"Kein Streich":Wiesbadener Unternehmen verärgert über 15-jährigen Busdieb
Ein 15-Jähriger fährt mit gestohlenem Bus über 130 Kilometer, um seine Freundin zur Schule zu bringen. Das betroffene Unternehmen spricht von einer "ernsten Angelegenheit".
Ein Schulweg der besonderen Art: Mit einem Bus aus Wiesbaden fuhr ein 15-Jähriger nach Karlsruhe, um dort seine Freundin zur Schule zu bringen.
Quelle: ImagoEin 15-Jähriger klaut in Wiesbaden einen Linienbus, um im 130 Kilometer entfernten Karlsruhe seine Freundin zur Schule zu bringen. Was in den sozialen Medien als Zeugnis frühreifer Fahrkünste oder besonderer Liebesbeweis interpretiert wird, sieht das bestohlene Busunternehmen völlig anders.
"Wir finden das eine sehr ernste Angelegenheit", sagt Jörg Martini, der Geschäftsführer der Nassauischen Verkehrs-Gesellschaft (NVG), der Deutschen Presse-Agentur.
Zum Glück ist niemandem etwas passiert.
Jörg Martini, Geschäftsführer der Nassauischen Verkehrs-Gesellschaft (NVG)
Ein 15-Jähriger hat in Mainz-Kastel einen Linienbus geklaut und ist damit 130 Kilometer nach Karlsruhe gefahren, um seine Freundin zur Schule zu bringen.
14.03.2026 | 0:36 minWie kam der Junge an den Generalschlüssel?
Wie der Jugendliche an den Generalschlüssel kam, "da sind wir gespannt auf die Ermittlungsergebnisse", sagt Martini. Auch, wie er auf das Gelände der NVG gelangte, ist noch unklar.
"Wir können jedenfalls nicht nachvollziehen, wie das passiert ist", so Martini. Weil der Junge in Mainz wohnt, hat die dortige Polizei die Ermittlungen übernommen. Man könne frühestens Ende der Woche mehr Details nennen, sagte eine Sprecherin.
Bus blieb unbeschädigt
Vom Betriebsgelände der NVG im Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kastel war der Bus am vergangenen Freitag verschwunden.
"Wir haben den Bus dann geortet und gesehen, dass er in Karlsruhe ist", berichtet der Geschäftsführer. "Dann haben wir sofort die Polizei verständigt." Zwei Mitarbeiter machten sich auf den Weg nach Karlsruhe, um den Bus zurückzubringen. Den Jugendlichen trafen sie dabei nicht mehr an. Der Bus war unbeschädigt.
Als der Fall publik wurde, erreichten die NVG wohlwollende Zuschriften, wie Martini berichtet: Das Unternehmen solle dem Fahrtalent doch eine Chance geben. Martini kann darüber nur den Kopf schütteln. Der Jugendliche habe einen Diebstahl begangen und sei ohne Führerschein gefahren.
Verkehrsgesellschaft: Das ist eine Straftat
Das sieht auch die Wiesbadener Verkehrsgesellschaft ESWE so, in deren Auftrag Busse der NVG in Wiesbaden unterwegs sind: "Die illegale Entwendung eines Fahrzeugs aus einem Firmen-Fuhrpark ist kein Streich, sondern eine Straftat", sagt ESWE-Sprecher Jürgen Hüpohl.
Ich mag mir lieber nicht vorstellen, was dabei alles hätte passieren können.
ESWE-Sprecher Jürgen Hüpohl
"Egal, welche Absicht damit verfolgt wird, ich kann bei einer solch gefährlichen Aktion keinen Spaßfaktor erkennen", so Hüpohl.
Weitere Themen
- Liveblog
Aktuelle Entwicklungen der Eskalation:Iran-Krieg: Alle Nachrichten im Liveblog
Klage von Caritas-Mitarbeiterin:Warum ein Kirchenaustritt kein Kündigungsgrund ist
von Fabio Leiendeckermit Video0:13Berlins Regierender Bürgermeister:Aussagen zum Blackout: Wegner weist neue Vorwürfe zurück
mit Video0:41Prozess in Stuttgart gestartet:Brandsätze per Post? Mutmaßliche Agenten Moskaus vor Gericht
von Charlotte Greiplmit Video1:44