Kabinengewerkschaft Ufo:Flugbegleiter wollen Lufthansa ebenfalls bestreiken
Nach den Piloten nun auch erneut die Flugbegleiter: Die Kabinengewerkschaft Ufo hat bei der Lufthansa zu einem zweitägigen Streik aufgerufen.
Die Piloten der Lufthansa üben mit ihrem Streik großen Druck auf die Tarifverhandlungen aus. Bis zu 1.000 Flüge sind betroffen. Der Streik soll bis in die Nacht zum Mittwoch andauern.
13.04.2026 | 0:24 minBei der Lufthansa eskalieren die Streiks des fliegenden Personals. Noch vor dem Ende des bis Dienstag laufenden Pilotenstreiks hat die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) die Flugbegleiter zu zwei weiteren vollen Streiktagen bei den Gesellschaften Lufthansa und Lufthansa Cityline ausgerufen.
Bestreikt werden alle Abflüge der Deutschen Lufthansa von den Flughäfen Frankfurt und München - und alle Abflüge der Lufthansa-Tochter Cityline von den Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover.
Der Streik des Kabinenpersonals soll am Mittwoch um 00:01 Uhr beginnen und am Donnerstag um 23:59 Uhr enden. Er schließt damit nahtlos an den Pilotenstreik bei der Lufthansa an, den die Pilotengewerkschaft Cockpit für Montag und Dienstag ausgerufen hatte.
Mit dieser fünften Streikwelle des fliegenden Personals wird der Festakt zum 100. Jahrestag der Gründung der ersten Lufthansa an diesem Mittwoch endgültig überschattet. Die Gewerkschaften planen eine Kundgebung vor der Unternehmenszentrale am Frankfurter Flughafen.
Die Piloten-Vereinigung Cockpit ruft zu Wochenbeginn zum Streik auf. Dieser soll am Montag nach Mitternacht beginnen und zwei Tage andauern.
11.04.2026 | 0:13 minPilotenstreik sorgte am Montag für Hunderte Flugausfälle
Bereits am Montag hatte der erneute Pilotenstreik wieder für Hunderte Flugausfälle gesorgt und die Fronten zwischen den Verhandlungspartnern verhärtet. Das Unternehmen hat die Forderungen der Piloten als "absurd und unerfüllbar" bezeichnet. Erneut mussten tausende Passagiere ihre Reisepläne ändern.
Am Abend legte die Kabinengewerkschaft Ufo nach, die bereits am vergangenen Freitag gestreikt hatte. Die hohe Beteiligung zeige überdeutlich, dass sich die Kabine nicht für dumm verkaufen lasse, erklärte Harry Jaeger, Leiter Tarifpolitik und Verhandlungsführer der Ufo. "Wir haben es hier mit einer Arbeitgeberseite zu tun, die sich in einer Hardliner-Position eingerichtet hat, während sie unentwegt verkündet, 'jederzeit verhandlungsbereit' zu sein".
Ufo will mit dem Arbeitskampf Druck auf die Verhandlungen über einen neuen Manteltarifvertrag bei der Lufthansa ausüben, sie fordert Arbeitszeitentlastungen für die rund 18.000 Flugbegleiter. Bei Cityline geht es um einen Sozialplan für die rund 800 Flugbegleiter; die Airline soll im kommenden Jahr eingestellt werden.
Lufthansa: Gewerkschaften ist das Schicksal der Fluggäste egal
Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann erklärte: "Der erneute Streikaufruf der Spartengewerkschaft Ufo zeigt auf bedrückende Weise, dass ihr das Schicksal unserer Fluggäste und die Zukunft der Lufthansa völlig gleichgültig sind." Die konzernweit ohnehin schon besten Einsatzbedingungen für Flugbegleiter sollten mit diesem "Erzwingungsstreik" noch einmal deutlich angehoben werden.
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