Leipzig: Auto fährt in Menschenmenge - zwei Tote

Kretschmer spricht von "Amokfahrt":Leipzig: Auto fährt in Menschenmenge - zwei Tote

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Ein Mann ist in Leipzig mit einem Auto in eine Menschenmenge gefahren. Dabei starben zwei Menschen. Ministerpräsident Kretschmer spricht von einer "mutmaßlichen Amokfahrt".

Auto in Leipzig in Menschengruppe gefahren

In Leipzig hat ein mutmaßlicher Amokfahrer ein Auto in eine Fußgängerzone gesteuert. Zwei Menschen starben, mehrere wurden verletzt. Der Fahrer ist festgenommen, die Hintergründe noch unklar.

04.05.2026 | 2:09 min

In der Leipziger Innenstadt ist am Nachmittag ein Auto in eine Menschenmenge gefahren. Laut Polizeipräsident René Demmler habe es "zwei schwere Kollisionen" gegeben. Dabei seien zwei Menschen gestorben. Bei den Toten handelt es sich nach Polizeiangaben vom Abend um eine 63-jährige Frau und einen 77-jährigen Mann.

X-Post der Polizei Sachsen

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Nach Angaben der Stadt gab es auch drei Schwerverletzte und eine Vielzahl von Verletzten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den mutmaßlichen Täter unter anderem wegen zweifachen Mordes und mehrfachen versuchten Mordes.

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ZDF-Reporter Thomas Bärsch über die Stunden nach der Amokfahrt in Leipzig, und warum die Grimmaische Straße als ausgewiesene Fußgängerzone nicht besser geschützt war.

04.05.2026 | 1:31 min

Polizei nahm Fahrer vor Ort fest

Der Fahrer sei von Einsatzkräften noch an seinem Fahrzeug gestellt und festgenommen worden, teilte die Polizei am Abend mit. Er habe sich widerstandslos festnehmen lassen und befinde sich aktuell in polizeilichem Gewahrsam. Polizeipräsident Demmler sagte:

Der Täter wurde durch uns im Fahrzeug dingfest gemacht.

René Demmler, Polizeipräsident

Am Abend erklärte Landesinnenminister Armin Schuster (CDU) vor Pressevertretern, bei dem mutmaßlichen Täter handele es sich um einen 33-jährigen Deutschen. Das Motiv blieb zunächst allerdings unklar.

Thomas Bärsch in der Leipziger Fußgängerzone. Im Hintergrund stehen Polizeiwägen.

Der tödliche Vorfall ereignete sich nahe dem Augustusplatz. ZDF-Reporter Thomas Bärsch betont: In die Leipziger Fußgängerzone fährt man nicht aus Versehen.

04.05.2026 | 4:37 min

Fahrer soll polizeibekannt gewesen sein

"Wir gehen von einer Amokfahrt aus", sagte die leitende Oberstaatsanwältin Claudia Laube bei einer Pressekonferenz. Es gebe derzeit "keinerlei Anhaltspunkte für eine andere Lesart, es gibt keinerlei Anhaltspunkte für einen weiteren Tatbeteiligten". Später teilten die Ermittler mit, es werde "nicht von einem politischen oder religiösen Motiv des Täters ausgegangen". "Es ist ein Amoktäter", sagte auch Innenminister Schuster. Es herrsche "Entsetzen und Trauer zugleich".

Laut der Nachrichtenagentur dpa soll der mutmaßliche Amokfahrer von Leipzig bereits vor der Tat polizeibekannt gewesen sein. Allerdings war der 33-jährige Deutsche nicht einschlägig bekannt, das heißt, nicht wegen ähnlicher Taten wie jener vom Montag.

Sachsen, Leipzig: Armin Schuster (r, CDU), Innenminister von Sachsen trifft zu einer Pressekonferenz ein.

Armin Schuster (r.), Innenminister von Sachsen, trifft zu einer Pressekonferenz ein.

Quelle: dpa

Tat in Leipziger Einkaufsstraße in der Innenstadt

Nach Polizeiangaben geschah der Vorfall in der Grimmaischen Straße, einer Fußgängerzone. Der mutmaßliche Amokfahrer sei nach ersten Erkenntnissen von der Verkehrsstraße, die über den Augustusplatz führt, in die Fußgängerzone hineingefahren (Grimmaische Straße). Von dort fuhr er einen halben Kilometer durch die Innenstadt über den Markt fast bis zur Thomaskirche.

Karte, Leipzig, Innenstadt

Die Grimmaische Straße ist eine zentrale Einkaufsstraße in Leipzig.

Quelle: ZDF

Die Rettungskräfte riefen zunächst einen sogenannten "Massenanfall von Verletzten" aus. Auf X war ein Video zahlreicher Einsatzkräfte - Feuerwehr, Rettungswagen und Polizei - am Einsatzort zu sehen.

Die Beamten warnten vor der Verbreitung von "ungeprüften Meldungen und Fotos". Sie riefen dazu auf, nur verifizierte Nachrichtenquellen und Behördenaccounts zu nutzen. Die Polizei schaltete zudem ein Hinweisportal und ein Hinweistelefon frei. Dort können Zeuginnen und Zeugen unter anderem Fotos und Videos hochladen oder Hinweise zum Hergang geben.

Kretschmer: "So eine Tat macht sprachlos"

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) geht von einer "mutmaßlichen Amokfahrt" aus. "Das erschüttert mich zutiefst", teilte er mit. "Ich bin in Gedanken bei den Opfern und ihren Familien. Den Verletzten wünsche ich Kraft und schnelle Genesung. So eine Tat macht uns sprachlos - und sie macht uns entschlossen", sagte Kretschmer.

Wir werden alles daransetzen, sie schnell und vollständig aufzuklären. Der Rechtsstaat wird mit aller Konsequenz handeln.

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen

Jetzt werde es darum gehen, füreinander da zu sein. "Sachsen hält zusammen." Auch Leipzigs Oberbürgermeister Jung sprach von einer Amoktat und dankte den Rettungskräften.

Quelle: dpa, AFP, epd
Über dieses Thema berichteten die heute-Nachrichten am 04.05.2026 ab 19:00 Uhr sowie das heute journal ab 21:45 Uhr.
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