Zentralafrika: Ebola breitet sich aus - Hoffnung durch Medikament

Virus in Zentralafrika auf dem Vormarsch:Neues Medikament gegen Ebola-Virus bringt Hoffnungsschimmer

|

In Zentralafrika breitet sich das Ebola-Virus aus. Während die WHO vor Reiseverboten warnt, fahren die USA einen harten Kurs. Ein Medikament könnte ein Hoffnungsschimmer sein.

Ein Arzt in blauem Kittel und Mundschutz steht mit einem Kind an einem Wasserhahn, das Kind wäscht sich die Hände.

Kein Impfstoff, Misstrauen in der Bevölkerung und Angriffe auf Behandlungszentren: Der Kampf gegen Ebola im Kongo stößt an harte Grenzen. ZDFheute live spricht mit einer Hilfsorganisation.

29.05.2026 | 10:30 min

In Zentralafrika breitet sich die Angst vor Ebola aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzt auf Hoffnungssignale. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hat der Demokratischen Republik Kongo umfassende Unterstützung bei der Ebola-Bekämpfung zugesagt. Am Freitag besuchte er persönlich die Region Ituri, das Epizentrum des aktuellen Ausbruchs.

Ein Hoffnungszeichen kommt von WHO-Spezialistin Anaïs Legand: Sie meldete den ersten bestätigten Genesungsfall nach einer Ebola-Infektion im Rahmen des laufenden Ausbruchs.

Ebola-Fälle im Kongo und in Uganda steigen

Betroffen sind mindestens drei Provinzen in der DR Kongo sowie das Nachbarland Uganda. Nach jüngsten Regierungsangaben gibt es in Kongo mehr als 1.000 Verdachtsfälle und rund 250 Tote. Im östlichen Nachbarland Uganda sind die Zahlen deutlich geringer. Ärzte ohne Grenzen schlagen derweil Alarm:

Im Moment sind aber nur hundert Fälle bestätigt worden, und dieser Unterschied bereitet uns große Sorgen.

Christian Katzer, Geschäftsführer von "Ärzte ohne Grenzen" Deutschland

Zum Schutz vor weiteren Infektionen hatte Uganda diese Woche die Grenze zur Demokratischen Republik Kongo geschlossen. Für alle von dort eingereisten Menschen ordneten die Behörden wegen der Inkubationszeit von Ebola eine 21-tägige Quarantäne an.

Prevention measures to contain the spread of Ebola in DR Congo

Abgebrannte Behandlungszelte und Misstrauen gegen Helfer des Roten Kreuzes, die Verzweiflung in der Bevölkerung ist groß. Während sich das hoch ansteckende Virus weiter ausbreitet.

28.05.2026 | 2:26 min

WHO lehnt Reiseverbote bei Ebola-Ausbruch ab

Die internationalen Reaktionen auf die Ebola-Epidemie unterscheiden sich deutlich. Während die WHO Reiseverbote zur Bekämpfung ablehnt, da diese "nicht viel bringen", haben die USA bereits Einreisebeschränkungen gegen Menschen aus betroffenen Ländern verhängt.

US-Außenminister Marco Rubio machte am Mittwoch deutlich: Die USA werden keine mit Ebola infizierten Patienten ins Land lassen. Ein erkrankter US-Bürger wird derzeit in der Berliner Charité behandelt, wo er von einem vielversprechenden Medikament profitieren könnte.

Wie Katzer von "Ärzte ohne Grenzen" im ZDFheute live erläutert, wurde dieses Mittel ursprünglich aus der Ebola-Forschung entwickelt und auch während der Covid-Pandemie eingesetzt.

Wenn das Medikament in Berlin erfolgreich ist, könnte es vor Ort einen großen Unterschied für die Menschen machen, die jetzt an diesem Virus erkrankt sind.

Christian Katzer, Geschäftsführer von "Ärzte ohne Grenzen", Deutschland

"Ebola-Viren sind sehr schwer übertragbar"

Nach der Corona-Pandemie seien viele Menschen verunsichert. Doch das Ebola-Risiko für Deutschland und Europa werde als sehr gering eingeschätzt, so Infektiologin Prof. Marylyn Addo.

22.05.2026 | 5:11 min

WM-Gastgeber kündigen Schutzmaßnahmen an

Auch zur Fußball-WM 2026 bereitet sich die US-Regierung mit den drei Gastgeberländern vor. Die USA, Kanada und Mexiko kündigten gemeinsame Schutzmaßnahmen für Reisende aus afrikanischen Hochrisikogebieten an. Ziel sei es, Millionen von Besuchern, Athleten und Touristen "zu schützen", ohne den Reise- und Warenverkehr zu unterbrechen, hieß es in einem Statement. Details zu möglichen Einreiseverboten oder Quarantänen wurden nicht genannt.

Unterdessen scheiterte ein US-Quarantänezentrum in Kenia an rechtlichen Hürden. Das 50-Betten-Zentrum, das am Freitag auf dem Luftwaffenstützpunkt Laikipia eröffnet werden sollte, wurde von einem kenianischen Gericht gestoppt. Die Menschenrechtsorganisation Katiba argumentierte, dass die US-Einrichtung "geheim und einseitig" geplant worden sei.

Wichtiger Hinweis in eigener Sache

Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.

Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.

→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen


Quelle: ZDF, dpa, AFP
Über das Ebola-Virus berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, zuletzt im ZDFheute live am 29.05.2026 ab 13:00 Uhr.
Thema

Mehr zum Ebola-Virus

  1. Ein Diakon hilft jungen Gemeindemitgliedern beim Händewaschen vor dem Betreten der Kirche in Bunia, 24. Mai 2026.

    Epidemie im Kongo:NGO: Jedes vierte Ebola-Opfer ein Kind

    mit Video2:26

  2. Ein Gesundheitsmitarbeiter (r.) misst die Temperatur eines Patienten (2. v. l.), bei dem der Verdacht auf Ebola besteht.

    Uganda schließt Grenze zur Eindämmung:Kongo: Regierung meldet mehr als 1.000 Ebola-Verdachtsfälle

    mit Video1:41

  3. Gesundheitsmitarbeiter werden mit Desinfektionsmittel besprüht, aufgenommen am 25.05.2026 in in Bunia im Osten der Demokratischen Republik Kongo

    Ärzte ohne Grenzen:Ebola: Was die Lage im Kongo so schwierig macht

    mit Video5:47

  4. Ein Mitarbeiter des städtischen Reinigungsdienstes von Bunia sprüht Chlor zur Desinfektion des Zentralmarktes, während die Provinz Ituri weiterhin gegen einen Ebola-Ausbruch kämpft, in Bunia, Kongo, am 23.05.2026.

    Helfer fürchten den Kontrollverlust:Ebola im Kongo: Viele halten die Krankheit für ein Gerücht

    von Verena Garrett
    mit Video1:25