Mehr als 65.000 Wohnungen:Airbnb Spanien: Millionen-Bußgeld wegen fehlender Lizenzen
Spanien hat gegen Airbnb eine Geldstrafe von 64 Millionen Euro verhängt. Das Verbraucherschutzministerium begründete die Strafe mit fehlenden Lizenzen für Unterkünfte.
Airbnb muss in Spanien 64 Millionen Euro Strafe zahlen aufgrund vieler unlizenzierter Ferienwohnungen.
15.12.2025 | 0:25 minDie spanische Regierung hat gegen Airbnb eine Geldstrafe von gut 64 Millionen Euro verhängt. Hauptgrund seien Anzeigen für mehr als 65.000 Wohnungen, die nicht über die erforderliche Lizenz verfügten, teilte das Ministerium für Verbraucherschutz in Madrid mit.
Die Plattform für touristische Unterkünfte müsse außerdem die irregulären Inserate zeitnah löschen. Eine Stellungnahme von Airbnb lag zunächst nicht vor.
Übernachten bei Privatleuten, als persönlichere Alternative zum Hotel. Mit dieser Idee ist Airbnb bekannt geworden. Wieviel "authentisches Reisen" steckt heute im Geschäft des Unternehmens?
15.12.2025 | 20:04 minZweithöchste Geldbuße der Geschichte Spaniens
Die Geldbuße wegen "unlauterer Geschäftspraktiken" sei die zweithöchste, die jemals von einer Verbraucherschutzbehörde in Spanien verhängt worden sei, sagte Minister Pablo Bustinduy. Größer sei nur die Strafe von 108 Millionen Euro gewesen, die 2024 gegen die Airline Ryanair ausgesprochen worden sei.
In den vergangenen zehn Jahren sind die Mieten in Spanien um fast 80 Prozent gestiegen, Wohnungen sind knapp. Bei Umfragen ist Wohnraum die größte Sorge der Spanier.
05.04.2025 | 1:33 minDie Höhe der Strafe entspreche dem Sechsfachen der Gewinne, die Airbnb mit den beanstandeten Inseraten seit der ersten Verwarnung bis zu deren Entfernung erzielt habe, hieß es. Die Strafe sei rechtskräftig, ein Einspruch der Plattform beim Ministerium sei zurückgewiesen worden.
Die linksgerichtete Regierung hatte die Airbnb-Europazentrale in Irland zuvor mehrfach aufgefordert, die als illegal eingestuften Anzeigen zu entfernen.
Minister für Verbraucherschutz: "Tausende Familien am Existenzminimum"
Die massenhafte Vermietung von Ferienwohnungen wird in Spanien von vielen als eine der Hauptursachen der zunehmenden Wohnungsnot kritisiert. Die Regierung in Madrid und auch die verschiedenen Regionen versuchen seit längerem, diese Art der Vermietung stärker zu regulieren und einzudämmen.
Die weltweiten Touristenzahlen steigen jährlich. Doch an immer mehr Orten wird Protest laut. Die lokale Bevölkerung wehrt sich. Das Phänomen hat einen Namen: Overtourism.
09.09.2025 | 44:00 minVor allem in Großstädten und in touristischen Hochburgen wie Mallorca, Ibiza oder den Kanaren übersteigt die Nachfrage nach Wohnraum das Angebot deutlich, was die Mieten stark steigen lässt.
Immer wieder kommt es deshalb zu Protestkundgebungen. Die Zahl der über Plattformen wie Airbnb angebotenen Ferienwohnungen wird in Spanien inzwischen auf mehr als 400.000 geschätzt.
Spanien bleibt das beliebteste Ziel von Reisenden aus Deutschland im Luftverkehr: Mehr als zehn Millionen Menschen flogen im Sommer dorthin. Doch ein anderes Ziel drängt nach vorn.
01.12.2025 | 0:24 minEs gibt tausende Familien, die wegen der Wohnsituation am Existenzminimum leben, während einige wenige mit Geschäftsmodellen reich werden, die Menschen aus ihren Wohnungen vertreiben.
Pablo Bustinduy, Minister für Verbraucherschutz, Spanien
In Spanien dürfe kein Unternehmen, "egal wie groß oder mächtig, über dem Gesetz stehen", sagte Bustinduy.
Schlechte Nachrichten für Touristen
Die Wohnungen, die Airbnb bislang illegal beworben habe, würden bald dem regulären Wohnungsmarkt zugeführt, hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez zuvor versichert.
Für Touristen ist es keine gute Nachricht. Die Maßnahme könnte es für Besucher auch aus Deutschland künftig deutlich schwieriger machen, eine günstige Ferienunterkunft im beliebten Urlaubsland zu buchen.
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