Absatzeinbruch in China belastet:BMW verzeichnet Gewinnrückgang und senkt Jahresprognose
BMW hat im Sommerquartal wegen des Einbruchs am chinesischen Automarkt weniger Gewinn und Umsatz erzielt. Zuvor hatte BMW die Prognose zum zweiten Mal in diesem Jahr gesenkt.
Quelle: AP
Auch BMW hat im dritten Quartal einen weiteren Gewinnrückgang verzeichnet. Der Nettogewinn ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 15 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro und der Umsatz um fast sechs Prozent auf 30,45 Milliarden Euro zurück, wie der Münchener Autobauer mitteilte.
China-Geschäft bricht ein: Globaler Absatz von BMW sinkt um 6,3 Prozent
Wie auch bei den anderen deutschen Autobauern bricht BMW das China-Geschäft zunehmend weg. Die Auslieferungen in der Volksrepublik hatten bereits im vergangenen Jahr den tiefsten Stand seit 2017 erreicht und gingen im abgelaufenen Quartal erneut um 24,8 Prozent zurück.
Maßgeblich wegen dieser Entwicklung war auch die Entwicklung des globalen Absatzes von BMW mit minus 6,3 Prozent negativ. In Europa und den USA verkaufte der Hersteller hingegen jeweils rund 2,5 Prozent mehr Fahrzeuge. Das konnte den Rückgang in China allerdings nur zum Teil ausgleichen.
Die schwächelnde deutsche Autoindustrie setzt auf unterschiedliche Lösungen: BMW etwa auf ein großangelegtes Abfindungsprogramm, Audi auf ein umstrittenes neues Werk in den USA.
30.10.2026 | 1:34 minBMW-Chef will Umbau im Konzern weiter vorantreiben
Am Dienstag hatte BMW bereits seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt: Aufräumarbeiten in Portfolio und Management verhageln dem Münchner Autobauer die Jahresbilanz.
Der neue BMW-Chef Milan Nedeljkovic sagte am Mittwoch, die Entwicklungen in der Autoindustrie erforderten konsequente Entscheidungen und eine schnelle Umsetzung:
Wir werden daher strukturelle Maßnahmen gezielt intensivieren und beschleunigen.
Milan Nedeljkovic, Vorstandsvorsitzender BMW AG
Angesichts des Erfolgs der Elektroautos der Neuen Klasse sollten daher einige ältere Modelle früher als eigentlich geplant auslaufen, was zu Abschreibungen führt. Auch beim Umbau im Management will BMW Gas geben.
Gewinnmarge im Visier: Autobauer korrigiert Ebit-Prognose drastisch nach unten
Der Wegfall von 8.000 Arbeitsplätze in der Verwaltung und Entwicklung in München wurde angekündigt und die Streichung von Managementpositionen. Mehr Tempo verspricht sich BMW vom verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Die Marge des Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Automobilsegment soll jetzt zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent liegen, wie das Unternehmen mitteilte. Bislang war BMW von einer Ebit-Marge von einem bis drei Prozent ausgegangen.
Die letzte Stellenstreichung im Juli traf vor allem "die heimischen Standorte", sagte ZDF-Wirtschaftsexpertin Stephanie Barret. Für BMW sei dieser Schritt ein Novum gewesen.
29.07.2026 | 1:38 minAutomobilkrise: Zölle und günstige Konkurrenz belasten Hersteller
Deutschlands Autobauer stecken seit geraumer Zeit in der Krise. Neben dem wegbrechenden China-Geschäft machen ihnen auch die US-Zölle und die im Vergleich zum Verbrenner niedrigeren Gewinnmargen bei Elektroautos zu schaffen. Zudem dringt die starke chinesische Konkurrenz inzwischen mit Exporten nach Europa.
Laut ifo-Institut hat sich die Stimmung in der kriselnden Autoindustrie im Oktober zwar deutlich verbessert: Der Geschäftsklimaindex dazu stieg - nach minus 33,2 Zählern im September - per Saldo auf minus 4,1 Punkte, wie das Ifo-Institut zu seiner monatlichen Umfrage erklärte.
"Von Entwarnung in der Automobilindustrie kann jedoch keine Rede sein", sagte Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl. "Denn die starken monatlichen Schwankungen im Geschäftsklima deuten auf eine sehr hohe Unsicherheit in der Branche hin."
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