Nach Enttäuschung über Gewinnprognose:Netflix-Aktie bricht ein - Mitgründer verkündet Rückzug
Nach einem fulminanten Bieterkampf mit dem Medienkonzern Warner erhofften Anleger eine hohe Gewinn-Prognose der Netflix-Aktien. Die blieb aber aus - und die Aktie bricht ein.
Die Aktie des Streaminganbieters Netflix ist um acht Prozent eingebrochen. Ein Grund dafür ist der Ausstieg des Mitgründers Reed Hastings. Dieser wird sich im Juni nicht mehr zur Wahl aufstellen.
17.04.2026 | 0:41 minDie Aktie des Streamingdienstes Netflix fällt um über acht Prozent. Hauptgrund: Die deutlich niedriger als geplant ausfallende Gewinnprognose des Streamingriesen. Für das laufende Quartal sagte Netflix einen operativen Gewinn von 78 US-Cent je Aktie voraus, während Analysten im Schnitt mit einer Prognose von 84 Cent gerechnet hatten. Aber auch der geplante Rückzug des Unternehmens-Mitbegründers Reed Hastings sorgt für Unruhe.
Die Anleger straften das nun ab, obwohl Netflix trotzdem seinen Gewinn deutlich auf 5,28 Milliarden Dollar steigern konnte. Das lag aber vor allem an einer Abfindung in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar.
Netflix kassierte die Abfindung für die Auflösung einer Vereinbarung zur Übernahme des US-Film- und Medienkonzerns Warner Bros. Discovery. Dort war Netflix von Paramount Skydance überboten worden.
Im Bieterstreit um Warner Brothers zieht sich Netflix überraschend zurück. Damit rückt Paramount als Käufer näher - und mit ihm Tech-Milliardär Larry Ellison, dem auch CNN zufallen könnte.
27.02.2026 | 0:21 minLangjähriger Chef verlässt Verwaltungsrat
Bei der Vorlage der Quartalszahlen gab Netflix auch bekannt, dass der Mitgründer und langjährige Chef Reed Hastings den Verwaltungsrat verlassen wird. Der 65-Jährige werde sich bei Ablauf seines Mandats im Juni nicht mehr zur Wiederwahl stellen, hieß es. Das verunsicherte Anleger ebenfalls.
Hastings hatte Netflix 1997 zusammen mit Marc Randolph in Kalifornien gegründet. Das Unternehmen, das anfangs DVDs verlieh und per Post verschickte, bot 2007 in den USA erstmals einen Streaming-Service an. Heute ist er damit Marktführer. Hastings hingegen hatte sich Anfang 2023 aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Er trat als Co-Chef zurück und übernahm den Vorsitz des Verwaltungsrats.
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