Ökumenischer Unterricht:Niedersachsen führt Schulfach "Christliche Religion" ein
Zusammenhalt stärken, christliche Werte vermitteln: In Niedersachsen werden in einem neuen Schulfach künftig evangelischer und katholischer Religionsunterricht zusammengeführt.
Christliche Religion soll in Niedersachsen die bisherigen Fächer Evangelische Religion und Katholische Religion ersetzen.
22.05.2026 | 0:35 minNiedersachsen führt an seinen Schulen das neue Fach Christliche Religion ein. Ab dem Schuljahr 2026/2027 sollen evangelischer und katholischer Religionsunterricht schrittweise zusammengeführt werden, wie das Kultusministerium in Hannover mitteilte.
Erstmals verantworten demnach die evangelische und katholische Kirche den Religionsunterricht gemeinsam in einem einheitlichen Schulfach. Das Modell sei bundesweit einmalig.
Mit einem feierlichen Gottesdienst ging am vergangenen Sonntag der 104. Deutsche Katholikentag in Würzburg zu Ende.
17.05.2026 | 0:18 minKultusministerin: "Wegweisendes Zeichen für Dialog"
Mit der Reform will das Land auf eine zunehmend vielfältige Schülerschaft reagieren. Das neue Fach soll sich stärker an der Lebenswirklichkeit junger Menschen orientieren. Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) sprach von einem "wegweisenden Zeichen für Dialog, Kooperation und moderne religiöse Bildung".
Der Religionsunterricht soll künftig stärker auf Sinnsuche, gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Umgang mit religiöser Vielfalt ausgerichtet werden, geht aus den Lehrplänen hervor.
Christlich geprägt, offen für alle
Auch künftig können neben evangelischen und katholischen Schülerinnen und Schülern Kinder anderer Religionen oder ohne Konfession am Unterricht teilnehmen.
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11.04.2023 | 28:56 minNach Angaben des Ministeriums besuchten im Schuljahr 2024/2025 rund 65 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen evangelischen, katholischen oder konfessionell-kooperativen Religionsunterricht. Rund 52 Prozent gehörten der evangelischen oder der katholischen Kirche an.
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08.06.2023 | 13:33 minChristliche Religion soll nach und nach die bisherigen Fächer Evangelische Religion und Katholische Religion ersetzen. Es bleibe zugleich bekenntnisgebundener Religionsunterricht im Sinne des Grundgesetzes, hieß es vom Ministerium. Grundlage seien weiterhin biblische Quellen, christliche Traditionen sowie Fragen nach Verantwortung, Nächstenliebe und Menschenwürde.
Die Bevollmächtigte der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Kerstin Gäfgen-Track, lobte den neuen Schritt. Religion müsse Kindern und Jugendlichen helfen, Hoffnung, Gemeinsinn und Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln. Gerade angesichts von Krisen, Kriegen und wachsendem Fundamentalismus brauche es religiöse Bildung und Dialogfähigkeit.
Die beiden großen Kirchen verlieren weiter Mitglieder. 2025 hatten sie 1,2 Millionen weniger Mitglieder als im Vorjahr. Insgesamt sind es in Deutschland 36,6 Millionen.
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