Schweriner Umweltministerium:"Er atmet noch": Buckwal "Timmy" hat weitere Nacht überlebt
Seit Tagen liegt Buckelwal "Timmy" vor der Insel Poel. Ihn noch lebend zu bergen, wird ausgeschlossen. Die Lage des Tieres sei unverändert, so das Schweriner Umweltministerium.
Fachleuten zufolge liegt der Buckelwal an der Ostseeküste im Sterben.
07.04.2026 | 1:32 minDer an der Ostseeküste gestrandete Buckelwal hat die Nacht überlebt. Die Lage des Tieres sei unverändert, sagte der Sprecher des Schweriner Umweltministeriums, Claus Tantzen.
Er atmet noch.
Claus Tantzen, Sprecher des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern
Außerdem soll der Wal in der Nacht leichte Aktivitäten gezeigt haben, bestätigte er. Am Vormittag werde besprochen, was weiter unternommen werde.
Ich gehe davon aus, dass wir das Tier weiter in Ruhe lassen, wie wir es die letzten Tage gemacht haben.
Claus Tantzen, Sprecher des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern
Der Wal Timmy steckt tief im Schlick fest und bewegt sich kaum noch. Experten raten von einer Rettung ab - sie würde dem Tier zusätzliches Leid zufügen, berichtete ZDF-Reporterin Susanne Seidl.
07.04.2026 | 1:10 minMeeressäuger liegt im Sterben: Wal reagiert nicht mehr auf Boote
Fachleuten zufolge liegt das Tier im Sterben. Der Wal reagiere nicht mehr auf Boote, was laut Bianca König von der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) Deutschland ein Zeichen für den Sterbeprozess sei.
Am Dienstag hatte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) auf Grundlage eines wissenschaftlichen Gutachtens entschieden, den Wal in Ruhe sterben zu lassen. Diese Entscheidung wird auch von dem International Whaling Commission Strandings Expert Panel (IWC SEP) unterstützt. Es betont auch, dass das Tier durch weitere Rettungsversuche nur mehr leiden würde.
Es gebe keine Aktivität, die Anlass zur Hoffnung gäbe. "Der Ansatz der maximalen Ruhe und der Respekt vor der Natur gebieten es, ihn gehen zu lassen", sagte Meeresmuseumsdirektor Burkard Baschek bereits vergangene Woche.
01.04.2026 | 35:45 minUmweltminister Backhaus: Buckelwal "schwerstkrank"
Der Patient sei "schwerstkrank", so Backhaus. "Wir wissen nur nicht, wie lange er noch braucht für diesen Prozess. Das wissen wir alle nicht. In der Wissenschaft sagt man: Wenn er an Land liegt um die fünf Tage, wenn er im Wasser ist, kann es auch länger dauern." Mit Blick auf seine Entscheidung, den Wal in Ruhe zu lassen, sagte er:
Das ist eine der schwersten Entscheidungen, die ich in meinen 28 Jahren als Minister treffen musste.
Till Backhaus, Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern
Aber Verantwortung bedeute, auch solche Entscheidungen zu treffen, "unabhängig davon, ob sie einem persönlich schwerfallen."
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