Franzose und Japaner geehrt:Chemie-Nobelpreis: Forschung ebnete Weg für Arzneimittel
Entscheidende Entdeckung für Arzneimittel: Der diesjährige Chemie-Nobelpreis geht an den französischen Forscher Henri Kagan und den japanischen Chemiker Kenso Soai.
Nobelpreis für Chemie: Henri Kagan aus Frankreich und Kenso Soai aus Japan wurden ausgezeichnet.
Quelle: dpa | Steffen Trumpf/dpaDer Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an den Franzosen Henri Kagan und den Japaner Kenso Soai für die Entdeckung nichtlinearer Effekte und der Autokatalyse in der asymmetrischen organischen Synthese. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit. Die Entdeckungen seien entscheidend für Chemiker gewesen, die Grundlagen für die Herstellung von Arzneimitteln zu entwickeln, hieß es.
Einige Moleküle wie Aminosäuren existieren als zwei Varianten, die das Spiegelbild des anderen sind. Lebende Organismen enthalten jedoch nur eines dieser Spiegelbilder. Wie diese chemische Asymmetrie entstehen kann, war für Chemiker lange ein Rätsel. Kagan (Université Paris-Sud) und Soai (Tokyo University of Science) erhalten den Nobelpreis, weil sie eine Lösung gefunden haben.
- Medizin: Karl Deisseroth (USA), Peter Hegemann und Georg Nagel (beide Deutschland)
- Physik: Francis Halzen (Belgien)
- Chemie: Henri Kagan (Frankreich) und Kenso Soai (Japan)
Die weiteren Vergabetermine:
- Literatur: Donnerstag, 8.10.
- Frieden: Freitag, 9.10.
- Wirtschaftswissenschaften: Montag, 12.10.
Medizin- und Physik-Nobelpreis bereits vergeben
Im vergangenen Jahr waren drei Wissenschaftler aus Japan, Jordanien und Großbritannien für die Entwicklung metallorganischer Gerüste mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnet worden.
Begonnen hatte der Nobelpreis-Reigen am Montag mit der Bekanntgabe des Medizin-Nobelpreises, am Dienstag folgte die Verkündung des Physik-Nobelpreises. Am Donnerstag wird der Nobelpreis für Literatur verkündet und am Freitag der Friedensnobelpreis. Den Abschluss bildet die Bekanntgabe der Auszeichnung für Wirtschaftswissenschaften am Montag.
Erstmals verkündet Frau Nobelpreisträger für Physik, Chemie und Wirtschaft
Erstmals in der Geschichte der Stiftung werden die Namen der Nobelpreisträger für Physik, Chemie und Wirtschaftswissenschaften von einer Frau verkündet. Die gebürtige Belgierin Ellen Moons trat zum Jahresstart 2026 ihren Posten als neue Generalsekretärin der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften (KVA) in Stockholm an, die die Nobelpreise in den drei Preiskategorien alljährlich bekanntgibt. Sie ist die erste Frau in diesem Amt seit der Gründung der Akademie im Jahr 1739.
Der Nobelpreis ist in diesem Jahr mit zwölf Millionen schwedischen Kronen (gut eine Million Euro) dotiert. Verliehen werden die Auszeichnungen am 10. Dezember, dem Todestag von Preisstifter Alfred Nobel.
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