Wie Transfergesellschaften nach der Job-Kündigung helfen können

Wiedereinstieg nach Kündigung:Wie Transfergesellschaften nach Jobverlust helfen können

von Christian Hauser

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Job weg - und dann? Zwischen Kündigung und Neustart sollen Transfergesellschaften Beschäftigte auffangen. Warum sie jetzt an Bedeutung gewinnen und was sie wirklich leisten können.

3. September 2025: Fotomontage, Menschen vor der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter

Transfergesellschaften sollen Entlassungen sozialverträglich gestalten. Was verbirgt sich hinter dem Konzept?

31.07.2026 | 0:45 min

Im Jahr 2012 ging die Drogeriemarktkette Schlecker insolvent. Ungefähr 25.000 Mitarbeitende verloren damals ihre Jobs.

In den Medien war zu dieser Zeit oft von Transfergesellschaften die Rede. In diese hätten viele der Mitarbeiterinnen, die als "Schlecker-Frauen" bekannt wurden, wechseln sollen.

Transfergesellschaft für Schlecker scheiterte

In einer Transfergesellschaft hätten sie finanzielle Unterstützung erhalten. Über Weiterqualifizierungsangebote und Beratung hätte der Wiedereinstieg in den Job gelingen sollen. Doch zu dieser Auffanglösung kam es nie, weil Finanzierungszusagen der Bundesländer scheiterten. Bei vielen Mitarbeiterinnen saß anschließend das Gefühl der Enttäuschung tief.

Montage: David telefoniert und schaut zur Seite. Im Hintergrund befindet sich eine Fotowand mit Porträtaufnahmen der Gen Y und Z.

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25.01.2026 | 27:08 min

Seit Mitte der 2010er-Jahre lag die Zahl der Menschen in Transfergesellschaften - abgesehen von der Corona-Zeit - auf niedrigem Niveau. Bei nahezu Vollbeschäftigung fanden viele von Kündigung betroffene Menschen zügig wieder einen Job.

Eine Transfergesellschaft ist eine befristete Einrichtung, die entlassenen Beschäftigten den Übergang in einen neuen Job erleichtern soll. Ziel ist die Vermittlung in ein neues Arbeitsverhältnis.

Die betroffenen Beschäftigten erhalten für maximal zwölf Monate Transferkurzarbeitergeld, das von der Bundesagentur für Arbeit finanziert wird. Hinzu kommt häufig eine Aufstockung seitens des bisherigen Betriebs. Der Wiedereinstieg ins Arbeitsleben soll zudem durch Beratungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten unterstützt werden.

Entlassenen Beschäftigten wird nach Gründung einer Transfergesellschaft die Möglichkeit geboten, in diese zu wechseln. Sie verlieren dadurch den Anspruch, gegen die Beendigung ihres vorherigen Arbeitsverhältnisses gerichtlich vorzugehen, da in der Regel ein Aufhebungsvertrag unterzeichnet wird.


Transfergesellschaften wieder gefragter

Doch in den vergangenen Jahren hat sich das Blatt gewendet. Im Dezember 2025 erhielten rund 17.100 Menschen Transferkurzarbeitergeld, ein Jahr zuvor waren es noch nur rund 10.000. Die Leistung wird von der Bundesagentur für Arbeit gezahlt und beträgt mindestens 60 Prozent des vorherigen Nettogehalts. Vom bisherigen Arbeitgeber wird das Transferkurzarbeitergeld darüber hinaus häufig aufgestockt.

Immer mehr Menschen in Transfergesellschaften

ZDFheute Infografik

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In Deutschland steht derzeit gerade die Automobil- und Zulieferbranche unter Druck. So gibt es seit Kurzem eine Transfergesellschaft für das Werk des Automobilzulieferers Mahle in Neustadt an der Donau in Bayern.

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Handwerker, daneben der Schriftzug "Insolvenz" sowie eine Linie, die in Zacken nach unten verläuft

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03.07.2026 | 10:33 min

Auch Sophia von Rundstedt, Geschäftsführerin des Transferanbieters "von Rundstedt", erlebt seit Ende 2023 einen deutlichen Anstieg der Nachfrage. "Die professionelle Beratung beim Wechsel in eine andere Branche mit mehr Wachstumspotenzial spielt eine zunehmend größere Rolle", erklärt von Rundstedt gegenüber ZDFheute. Gerade in den Industriebranchen böten Transfergesellschaften Arbeitnehmern Zeit und Raum für berufliche Weiterbildung und aktive Unterstützung bei der Jobvermittlung.

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20.06.2026 | 29:48 min

IG Metall verweist auf unterschiedliche Qualität

Die Gewerkschaft IG Metall verweist jedoch auf erhebliche Qualitätsunterschiede: Transfergesellschaften seien letztlich keine Garantie für einen neuen Job. Der Erfolg hänge von vielen Faktoren ab, unter anderem von der Qualifizierung oder dem Alter der Beschäftigten. "Entscheidend ist nicht die schnellste Vermittlung um jeden Preis, sondern eine gute und tragfähige Beschäftigungsperspektive", erklärt die Gewerkschaft gegenüber ZDFheute.

Ein zentraler Erfolgsfaktor guter Transfergesellschaften sei die frühzeitige Einbindung der Beschäftigten und ihrer Betriebsräte, so die IG Metall. "Das schafft Vertrauen und hilft, passgenaue Lösungen zu finden."

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Was bringen Transfergesellschaften wirklich?

Mühge sieht in Transfergesellschaften ein wünschenswertes Instrument. Sie seien durch verschiedene, ineinander verzahnte rechtliche Regelungen aber relativ kompliziert, weshalb sie wenig verbreitet seien.

Im Hinblick auf die Erfolgsmessung stellt Mühge fest: "Es gibt eine hohe Zufriedenheit unter den Teilnehmenden. Die Beratung wird als sehr wirksam erlebt." Gleichzeitig schränkt er ein: "Es ist bisher wissenschaftlich nicht nachgewiesen, dass Transfergesellschaften Menschen schneller zu einer neuen Arbeit verhelfen als andere Angebote."

Auch Arbeitgeber haben ein Interesse an der Einrichtung einer Transfergesellschaft: "Mit dem Aufhebungsvertrag müssen Arbeitgeber keine Kündigungsschutzklagen mehr fürchten", so Sozialwissenschaftler Mühge.

Bekannte Transfergesellschaftsfälle



Was für die Schlecker-Beschäftigten einst nicht möglich war, könnte viele Menschen, die durch aktuelle Insolvenzen und Personalabbau ihren Job verlieren, auffangen. Dennoch: Eine Garantie für einen neuen Job können auch Transfergesellschaften nicht bieten.

Christian Hauser ist Redakteur im ZDF-Team Wirtschaft und Finanzen.

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Über dieses Thema berichtete ZDFheute in dem Beitrag "Was können Transfergesellschaften leisten?" am 31.07.2026 um 06:25 Uhr.

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