Offiziell 5.000 Ebola-Tote: Was wir zum Ausbruch im Kongo wissen

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Ausbreitung, Dunkelziffer, Impfstoff:Offiziell 5.000 Ebola-Tote: Was wir zur Lage im Kongo wissen

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5.000 Ebola-Tote zählt Kongo offiziell. Ein Mediziner vermutet eine deutlich höhere Zahl. Fest steht: Es ist der rasanteste Ausbruch in der Geschichte Afrikas. Was wir dazu wissen.

Photos show Congo’s fight against Ebola as cases surpass 10,000

Die Gesundheitsbehörden der Demokratischen Republik Kongo melden mehr als 10.000 Ebola-Fälle. Seit Bekanntwerden des Ausbruchs Mitte Mai starben ihren Angaben zufolge mehr als 4.000 Menschen.

27.10.2026 | 0:20 min

Die Zahl der Ebola-Infektionen und Todesfälle in der Demokratischen Republik Kongo steigt dramatisch. Inzwischen sind nach Angaben der Gesundheitsbehörden des zentralafrikanischen Landes 5.026 Menschen an dem hochansteckenden Fieber gestorben. In acht Provinzen des zweitgrößten Landes in Afrika gibt es Fälle.

Schon jetzt ist es der am schnellsten wachsende Ausbruch von Ebola, den es bisher auf dem Kontinent gab. Was muss man zur Lage wissen?

Wie zuverlässig sind die Angaben zu den Ebola-Fällen?

"Die Fallzahlen geben die Dynamik des Ausbruchs einigermaßen verlässlich wieder. Wir wissen aber, dass es eine erhebliche Dunkelziffer und Lücken in der Überwachung gibt", sagt Torsten Feldt, Bereichsleiter Tropenmedizin des Universitätsklinikums Düsseldorf.

Nach aktuellen Schätzungen könnte die tatsächliche Zahl der Infektionen zwei- bis dreifach über den offiziellen Zahlen liegen.

Torsten Feldt, Tropenmediziner

Eine Reisende wartet darauf, dass ihr von Gesundheitspersonal die Temperatur gemessen wird, nachdem sie am Anlegeplatz M’Poko Bac im Bezirk Bimbo südwestlich von Bangui angekommen ist.

In einem Ebola-Behandlungszentrum im Kongo gibt es erstmals seit einem Ausbruch im Mai diesen Jahres keine Neuinfektionen.

30.10.2026 | 0:33 min

Einen kurzen Moment des Aufatmens gab es in der Stadt Mongbwalu im Kongo:

"Die bestätigten Zahlen sind wahrscheinlich die untere Grenze", schätzt Jürgen May, Vorstandsvorsitzender des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin. "Es kann sein, dass es zur verzögerten Meldung neuer Fälle kommt, zur nachträglichen Klassifizierung verstorbener Verdachtsfälle sowie zu fehlenden Meldungen leichterer Verläufe, da sie nie getestet wurden."

Eine seriöse Zahl für die Dunkelziffer ist schwer zu erheben und nicht bekannt.

Torsten Feldt, Tropenmediziner

Schaltgespräch Wehrmann mit Prof. Feldt

Die Fallzahlen stiegen weiter, der Ausbruch in den betroffenen Regionen sei nicht gestoppt. Ein Problem: die Nachverfolgung der Infizierten, so der Tropenmediziner Torsten Feldt.

10.06.2026 | 3:55 min

Warum ist der Ebola-Ausbruch im Kongo so rasant?

Mehr als die Hälfte der Todesfälle ist außerhalb von Behandlungszentren aufgetreten, wo jeder Todesfall ein hohes Infektionsrisiko für Familien und die Bevölkerung bedeutet. Kritisch ist zudem die Nachverfolgung von Kontakten von Ebola-Patienten. Im Fall des derzeit grassierenden Ebola-Erregers vom Typ Bundibugyo ist unter anderem eine Verwechslung der Symptome mit einer wesentlich häufigeren Malaria-Erkrankung möglich.

Gesundheitspersonal in Schutzkleidung holt die Leiche eines an Ebola verstorbenen Bürgers aus der Leichenhalle des Rwampara-Krankenhauses zur Bestattung ab, am 08.06.2026 in der Provinz Ituri in der Demokratischen Republik Kongo.

Gesundheitspersonal in Schutzkleidung holt die Leiche eines an Ebola verstorbenen Bürgers aus einer Leichenhalle in Ituri, in der Demokratischen Republik Kongo, ab. (Archivbild)

Quelle: Anadolu Stringer/Imago

Hinzu kommt: Die meisten Fälle wurden bisher im Nordosten und Osten des riesigen Landes verzeichnet - Regionen, in denen es seit Jahrzehnten bewaffnete Konflikte gibt und mehr als 100 Milizen aktiv sind. Die Unsicherheit erschwert die Arbeit der Helfer, hindert aber auch Menschen daran, die Gesundheitszentren aufzusuchen, um sich testen zu lassen.

Außerdem gibt es weiterhin viele, die die Existenz von Ebola leugnen, auch wenn Tausende Freiwillige Aufklärungsarbeit leisten.

Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens verabreicht in der Provinz Nord-Kivu im Osten des Kongo eine Dosis des Impfstoffs «Ervebo» gegen das Ebola-Virus.

Nigeria meldet einen Ebola-Fall bei einer aus Uganda eingereisten Frau. Die Behörden verfolgen 44 Kontakte nach, auch Kenia meldet Infektionen.

21.10.2026 | 0:25 min

Gibt es einen Impfstoff?

Bisher gibt es keinen Impfstoff gegen den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo. Einen gewissen Schutz könnte womöglich der Impfstoff Ervebo bieten, der gegen das Zaire-Ebolavirus entwickelt wurde. Die tatsächliche Wirksamkeit wird aktuell untersucht.

Seit Juli laufen außerdem klinische Studien zur Bewertung von Impfstoffen, die speziell für das Bundibugyo-Virus entwickelt werden - doch noch befinden sich diese Studien in einem frühen Stadium. Studien und Produktion der Impfstoffe dauerten aber eher Monate als Wochen, sagt May.

Ein breiter Einsatz sei kaum früher als Mitte 2027 realistisch. Wie lange der Ebola-Ausbruch noch andauert, darüber gibt es keine offiziellen Schätzungen.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete heute Xpress am 27.10.2026 ab 17:50 Uhr.

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