquoten im Erstversuch im Jahr 2025 bei 63 Prozent in der Theorie und bei 65 Prozent in der Praxis. Die Erfolgsquoten in den Wiederholversuchen waren deutlich schlechter.
"Die Gruppe der Wiederholenden tut sich schwer und scheitert häufig sogar mehrfach", so Goebelt. Jede nicht bestandene Prüfung bedeute eine zusätzliche mentale, finanzielle und zeitliche Belastung für die Betroffenen.
Wer den Führerscheinerwerb effizienter und kostengünstiger gestalten will, muss alles daransetzen, den ersten Prüfungsversuch zum Erfolg zu machen.
Richard Goebelt, TÜV-Verband
Das EU-Parlament hat neue Führerscheinregeln beschlossen: Es soll europaweit einen digitalen Führerschein geben. Außerdem wird ein Fahrverbot in allen Mitgliedstaaten gelten.
21.10.2025 | 1:50 minDas plant Minister Schnieder bei der Führerschein-Reform
Die Kosten für den Führerschein sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Minister Schnieder hatte im vergangenen Oktober Reformvorschläge für einen günstigeren Führerschein vorgelegt. Geplant sind etwa Vereinfachungen und digitale Lösungen für die theoretischen und praktischen Teile.
Die Kosten für Fahrschule und Fahrprüfung stiegen in den vergangenen Jahren immer stärker als die Verbraucherpreise insgesamt.
Quelle: ZDF/Statistisches Bundesamt/Imago ImagesAn diesem Mittwoch will Schnieder nach Beratungen mit den Ländern weiterentwickelte Vorschläge vorlegen. Seit seiner Reform-Ankündigung ist laut Fahrlehrerverbänden in vielen Fahrschulen die Zahl der Anmeldungen eingebrochen. Der Grund: Viele potenziell neue Fahrschüler warten ab, bis der Führerschein günstiger wird.
Der TÜV-Verband nannte es positiv, dass digitale Lernmittel gestärkt werden sollten. Dazu sollten aber verbindliche, einheitliche digitale Lernstandskontrollen als Voraussetzung für die Prüfungszulassung eingeführt werden. Kritisch zu sehen seien Vorschläge, die auf eine pauschale Absenkung von Anforderungen bei der Fahranfängervorbereitung hinausliefen und damit die Verkehrssicherheit gefährdeten.
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