Aldi-Tochter fördert Wasser in Bayern bisher zum Nulltarif

In Bayern:Aldi-Tochter fördert Wasser zum Nulltarif - kein Einzelfall

von Tabea Mirbach

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Die Aldi-Tochter Altmühltaler pumpt in Bayern Millionen Liter Mineralwasser aus der Erde - und muss für die Ressource bisher nichts zahlen. Kein Einzelfall.

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In Treuchtlingen, einer kleinen Stadt im fränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, stehen zwei rot verkleidete Mineralwassertanks direkt neben dem historischen Schloss. Denn hier im Stadtkern befindet sich das Firmengelände des Getränkeherstellers Altmühltaler, den Aldi Nord 2022 gekauft hat.

Förderung von Wasser aus dem Sandsteinkeuper

Seit Jahren fördert das Unternehmen in Treuchtlingen bis zu 250.000 Kubikmeter Tiefengrundwasser jährlich aus dem überdeckten Sandsteinkeuper. Das Wasser von dort ist Tausende Jahre alt und besonders rein, weil es in der Tiefe vor Verunreinigungen geschützt ist. 

Für dieses Wasser zahlt Aldi Nord beziehungsweise Altmühltaler noch nichts. Sehr zum Ärger der Bürgerinitiative "Wassergruppe Treuchtlingen".

Uns stört einfach, wenn kommerzielle Abfüller hier einfach Wasser abpumpen. Am besten immer mehr und mehr, während das Wasser ja immer weniger wird.

Anneliese Dischinger, Sprecherin der "Wassergruppe Treuchtlingen"

Antrag zu höherer Fördermenge 2019 abgelehnt

Der Konflikt schwelt seit 2019, als öffentlich wurde, dass Altmühltaler seine Fördermenge verdoppeln und einen städtischen Brunnen übernehmen wollte. Das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen lehnte den Antrag zur Fördermenge schließlich ab.

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Inzwischen ist bekannt: Der überdeckte Sandsteinkeuper gilt als übernutzt. Es wird insgesamt mehr Grundwasser entnommen, als sich neu bilden kann.

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2023 erzielten die Mineralbrunnen mit dem Gemeingut Wasser einen Gesamtumsatz von über vier Milliarden Euro. Allerdings betont der Verband Deutscher Mineralbrunnen, dass die Branche ein sehr kleiner Wassernutzer und nur für rund 0,6 Prozent aller Grundwasserentnahmen verantwortlich sei. Der weitaus größte Teil der Grundwasserentnahmen für den nichtöffentlichen Bereich entfällt auf den Bergbau und die Chemieindustrie.

Der Wassercent ist uneinheitlich geregelt

Wie viel Nutzer für entnommenes Wasser zahlen müssen, regelt der Wassercent. Allerdings gibt es dieses Wasserentnahmeentgelt bislang erst in 13 von 16 Bundesländern. In Bayern, Hessen und Thüringen gilt es nicht.

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Die Höhe des Entgelts variiert in den einzelnen Ländern - von zwei Cent pro Kubikmeter in Sachsen-Anhalt bis zu 31 Cent in Berlin. Vielerorts gibt es außerdem Ausnahmen, etwa für Bergbau oder Landwirtschaft.

Wir setzen uns deshalb für einen bundesweit einheitlichen Wassercent ein, den alle Nutzer bezahlen.

Jürgen Reichle, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Mineralbrunnen e.V.

Die Einnahmen aus dem Wassercent sollen Gewässerschutzmaßnahmen finanzieren und zu einem sparsamen Umgang mit der knapper werdenden Ressource Wasser führen.

Auch Bayern bekommt bald den Wassercent

In Treuchtlingen soll sich zukünftig etwas ändern: Altmühltaler plant, seine Förderung aus der übernutzten Quelle deutlich zu reduzieren und daraus nur noch bis zu 50.000 Kubikmeter Mineralwasser pro Jahr zu fördern, um zur Entlastung dieser Wasserschicht beizutragen. Die Firma hat zwei neue Brunnen in eine weniger beanspruchte Gesteinsschicht gebohrt und beantragt, die übrigen 200.000 Kubikmeter künftig daraus entnehmen zu dürfen.

Und es gibt noch eine Neuerung: Ab Juli 2026 wird die Grundwasserentnahme auch in Bayern erstmals etwas kosten. Der Landtag hat im Dezember 2025 den Wassercent in Höhe von zehn Cent pro Kubikmeter Grundwasser beschlossen. Allerdings: Für Firmen und Landwirte mit eigenem Brunnen gilt eine Freimenge von 5.000 Kubikmetern.

Aldi Nord betont in einer Stellungnahme: "Wir halten uns an alle Regeln - und werden selbstverständlich auch eine gesetzliche Abgabe leisten, wenn sie für alle gilt."

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:Öko-Test findet Schadstoffe in Mineralwasser

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Über dieses Thema berichtete WISO in dem Beitrag "Die Deals mit Mineralwasser" am 20.03.2026 um 10:21 Uhr.

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