Teures Kerosin, anhaltende Streiks:Lufthansa stellt Betrieb von Tochter Cityline sofort ein
Das Kerosin ist teuer, für die Streiks keine Lösung in Sicht: Lufthansa reagiert und beendet das Angebot von Cityline. Die Tochter sollte eigentlich erst später im Jahr schließen.
Die Streiks bei der Lufthansa gehen weiter: Erneut legen Piloten die Arbeit nieder. Eine Schlichtung im Tarifkonflikt mit der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit war gescheitert.
16.04.2026 | 0:20 minDie Lufthansa stoppt das Flugangebot der Tochter-Airline Cityline mit sofortiger Wirkung. Die "aktuelle Krise" zwinge das Unternehmen, die schon länger geplante "Maßnahme nun früher umzusetzen", erklärte der Finanzvorstand des Lufthansa-Konzerns, Till Streichert, am Donnerstag. Das Unternehmen verwies auf die deutlich gestiegenen Kerosinpreise sowie auf die derzeit laufenden Arbeitskämpfe.
Cityline sollte eigentlich erst Ende des Jahres schließen
Der Cityline-Stopp ist Teil einer geplanten Unternehmensstrategie, die "in Teilen vorgezogen werden" soll, wie der Konzern mitteilte. "Als erster unmittelbar wirksamer Schritt werden ab übermorgen zunächst die 27 operativen Flugzeuge von Lufthansa Cityline endgültig aus dem Programm genommen, um weitere Verluste der defizitären Fluggesellschaft zu reduzieren." Cityline sollte eigentlich Ende dieses Jahres eingestellt werden.
Zum 100-jährigen Jubiläum der Lufthansa kommt es wegen Streiks des Kabinenpersonals und angekündigter Pilotenstreiks zu zahlreichen Flugausfällen und Verspätungen. Frank Bethmann berichtet.
15.04.2026 | 1:06 min"Das Paket zur beschleunigten Umsetzung von Flotten- und Kapazitätsmaßnahmen ist angesichts der stark gestiegenen Kerosinkosten und der geopolitischen Instabilität unumgänglich", erklärte Streichert weiter. Es würden besonders ineffiziente Flugzeuge vorzeitig aus dem Flugbetrieb genommen, um weniger Kerosin am freien Markt zukaufen zu müssen.
Tagelange Streiks bei Lufthansa sorgen für Hunderte Flugausfälle
Der Flugbetrieb der Lufthansa, die am Mittwoch ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert hatte, war am Donnerstag den vierten Tag in Folge von Streiks des Kabinenpersonals und der Piloten massiv beeinträchtigt. Am Flughafen Frankfurt am Main wurden die meisten Lufthansa-Flüge gestrichen, ähnlich sah es am zweiten deutschen Drehkreuz der Airline in München aus.
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte im Streit um Verbesserungen bei der betrieblichen Altersvorsorge der Piloten bereits für Montag und Dienstag und dann erneut für Donnerstag und Freitag zum Arbeitskampf bei der Lufthansa-Kernmarke, der Cityline sowie Lufthansa Cargo aufgerufen.
Sekt für die Gäste, Streik für die Passagiere: Während die Airline 100 Jahre feiert, legt die Gewerkschaft Ufo den Betrieb lahm. Zudem zwingt der Iran-Krieg den Konzern zum Sparen.
15.04.2026 | 3:06 minDie Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) rief ihrerseits zu einem zweitägigen Arbeitskampf ab Mittwoch auf. Betroffen sind hier ebenfalls die Kernmarke Lufthansa sowie Cityline. Hier geht es im Tarifstreit vornehmlich um die Arbeitsbedingungen der Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen. Seit Montag sind täglich Hunderte Flüge ausgefallen.
Ufo-Tarifexperte Harry Jaeger erklärte, die Gewerkschaft sei erschüttert über die Cityline-Entscheidung. "Das ist offener Krieg gegen die eigenen Leute", sagte Jaeger der Nachrichtenagentur Reuters.
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