Trinkwasser knapp: Wie künstliche Gletscher in Chile helfen sollen

Trinkwasser-Knappheit nimmt zu:Künstliche Gletscher als Idee gegen den Wasser-Bankrott

Elisa Miebach

von Elisa Miebach

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Weltweit spitzt sich die Trinkwasser-Knappheit zu - auch durch den Klimawandel. Mit künstlichen Mini-Gletschern wollen Forscher Trinkwasserspeicher in den Bergen schaffen.

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Glühende Wüste, eisige Höhen, wilde Strömungen. In jeder Region verbergen sich einzigartige Überlebenskünstler. In Chile zeigt sich, wie das Leben das ganze Universum erobert haben könnte.

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Es sind faszinierende Skulpturen, die in den eisblauen Himmel von Chile ragen. Weit oben an den Berggipfeln muten sie an wie Kunst, doch sie sind Ingenieurswerke und speichern ein kostbares Gut: reinstes Gletscherwasser, das im Sommer in den Tälern überlebenswichtig ist.

Sebastián Goldschmidt macht sich regelmäßig auf den Weg zum El-Morado-Gletscher auf über 3.000 Metern Höhe. Er hat die künstlichen Eisspeicher über fünf Jahre mitentwickelt: "Wir nennen es unser Klimawandellabor", so Goldschmidt. "Wir wollen verstehen, wie wir die Art, Wasser im Eis zu speichern, optimieren können."

3D-Studio, 3D-Grafik, Özden Terli, Zugspitze, Gletscher, Würfel, Schmelzwasser

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Mit dem Klimawandel steigt weltweit das Risiko für Trinkwasserknappheit. Nicht nur längere Dürren und Trockenperioden sind eine Gefahr für eine sichere Wasserversorgung. Auch das weltweite Verschwinden der Gletscher. Das im Wasser gespeicherte Eis speist im Sommer Flüsse, Seen und die Landwirtschaft.

UN-Bericht zur Wasserknappheit



Langjährige Wasserreservoire sind einem UN-Bericht zufolge unwiederbringlich aufgebraucht. Diese Wasserspeicher könnten nicht mehr aufgefüllt werden. Auch Gletscher können sich in zu warmen Wintern nicht mehr aufbauen. In den vergangenen besonders heißen Jahren seien die Gletscher weltweit dramatisch zurückgegangen.

Der Gletscher-Kreislauf von Sommer und Winter kommt durch den Klimawandel durcheinander. Die Folge ist Süßwasser-Mangel

Hotspots mit trockenen Sommern besonders auf Gletscher angewiesen

Christoph Mayer, Gletscherforscher der bayerischen Akademie der Wissenschaften, reist regelmäßig auch in die trockensten Regionen der Erde, die von Gletschern extrem abhängig sind. "Einer der Hotspots ist sicherlich Zentralasien, vor allem der westliche Teil Zentralasiens", sagt Mayer.

"Dort ist es tatsächlich so, dass im Sommer so gut wie gar kein Niederschlag fällt", erklärt der Forscher. Damit seien die Menschen gerade auch mit der Bewässerungslandwirtschaft vollständig von der Flussbewässerung abhängig. Zu dieser Jahreszeit sei in diesen Flüssen hauptsächlich Gletscherschmelzwasser.

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Innovative Mini-Gletscher sollen die Schmelze verlangsamen

Im Himalaya haben Forscher Eispyramiden entwickelt, um Gletscherwasser länger zu speichern. Die Idee verbreitete sich weltweit, bis nach Chile.

Bei den Eispyramiden fließt mithilfe der Schwerkraft Schmelzwasser von einem höheren Ort durch ein Rohr, erst den Hang hinab und dann mit dem Druck hinauf in die Spitze der Eispyramide. Dort wird es durch eine Düse wie feiner Sprühregen verteilt und legt sich auf dem Rest der Eisskulptur ab.

Eispyramide auf dem Gletscher El Morado in Chile

Eispyramide auf dem Gletscher El Morado in Chile

Quelle: ZDF

Da die Tröpfchen so fein sind, gefrieren sie schnell und das Eis wird dicker. Genutzt wird Gletscher-Schmelzwasser, das in der Sonne schmilzt und das ansonsten direkt ins Tal fließen würde.

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Einfaches Konzept, langer Nutzen

Auf der großen Oberfläche des Gletschers schmilzt das Wasser durch die Sonneneinstrahlung recht schnell. Wenn man aber das Eis in aufrechtstehenden dickeren Kegeln, den Eispyramiden, speichert, ist die Oberfläche an der Luft kleiner und das Eis im Innern der Kegel bleibt länger gefroren. "Unser Ziel ist es, Strukturen zu bauen, die langsamer schmelzen", so der chilenische Tüftler Goldschmidt.

Die Eispyramiden speichern damit Wasser über längere Zeit. Im Sommer schmilzt das Eis langsam und fließt gerade an heißen Tagen ins Tal, wenn es dort besonders für die Trinkwasserversorgung gebraucht wird.

Doch auch die Mini-Gletscher haben Grenzen

Diese Strukturen funktionieren jedoch nur, solange es überhaupt kalt genug, dass das Wasser auf den Bergen noch zu Eis friert. Ist ein Gletscher einmal komplett geschmolzen, kann auch kein Wasser auf dem Berg mehr gespeichert werden.

Wie viele Prozent der Gletscher weltweit schmelzen, hängt von der Erderwärmung und den Treibhausgasen ab, die noch ausgestoßen werden. Jedes Zehntelgrad mache dabei einen Unterschied, so Gletscherforscher Christoph Mayer.

Elisa Miebach ist Redakteurin der ZDF-Umweltredaktion.

Über dieses Thema berichtete Terra X in der Sendung "Faszination Erde Chile: Geheimnis des Lebens" am 15.03.2026 ab 19:30 Uhr.

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