Alternativer Nobelpreis 2026: Das sind die Preisträgerinnen

Frauen brechen Machtstrukturen auf:Alternativer Nobelpreis 2026: Das sind die Preisträgerinnen

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Sie brechen Machtstrukturen auf und kämpfen für Menschenrechte und faire KI-Entwicklung: Die Alternativen Nobelpreise gehen dieses Jahr an ganz besondere Frauen.

: Die undatierte, von der Right Livelihood Foundation veröffentlichte, Aufnahme zeigtdDie US-Informatikerin Timnit Gebru, , Preisträgerin des Stockholmer Right Livelihood Award.

Sie engagieren sich für eine faire KI-Entwicklung KI, gegen ethnische Hetze in Pakistan und für die Interessen von Kleinbäuerinnen im südlichen Afrika: Die Alternativen Nobelpreisträgerinnen.

30.09.2026 | 1:05 min

Sie engagieren sich für eine faire Entwicklung von KI, gegen ethnische Hetze in Pakistan und für die Interessen von Kleinbäuerinnen im südlichen Afrika: Die diesjährigen Alternativen Nobelpreisträger - zwei Frauen und zwei von Frauen geführte Organisationen - wollen Machtstrukturen aufbrechen und gemeinsam Menschenrechte stärken.

Der Right Livelihood Award wird im Deutschen häufig als Alternativer Nobelpreis bezeichnet. Der "Preis für die richtige Lebensweise", so in etwa die Übersetzung aus dem Englischen, ist eine Auszeichnung "für die Gestaltung einer besseren Welt". Aus Gründen der Sicherheit der Preisträger gibt die zuständige Stiftung den eigenen Angaben zufolge die Höhe des Preisgeldes allerdings nicht öffentlich bekannt.

Der Alternative Nobelpreis wird von der Right Livelihood Award Foundation seit 1980 jährlich an Personen oder Organisationen vergeben. Ziel ist, Menschen zu würdigen und zu unterstützen, die beispielhaft auf die dringlichsten Herausforderungen der Menschheit antworten.

Quelle: KNA


Das sind die Preisträgerinnen 2026:

Jalila Haider, Pakistan

Jalila Haider

Jalila Haider

Quelle: AP | Embolden Creative

Die 1984 geborene Jalila Haider war nach Angaben der Right Livelihood Stiftung die erste Frau im Anwaltsberuf überhaupt aus ihrer Hazara-Gemeinschaft, einer schiitisch-muslimischen Minderheit in Pakistan. Sie setzt sich für den Schutz besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen in ihrer Heimat "gegen staatliche Unterdrückung, patriarchalische Normen und ethnische Gewalt" ein.

Bis heute hat ihre 2011 gegründete Kanzlei mehr als 7.000 Fälle angenommen - laut Right-Livelihood-Stiftung häufig solche, "die andere als zu gefährlich oder unrentabel ansahen". Ihre Kanzlei habe unter anderem dazu beigetragen, die Bewegungsfreiheit von mehr als 600 politischen Aktivisten und Menschenrechtskämpfern wiederherzustellen.

Um gegen die gezielten Tötungen von Hazara zu protestieren, trat sie 2018 in einen siebentägigen Hungerstreik. Die Aktion "zwang den Chef der Streitkräfte dazu, direkt mit den Hazara-Frauen zu verhandeln", was laut Right-Livelihood-Stiftung zu einem anhaltenden Rückgang der Angriffe auf die Gemeinschaft führte.

Ein Mädchen arbeitet hockend in einer Ziegelei in Pakistan.

Ein Zwölfjähriger schuftet seit vier Jahren in einer Ziegelei bei Lahore. Seine Familie steckt in einer Schuldenfalle, aus der es über Generationen kein Entrinnen gibt – die Regierung sieht weg.

26.08.2026 | 6:26 min

Haider organisierte den Angaben zufolge als Gründungsmitglied der Women's Democratic Front den ersten Frauenmarsch in der Region Baluchistan mit, und ihre Organisation "We the Humans" unterstützt Hunderte Witwen von Opfern terroristischer Anschläge dabei, wirtschaftlich unabhängig zu werden. Von ihrer Arbeit lässt sie sich laut Right-Livelihood-Stiftung auch durch Inhaftierungen, Cyber-Belästigung und Morddrohungen nicht stoppen.

Rural Women's Assembly, südliches Afrika

Mercia Andrews

Mercia Andrews, regionale Koordinatorin der Bewegung Rural Women's Assembly von Kleinbäuerinnen im südlichen Afrika

Quelle: dpa

Mehr als 178.000 Kleinbäuerinnen gehören dem Rural Women's Assembly in elf Ländern des südlichen Afrikas an - einer selbstorganisierten Bewegung, die sich gegründet hat, "um Land, Saatgut und körperliche Selbstbestimmung gegen die Interessen der Agrarkonzerne und patriarchalische Enteignung zu verteidigen". Die Frauen unterstützen sich über Ländergrenzen hinweg gegenseitig und setzen sich mit einer Stimme zum Beispiel gegen häusliche Gewalt und für eine gleichberechtigte Vergabe von Land an Frauen ein.

