Veranstalter: Stadt war noch nie so voll: 1,5 Millionen feiern Christopher Street Day in Köln

Veranstalter: Stadt war noch nie so voll:1,5 Millionen feiern Christopher Street Day in Köln

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Erkämpfte Rechte verteidigen, wachsende Queerfeindlichkeit anprangern - in Köln läuft der Christopher-Street-Day. Motto: "Für Queer-Rechte - Viele.Gemeinsam.Stark"

Teilnehmer der Parade zum Christopher Street Day ziehen über die Deutzer Brücke.

In Köln findet der Christopher-Street-Day unter dem Motto "Für Queer-Rechte – Viele.Gemeinsam.Stark" statt. Die Veranstalter rechnen mit rund einer Million Besucher.

05.07.2026 | 0:21 min

In Köln haben am Sonntag nach Angaben des Veranstalters rund 1,5 Millionen Menschen den Christopher Street Day (CSD) gefeiert. Allein für den farbenfrohen Umzug mit rund hundert Festwagen durch die Innenstadt waren rund 60.000 Teilnehmende angemeldet, er wurde von hunderttausenden Schaulustigen und Feiernden gesäumt.

Sie alle demonstrierten nach Angaben des veranstaltenden Vereins Cologne Pride "friedlich, aber laut für die Rechte und Anliegen der queeren Community". Nach Einschätzung des Vereins war die Stadt Köln zur CSD-Demonstration "noch nie so voll wie in diesem Jahr".

Europa-Karte mit der Lage queerer Rechte

In keinem Land Europas sind LGBTQ vollkommen gleichgestellt. In welchen Ländern die rechtliche Lage für queere Menschen am besten und schlechtesten ist.

05.07.2026 | 0:34 min

CSD in Köln einer der größten Europas

Die Demonstration stand diesmal unter dem Motto "Für Queerrechte - Viele. Gemeinsam. Stark!". Begleitet wurde der Aufzug von einem mehrtägigen Straßenfest in der Kölner Innenstadt. Nach Angaben der Polizei gab es bis zum Sonntagnachmittag keinerlei Zwischenfälle.

Die Kölner CSD-Demonstration im Zeichen der Forderung gleicher Rechte für homosexuelle, bisexuelle, transsexuelle, intersexuelle und queere Menschen zählt zu den größten ihrer Art in Deutschland und Europa.

Teilnehmer marschieren während der 31. Budapest-Pride-Veranstaltung in der Innenstadt von Budapest, Ungarn. Eine Frau schwingt eine ungarische und eine Pride-Flagge.

In Budapest haben Zehntausende Menschen an der Pride Parade teilgenommen - der ersten seit der Abwahl von Regierungschef Viktor Orban.

27.06.2026 | 1:12 min

Reul besorgt

Viele Beteiligte berichteten von einem zunehmend rauen Wind, der der LGBTQ-Community im Alltag ins Gesicht wehe. Das betonte auch NRW-Innenminister Herbert Reul, der zum ersten Mal in Köln dabei war. "Ich bin dabei, weil ich mir zunehmend Sorgen mache", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Wir haben zunehmend Menschen, die den Anspruch erheben, zu bestimmen, wie man leben muss. Und das ist ein Irrtum.

Herbert Reul, Innenminister Nordrhein-Westfalen

Er wolle zeigen: "Der Teil des Staates, für den ich stehe, die Polizei, der schützt alle." Dies sei unabhängig von der Lebensform, die man gewählt habe, so Reul. Es sei eindrucksvoll, welche Kreativität die Menschen beim CSD entfalteten und mit welcher Fröhlichkeit sie dies täten. "Und eine Million Menschen, die an den Straßenrändern stehen und damit ein Statement abgeben - auch nicht schlecht."

Entwicklung queerer Rechte in Europa

ZDFheute Infografik

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CSD als Gegenpol zum AfD-Parteitag in Erfurt

Die ehemalige Kultur-Staatsministerin Claudia Roth von den Grünen forderte, es müsse verteidigt werden, was mühsam aufgebaut worden sei. "Wir sind heute auch hier in Köln als die größte Demonstration für die Demokratie in unserem Land, und dieses Signal schicken wir nach Erfurt zu den Demokratiefeinden", sagte sie mit Blick auf den dort stattfindenden Parteitag der AfD.

Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte, so wichtig wie derzeit sei der CSD noch nie gewesen, weil die Rechte queerer Menschen zunehmend unter Druck stünden.

Mit dem CSD wird vielerorts an Ereignisse im Jahr 1969 in New York erinnert: Polizisten stürmten damals die Bar "Stonewall Inn" in der Christopher Street und beendeten einen mehrtägigen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen.

 Das Foto zeigt ein Schild mit der Aufschrift «Cour de Justice de l'Union Européene».

Einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs zufolge ist das ungarische LGBTQ-Gesetz diskriminierend und verstößt gegen EU-Recht. Das Gesetz stigmatisiere LGBTQ-Personen, so der EuGH.

21.04.2026 | 0:21 min

Quelle: AFP, dpa
Über das Thema berichtete heute Xpress im Beitrag "Veranstalter des CSD erwarten viele Besucher" am 05.07.2026 um 15:30 Uhr.

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