Krebs: Mehr als 40 Prozent der Deutschen erkranken

Prostata- und Brustkrebs am häufigsten:Über 40 Prozent der Deutschen erkranken irgendwann an Krebs

|

Mehr als 40 Prozent der Menschen in Deutschland erkranken im Laufe ihres Lebens an Krebs. Aktuelle RKI-Daten zeigen Risiken, häufige Krebsarten und Präventionserfolge.

Tropfende Infusion in Nahaufnahme

Annähernd die Hälfte der Menschen in Deutschland bekommt laut RKI im Laufe des Lebens Krebs. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen - bei Jüngeren zeigt sich teils ein Rückgang.

29.01.2026 | 0:36 min

Fast jeder zweite Mensch in Deutschland erkrankt dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge im Laufe seines Lebens an Krebs. Wie das bundeseigene Institut unter Berufung auf statistische Risikoberechnungen mitteilte, trifft die Krankheit 49 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen. Warum Prävention und Vorsorge trotzdem Wirkung zeigen.

Krebsdiagnosen 2023: Fast 518.000 Neuerkrankungen

Etwa jede sechste Frau und jeder siebte Mann erkrankt dabei vor dem 65. Lebensjahr. Laut neuesten verfügbaren Zahlen wurden demnach 2023 bundesweit knapp 518.000 Krebserkrankungen diagnostiziert.

Wie das Institut anlässlich des Weltkrebstags am 4. Februar mitteilte, starben 2023 laut Todesursachenstatistik hierzulande rund 229.000 Menschen an Krebs. Darunter waren 123.000 Männer und 106.000 Frauen. 

krebs-heikenwealder

"Jeder Mensch kann Krebs bekommen"– doch mit Vorsorge und KI-gestützter Früherkennung ließe sich etwa die Hälfte aller Erkrankungen vermeiden, sagt Molekularbiologin Hanna Heikenwälder.

20.01.2026 | 4:52 min

Krebs: Weniger Menschen sterben nach Diagnose

Die Krebssterberaten sanken in den letzten 25 Jahren demnach deutlich, sofern Auswirkungen durch die steigende Zahl älterer Menschen im Zuge des demografischen Wandels herausgerechnet werden.

Bei Männern betrug der Rückgang der Sterberate laut RKI 31 Prozent, bei Frauen waren es 21 Prozent. Auch die Zahl der Krebsneuerkrankungen war laut Statistik zuletzt weiterhin altersstandardisiert leicht rückläufig, wie es hieß.

Männer erkranken demnach mit Abstand am häufigsten an Prostatakrebs, bei Frauen ist Brustkrebs die häufigste Diagnose. Die zweithäufigsten Krebsarten bei beiden Geschlechtern sind Lungen- und Darmkrebs. Laut RKI entfielen 2023 auf diese vier Krebsarten insgesamt fast die Hälfte aller im nationalen Krebsregister erfassten Erkrankungsfälle. Darüber hinaus verursachten bösartige Tumore von Lunge, Darm, Bauchspeicheldrüse und Brustdrüse zusammen knapp die Hälfte aller krebsbedingten Sterbefälle.

Zwei Ärztinnen besuchen eine Krebspatientin am Krankenbett.

Krebspatienten haben immer höhere Überlebenschancen. Laut einem Bericht des Robert-Koch-Instituts wurden die stärksten Rückgänge der Sterberate bei Magen- und Darmkrebs verzeichnet.

16.12.2025 | 0:26 min

Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs effektiv

Wie das RKI in seinem epidemiologischen Bulletin weiter erklärte, ist bei Gebärmutterhalskrebs zuletzt ein leicht rückläufiger Trend bei den altersstandardisierten Neuerkrankungsraten zu verzeichnen. Hier gilt seit 2007 eine offizielle Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Mädchen im Jugendalter, die später auch auf männliche Jugendliche ausgeweitet wurde. Zudem wurde die Altersgrenze gesenkt.

Die Inzidenzrate bei den 20- bis 34-jährigen Frauen sank demnach von 7,8 pro 100.000 im Jahr 2015 kontinuierlich auf 4,3 im Jahr 2023 ab, wie das Institut schrieb. Hier würden "erste schützende Effekte der Impfung auf Bevölkerungsebene" sichtbar. Die Impfquoten gegen Gebärmutterhalskrebs seien im internationalen Vergleich zugleich allerdings "ausbaufähig".

Nachrichten | Panorama
:Wie sinnvoll ist Krebsfrüherkennung?

Krebsvorsorge kann Leben retten. Doch es gibt auch Risiken wie falsche Ergebnisse und unnötige Behandlungen. Welche Untersuchungen sinnvoll sind.
Organe im Scan

Leichter Anstieg von Brustkrebs bei Jüngeren

Für Brustkrebs zeigt sich in den jüngeren Altersgruppen im Zeitverlauf ein leichter Anstieg der altersstandardisierten Inzidenzraten. So lag diese bei den 30- bis 49-Jährigen 1999 noch bei 85,9 pro 100.000, im Jahr 2023 lag sie bei 107,8. In diesem Zusammenhang wies das RKI darauf hin, dass 2009 das Mammographiescreening flächendeckend eingeführt wurde.

Icon von whatsapp
Quelle: dpa

Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Dann sind Sie beim ZDFheute-WhatsApp-Channel richtig. Hier erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten auf Ihr Smartphone. Nehmen Sie teil an Umfragen oder lassen Sie sich durch unseren Podcast "Kurze Auszeit" inspirieren. Zur Anmeldung: ZDFheute-WhatsApp-Channel.


Quelle: AFP
Über das Thema berichtete ZDFheute am 29.01.2026 in dem Beitrag "Fast jeder Zweite erkrankt an Krebs" um 21:04 Uhr.

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs

  1. Hautarzt untersucht eine Patientin mit Auflichtmikroskop

    2023 rund 518.000 Neuerkrankungen:RKI: Überlebenschancen bei Krebs steigen

    mit Video0:26

  2. Eine Person in medizinischem Kittel hält das anatomische Modell eines Gehirns in der Hand, dessen Hälften verschieden eingefärbt sind.

    Brain Fog: Nebel im Kopf:Wie eine Krebserkrankung das Gehirn beeinträchtigt

    von Anja Braunwarth
    mit Video5:25

  3. Sarah bekommt mit 29 Jahren die Diagnose Brustkrebs

    Krebskrank und Kinderwunsch:Brustkrebs mit 29: "Leben auf Pause"

    von Luisa Houben
    mit Video27:10

  4. Ein Blutproberöhrchen mit der Aufschrift "PSA Test - Prostate Specific Antigen".

    Prostatakrebs-Früherkennung:PSA-Test ersetzt rektale Tastuntersuchung

    von Thomas Förster
    mit Video5:06