Das Netzwerk praktiziert "feministische Agrarökologie". Statt großer Agrarkonzerne wollen die Frauen selbst die Kontrolle über die Ernährungssysteme der Region behalten. Dafür haben sie nach Angaben der Right-Livelihood-Stiftung etwa Hunderte indigener Saatgutsorten dokumentiert und Standorte zum Tausch und Verkauf von Saatgut eingerichtet. "Ziel ist ein Ernährungssystem, das auf allen Ebenen auf Gleichberechtigung und Gerechtigkeit beruht."

Johann Wadephul  CDU | Bundesaußenminister

"Afrika ist und kann ein Chancenkontinent sein", sagt Außenminister Johann Wadephul zum Abschluss seiner viertägigen Afrikareise. Vor allem beim Gewinn von Arbeitskräften sieht er Potenzial.

23.07.2026 | 5:54 min

Einmal im Jahr organisiert das Netzwerk einen einwöchigen Kurs, der dabei helfen soll, ein feministisches Bewusstsein und eine gemeinsame Identität über Ländergrenzen zu entwickeln. An einer agrarökologischen Schule können die Mitglieder Strategien kennenlernen, mit denen sie etwa Produktionskosten senken können, indem sie synthetische durch natürliche Dünger ersetzen.

Georgian Young Lawyers' Association, Georgien

Tamar Oniani

Tamar Oniani, Vorsitzende der georgischen Organisation Georgian Young Lawyers' Association

Quelle: dpa

Die Georgian Young Lawyers' Association (GYLA) ist nach Angaben der Right-Livelihood-Stiftung eine der wichtigsten Stimmen für Demokratie und Menschenrechte in Georgien. Ehrenamtliche Juristinnen und Juristen, die an der Ausarbeitung der ersten Verfassung des Landes nach der Unabhängigkeit mitwirkten, gründeten die Organisation 1994.

Seitdem haben die Mitglieder den Angaben zufolge 1,5 Millionen kostenlose Rechtsberatungen geleistet und sich erfolgreich für die Durchsetzung von Menschenrechten eingesetzt - zum Beispiel für die Rechte von Menschen mit Behinderungen und das Recht auf Bildung für Kinder.

Verleihung des Sacharow-Preis im EU-Parlament, Straßburg.

Das EU-Parlament verleiht den Sacharow-Preis für Menschenrechte und Meinungsfreiheit an zwei Journalisten in Haft: Andrzej Poczobut aus Belarus und Mzia Amaghlobeli aus Georgien.

16.12.2025 | 1:45 min

In ihrer Heimat steht die Organisation heute unter großem Druck. Das Land hatte nach den Wahlen 2024 ein "Gesetz zur Transparenz ausländischer Einflussnahme" nach russischem Vorbild verabschiedet. Gleichzeitig geht die Regierung mit zunehmender Härte gegen Proteste der Zivilgesellschaft vor. Die GYLA musste wegen des neuen Gesetzes bis 2026 alle ihrer neun regionalen Büros schließen.

"Mitarbeiter der GYLA wurden bedroht und als Verräter bezeichnet, weil sie Menschenrechtsverletzungen öffentlich angeprangert haben", so die Right-Livelihood-Stiftung. Es erfordere Mut, im Land zu bleiben und die Arbeit trotz der großen Risiken fortzusetzen.

Timnit Gebru, USA

Timnit Gebru

Timnit Gebru

Quelle: AP | Morgan Schmidt-Feng

Gebru, 1983 in Äthiopien geboren und eritreischer Herkunft, forscht in den USA zu den Risiken der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz. "Ihre Arbeit stellt die Machtkonzentration im Technologiesektor infrage und macht auf die Schäden aufmerksam, die KI-Systeme bereits im Alltag von Menschen verursachen", so die Right-Livelihood-Stiftung. Das gelte besonders für Menschen, die von Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen seien.

Gebru ist Mitbegründerin von "Black in AI", einer Gemeinschaft, die sich seit 2017 dafür einsetzt, die Präsenz und Teilhabe von schwarzen Menschen in der KI-Forschung und -Entwicklung zu stärken.

Open AI-Schriftzug auf Bildschirm eines Laptops

KI-Systeme, die außer Kontrolle geraten: Immer wieder sorgen neue sicherheitsrelevante Vorfälle für Schlagzeilen. Wie gefährlich ist die Lage – und was kann auch Europa tun, um sich zu schützen?

29.09.2026 | 8:26 min

Während sie das Team für KI-Ethik bei Google gemeinsam mit einem Kollegen leitete, machte Gebru in einer wissenschaftlichen Arbeit auf die Risiken großer Sprachmodelle aufmerksam. Nach Angaben der Right-Livelihood-Stiftung sei sie danach entlassen worden. "Ihre Forschung warnte vor verzerrten Datensätzen, ökologischen Kosten und anderen Risiken, die mit immer größeren Sprachmodellen verbunden sind", schreibt die Stiftung.

Gebru mahne aber nicht nur, sondern liefere etwa mit ihrem Forschungsinstitut DAIR (Distributed Artificial Intelligence Research Institute) konstruktive Alternativen. An dem dezentral organisierten Institut arbeiten Forscher und andere Experten aus verschiedenen Ländern unter anderem daran, sichtbar zu machen, dass sich die technologische Zukunft gemeinsam gestalten lässt und die Macht darüber nicht bei wenigen großen Tech-Konzernen verbleiben muss.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 30.09.2026 um 12:28 Uhr.

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