Update am Morgen: Eine Hiobsbotschaft jagt die nächste

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Update am Morgen:Eine Hiobsbotschaft jagt die nächste

von Florian Neuhann

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Florian Neuhann


Guten Morgen,

ich bin gerade wieder viel als Krisenberichterstatter unterwegs. Also nein, nicht was Sie jetzt vielleicht denken: Ich reise nicht in die Ukraine, an die Waldbrandfront in Frankreich oder Richtung Naher Osten, um dort über den Krieg zu berichten. Vielmehr muss ich gerade mal wieder beinahe täglich über einen anderen Kampf berichten, der zum Glück keine Menschenleben bedroht: den Überlebenskampf der deutschen Autoindustrie.

Vor ein paar Tagen ging es um die drohenden Werkschließungen bei Volkswagen. Gestern um den Abbau von weiteren 5.000 Stellen bei Porsche. Und heute? Vermutlich um die Halbjahresbilanz von Mercedes, die der Konzern um 7 Uhr veröffentlicht.

Spoiler: Analysten erwarten vorab ein leicht steigendes Konzernergebnis, was Mercedes in der üblichen Unternehmens-PR als Erfolg verkaufen dürfte. Aber lassen Sie sich davon nicht blenden: Mercedes leidet an denselben Problemen wie die anderen beiden großen deutschen Autokonzerne, BMW und vor allem VW. Die Verkaufszahlen in China brechen zwar in unterschiedlicher Geschwindigkeit, aber doch bei allen zugleich ein. Schon Anfang des Monats hatte Mercedes Zahlen vorgelegt, wonach der Pkw-Absatz in der Volksrepublik im Vergleich zum Vorjahresquartal um 30 Prozent zurückging. Um 30 Prozent - innerhalb eines Quartals!

Was da gerade passiert, ist geradezu dramatisch. Lange hatten sich die deutschen Autobauer auf den regelmäßigen Scheck aus China freuen können. Jetzt gehen die Verkaufszahlen in einer Geschwindigkeit in den Keller, die ihresgleichen sucht. Porsche zum Beispiel hat 2025 im Vergleich zum Rekordjahr 2021 einen Verlust von 56 Prozent bei den Verkaufszahlen in China hinnehmen müssen.

Schaltgespräch Börse mit Florian Neuhahn

heute journal, 27.07.2026, ab 21:45 Uhr

27.07.2026 | 1:53 min

Ob das Geschäft je wiederkommt? Fraglich. Und selbst wenn: Dann landet der Scheck künftig öfter eher in China als in Deutschland. VW etwa setzt ja neuerdings auf die Strategie, "in China für China" zu entwickeln und zu produzieren. Sprich: Die Arbeitsplätze entstehen dort, nicht mehr hier bei uns.

Aber ich will Sie nicht in den Tag starten lassen, ohne wenigstens einen kleinen Hoffnungsschimmer - hier kommt er: Die Produktion von Elektroautos in Deutschland ist auf Rekordniveau. Und sie wächst weiter rasant, deutlich über den Erwartungen - genauso wie übrigens auch die Zahl der Zulassungen von Elektroautos in Deutschland.

Okay, das wird den deutlichen Rückgang im China-Geschäft nicht komplett kompensieren können. Aber es ist wenigstens eine gute Nachricht unter all den Hiobsbotschaften dieser Tage aus der deutschen Schlüsselindustrie.

Kommen Sie gut gelaunt durch diesen Tag!

Florian Neuhann, Leiter des ZDF-Teams Wirtschaft und Finanzen

Was im Nahen Osten passiert ist

UN-Menschenrechtskommissar fordert Abzug Israels aus Libanon: Die Lage zwischen Israel und Libanon ist weiter angespannt. Die UN sehen mögliche Kriegsverbrechen - und fordern das israelische Militär zum Rückzug aus dem Nachbarland auf.

Trump: USA und Iran in "sehr tiefgreifenden Verhandlungen": Der US-Präsident hat nach eigenen Angaben die jüngsten Angriffe im Iran vorerst gestoppt, um laufenden Verhandlungen eine weitere Chance zu geben. "Wir sind in sehr tiefgehenden Verhandlungen mit dem Iran", sagte Trump der Website "Axios". Zugleich drohte er mit neuen Attacken für den Fall, dass die Gespräche ergebnislos bleiben. Er räume den Verhandlungen "nicht viel Zeit" ein, zum Erfolg zu kommen. Bei den Gesprächen geht es um eine Öffnung der Straße von Hormus sowie um eine Wiederaufnahme der Verhandlungen zum iranischen Atomprogramm.

Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zum Angriff auf Iran. Alle Berichte rund um Iran finden Sie auf unserer Themenseite.

Was im Ukraine-Krieg passiert ist

Neuer Premier Burnham sagt Selenskyj Unterstützung zu: Der britische Premierminister Andy Burnham hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei dessen Besuch in Großbritannien Unterstützung und neue Drohnentechnologie zugesagt. Burnham empfing Selenskyj am Montag an einem Marinestützpunkt im südenglischen Portsmouth, wo sie einen Flugzeugträger besuchten. Der ukrainische Präsident reist im Anschluss zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Washington weiter.

Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.

Was heute noch wichtig ist

Ausblick heute journal update

Mercedes-Benz veröffentlicht Halbjahreszahlen // Erster Todestag von Biathletin Laura Dahlmeier // Welt-Hepatitis-Tag für mehr Aufklärung über die Virusinfektion

27.07.2026 | 0:55 min

Friedrich Merz in Dublin: Der Bundeskanzler trifft Irlands Premierminister Micheál Martin. Anlass des Besuchs ist der am 1. Juli 2026 übernommene, halbjährige Vorsitz Irlands im Rat der Europäischen Union. Neben dem nächsten mehrjährigen Finanzrahmen soll es um Themen wie die Wettbewerbsfähigkeit der Union, die europäische Erweiterungsagenda sowie um bilaterale Beziehungen gehen.

Trump empfängt Selenskyj und Netanjahu: Anlässlich der Trauerfeier für den verstorbenen US-Senator Lindsey Graham werden in Washington hochrangige Gäste erwartet. Geplant ist, dass US-Präsident Donald Trump die Gelegenheit zu jeweils bilateralen Gesprächen mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nutzt. 

Fed gibt Zinsentscheidung bekannt: Trotz anhaltender Inflationssorgen dürfte die US-Notenbank beim nächsten Zinsentscheid in Warteposition bleiben. Viele Experten gehen davon aus, dass die Federal Reserve (Fed) am Mittwoch stillhält und den geldpolitischen Schlüsselsatz in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belässt. Ihr Augenmerk dürften die Investoren auf die Äußerungen des seit Mai amtierenden Fed-Chefs Kevin Warsh legen, der den geldpolitischen Kurs vor der Presse erläutert. Er will die hohe Teuerung nach eigenen Worten in den Griff bekommen.

Zahl des Tages

Rund drei Prozent der Weltbevölkerung lebten 2024 laut WHO mit chronischer Hepatitis B oder C. Das sind weltweit rund 287 Millionen Menschen. Der heutige Welt-Hepatitis-Tag soll über das Thema Virushepatitis aufklären und zum rechtzeitigen Wahrnehmen von Schutzmaßnahmen, Diagnosen und Therapien beitragen, schreibt die Deutsche Leberhilfe e.V.

Denn demnach fordern Hepatitisinfektionen jährlich weltweit 1,3 Millionen Todesopfer. Übrigens: Von fünf primären Hepatitis-Erregern kann man sich gegen zwei aktiv impfen lassen.

Gesagt

Der Wert Freiheit steht bei mir ganz weit oben und ist mir super wichtig. Der ist mir heilig.

Laura Dahlmeier in der ZDF-Dokumentation "Laura Dahlmeier und die Liebe zu den Bergen"

Heute vor einem Jahr verunglückte Biathletin Laura Dahlmeier im Karakorum-Gebirge in Pakistan tödlich. Dahlmeier galt als Ausnahme-Sportlerin, gewann während ihrer Karriere unter anderem sieben Gold-, drei Silber- und fünf Bronzemedaillen bei Biathlon-Weltmeisterschaften. Sie wurde 31 Jahre alt.

Archivfoto der verunglückten Bergsteigerin, Laura Dahlmeier.

Quelle: ddp

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Die Nachrichten im Video

heute Xpress

Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden

27.07.2026 | 1:59 min

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So wird das Wetter heute

Am Dienstag gibt es im Norden einen Mix aus zahlreichen Wolken und etwas Sonne. Sonst gibt es viel Sonne und nur wenige Wolken. Die Temperatur steigt auf Werte von 22 bis 32 Grad.

Den aktuellen Wetterbericht der ZDF-Meteorologen finden Sie jederzeit auf unserer Übersichtsseite.

ZDFheute Wetter am Dienstag, 28.07.2026

Quelle: ZDF

Zusammengestellt von Anna Grösch

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