Nach OpenAI Hacker-Attacke: Auch Anthropic griff echte Firmen an

KI-Hacker-Attacke:Nach OpenAI: Auch Anthropic griff echte Firmen an

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Erst hackte ein KI-Modell von OpenAI fremde Computersysteme. Jetzt meldet auch Anthropic "unbefugten Zugriff" auf Organisationssysteme.

Logo - Anthropic AI

Das Unternehmen Anthropic ist unter anderem für seinen KI-Chatbot Claude bekannt.

Quelle: AFP

Wenige Wochen nach der aufsehenerregenden Hacker-Attacke eines KI-Modells des ChatGPT-Entwicklers OpenAI muss der Rivale Anthropic einräumen, dass ihm etwas Ähnliches passiert ist. In Testläufen drang eine Künstliche Intelligenz von Anthropic ungeplant in Computersysteme von drei Unternehmen ein, wie die KI-Firma mitteilte.

Unklar, welche Unternehmen betroffen sind

Weder die Betroffenen noch Anthropic hätten das bemerkt. Man habe die Aktivität erst bei einer nachträglichen Überprüfung von gut 141.000 Testläufen nach dem OpenAI-Vorfall festgestellt. Namen der Unternehmen wurden zunächst nicht genannt.

SGS- Neuhann

Auch autonome KI-Systeme können Hacker sein, so Florian Neuhann. Die IT-Sicherheit solle massiv aufgerüstet werden – "ironischerweise auch mithilfe von KI".

22.07.2026 | 2:31 min

Während die OpenAI-KI erst einen Weg finden musste, aus der Testumgebung ins offene Internet auszubrechen, hatten es die Modelle von Anthropic viel einfacher. Im Test-Szenario, das sie bekamen, hieß es zwar, sie hätten keinen Netz-Zugang. Doch in Wirklichkeit war der Weg ins Internet wegen eines Missverständnisses mit dem Test-Partner die ganze Zeit frei. Drei Modelle machten davon dann auch Gebrauch, wie Anthropic in einem Blogeintrag erläuterte.

In allen Tests ging es darum, die Hacker-Fähigkeiten der KI zu testen. Das ist eine übliche Vorgehensweise, um besser Leitplanken für sie aufstellen zu können. Konkret bekamen die KI-Modelle die Aufgabe, eine bestimmte Information zu finden, die in einem anderen Computer versteckt ist - und dafür auch in das System einzubrechen.

Open AI

"In diesem Fall war das Modell scheinbar so gut, dass es die Sicherheitszone, die OpenAI gesetzt hat, verlassen hat", sagt Dennis-Kenji Kipker, Experte für IT-Sicherheit.

23.07.2026 | 7:09 min

Modell verschaffte sich Zugriff auf Datenbank

Bei einem der Zwischenfälle wählte der Testpartner laut Anthropic im Szenario für die zu hackende fiktive Firma einen Namen, der sich auch in einer tatsächlichen Web-Adresse findet. Die KI - Anthropics Modell Claude Opus 4.7 - habe sich erst schwer damit getan, die Aufgabe in der vorgesehenen Testumgebung zu erfüllen. Dann habe die Software aber festgestellt, dass sich im Internet ein Unternehmen mit demselben Namen fand - und sich darauf konzentriert.

Das sei gleich bei vier Durchläufen passiert. Dabei verschaffte sich das Modell demnach unter anderem Zugriff auf eine Datenbank. Auch als die KI erkannt habe, dass es sich um ein echtes Unternehmen handelte, sei die Attacke nicht gestoppt worden.

CEO von Open AI Sam Altman

Ein KI-System der US-Firma OpenAI ist aus seiner Testumgebung ausgebrochen. Es hat sich eigenständig Zugang zum Internet verschafft und ein anderes Unternehmen gezielt angegriffen.

23.07.2026 | 1:46 min

Schadsoftware eine Stunde lang verfügbar

In einem anderen Test schrieb das Anthropic-Programm dem Blogeintrag zufolge für den Einbruch in den Ziel-Computer eine präparierte Software. Dank Netz-Zugang habe sie diese jedoch öffentlich zugänglich auf einer spezialisierten Download-Plattform platzieren können. Dort sei die Schadsoftware rund eine Stunde lang verfügbar gewesen - und 15 Systeme hätten sie heruntergeladen.

Darunter war demnach eine IT-Sicherheitsfirma, die routinemäßig solche Scripts lädt und ausführt, um sie zu testen. Durch die Installation habe das Anthropic-Modell Mythos 5 Zugang zur Computer-Infrastruktur der Firma bekommen. Das Verhalten der KI sei nicht ideal gewesen, hieß es dazu im Blogeintrag.

Beim dritten Zwischenfall habe ein Test-Modell rund 9.000 Angriffsziele gescannt, bevor es sich für eines davon entschieden habe. Diesmal stoppte die KI die Attacke, als sie erkannte, dass es sich um ein echtes Unternehmen handelte, wie Anthropic schrieb.

SGS-Kipker

Der autonome Hackerangriff habe das gezeigt, was lange befürchtet worden sei, so der Experte für Cybersicherheit, Dennis-Kenji Kipker. OpenAI habe die Kontrolle über ein KI-Programm verloren.

23.07.2026 | 3:56 min

OpenAI-KI agierte wie ein Hacker

Bei dem jüngst bekanntgewordenen Vorfall mit einem Modell von OpenAI verschaffte sich die Software in einem Test eigenständig Zugang zum offenen Internet und drang danach auf eigene Faust in Computersysteme der KI-Firma Hugging Face ein. Dabei agierte die OpenAI-KI wie ein Hacker und nutzte unentdeckt gebliebene Sicherheitslücken aus. Der ChatGPT-Entwickler sprach von einem "beispiellosen Cyber-Zwischenfall".

Experten warnen schon lange vor Cyberattacken mit KI-Software. Deswegen wurde der OpenAI-Zwischenfall in der Branche als Weckruf gewertet. Es folgten unter anderem Forderungen, die Testumgebungen besser abzusichern. Für Anthropic sind die nun bekanntgewordenen Attacken besonders schmerzhaft, da die Firma stets als Verfechter einer verantwortungsvollen KI-Entwicklung auftrat.

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Quelle: dpa, AFP, Reuters
Über dieses Thema berichteten verschiedene Sendungen, unter anderem das heute journal am 22.07.2026 ab 21:45 Uhr.

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