US-Arzt hatte sich im Kongo infiziert:Ebola-Patient gesund aus Charité in Berlin entlassen
Der Ebola-Patient ist aus der Berliner Charité entlassen worden. Der US-Amerikaner zeige keine Symptome mehr, seine Labor-Werte seien normal, teilte das Krankenhaus mit.
Seit dem 20. Mai wurde der US-amerikanische Ebola-Patient in der Berliner Charité behandelt.
Quelle: dpaNach gut zwei Wochen Behandlung in der Charité in Berlin ist der US-amerikanische Ebola-Patient aus dem Krankenhaus entlassen worden. Der Arzt, der sich in der Demokratischen Republik Kongo infiziert hatte, befinde sich in gutem Gesundheitszustand, teilte die Klinik mit. Seit dem 30. Mai sei kein Virus mehr bei ihm nachgewiesen worden.
Über 200 Todesfälle sind im Kongo seit dem jüngsten Ebola-Ausbruch gemeldet worden. Trotz internationaler Hilfe bekommt das Land die gefährliche Virusinfektion nicht in den Griff.
31.05.2026 | 1:07 minIm Einklang mit international üblichen Kriterien habe das zuständige Gesundheitsamt die Isolationsanordnung daher um 12 Uhr aufgehoben. Der Arzt war am 20. Mai in der Charité aufgenommen worden. Bei ihm wurde nach Angaben der Universitätsklinik das seltene Bundibugyo-Virus, eine Art des Ebola-Virus, mit einem PCR-Test eindeutig nachgewiesen.
Berliner Ebola-Patient: Gedanken bei Menschen in Kongo
Der US-Patient selbst bedankte sich beim Charité-Team: "Ich wurde erstklassig versorgt, unter anderem mit experimentellen Therapien, die derzeit zur Behandlung dieser Virusart erprobt werden", wurde er in einer Mitteilung der Charité zitiert. "Meine Dankbarkeit lässt sich mit Worten nicht angemessen beschreiben. (...) Unsere Gedanken sind auch bei den Menschen im Kongo, die nicht die Möglichkeit haben, eine solche Versorgung zu erhalten."
Ein US-Arzt (links) hatte sich in der Demokratischen Republik Kongo mit Ebola infiziert.
Quelle: Charité/dpaEbola-Fieber ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. In der Demokratischen Republik Kongo, wo der US-Amerikaner tätig war, ist der jüngste Ebola-Ausbruch besonders schwer einzudämmen. Einer der Gründe: Für den Bundibugyo-Typ gibt es bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie.
Ebola-Patient war in Sonderisolierstation der Charité
Der Charité-Patient war von Uganda aus mit einem Spezialflugzeug nach Berlin geflogen und dann unter hohen Sicherheitsvorkehrungen in die Charité gebracht worden. Dort wurde er in einer Sonderisolierstation auf dem Campus Virchow-Klinikum behandelt. Laut Bundesgesundheitsministerium bestand weder für die Bevölkerung noch für andere Patienten Gefahr.
Abgebrannte Behandlungszelte und Misstrauen gegen Helfer des Roten Kreuzes - die Verzweiflung in der Bevölkerung ist groß. Währenddessen breitet sich das hoch ansteckende Virus weiter aus.
28.05.2026 | 2:26 minAnfangs sei der Mann sehr geschwächt gewesen und habe typische Symptome einer Ebola-Virus-Infektion gezeigt, so die Klinik. Zudem habe er eine hohe Viruslast aufgewiesen. Im Zuge einer kombinierten antiviralen Therapie und weiterer begleitender medizinischer Maßnahmen hätten sich die Krankheitszeichen bereits im Verlauf der ersten Woche deutlich zurückgebildet. Sein Zustand habe sich kontinuierlich gebessert, die Laborwerte normalisiert.
"Wir sind sehr erfreut über den erfolgreichen Behandlungsverlauf und werten diesen als bedeutenden therapeutischen Erfolg", sagte der Direktor der Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin der Charité, Leif Erik Sander.
Schon viele Ebola-Tote im Kongo und Uganda
Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch weit davon entfernt, unter Kontrolle zu sein. Im Kongo gibt es nach Angaben der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC mittlerweile 381 bestätigte Fälle, darunter 62 Todesfälle. Die WHO geht von einer hohen Dunkelziffer aus. Im Nachbarland Uganda sind demnach bislang 16 Fälle und 1 Todesfall bestätigt worden. Nach Angaben der WHO ist es nach wie vor schwierig, die Kontakte von Infizierten zu isolieren und zu überwachen.
In Afrika breitet sich Ebola aus. Und das viel schneller als in der Vergangenheit. Droht uns eine neue Pandemie, wenn das Virus nicht auf Afrika beschränkt bleibt?
19.05.2026 | 28:23 minWichtiger Hinweis in eigener Sache
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