Tankstellenbetreiber: Hohe Preise für Sprit sind "Abzocke"

Kritik an Mineralölkonzernen:Hohe Spritpreise: Tankstellenbetreiber sehen "Abzocke"

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Seit dem Iran-Krieg sind die Preise an Deutschlands Zapfsäulen deutlich gestiegen. Tankstellenbetreiber hätten darauf keinen Einfluss. Sie sprechen von "Raubtierkapitalismus".

Benzinpreise an einer Tankstelle in Muenchen

Die Angriffe im Iran wirken sich auf die Benzinpreise in Deutschland aus. Durch die Kontrolle der Straße von Hormus steigen die Kosten für Öl. Ölkonzerne schlagen bereits jetzt höhere Preise auf.

05.03.2026 | 1:32 min

Die Kritik von Tankstellenbetreibern an den Mineralölkonzernen wegen der stark gestiegenen Spritpreise reißt nicht ab. "Das ist Raubtierkapitalismus wie im 19. Jahrhundert und hat mit sozialer Marktwirtschaft nichts zu tun", sagte der Sprecher des Tankstellen-Interessenverbands (TIV), Herbert Rabl, der "Stuttgarter Zeitung".

Er monierte, dass Rohöl zu einem viel günstigeren Preis eingekauft und raffiniert worden sei und seitdem teilweise in den Tanks unter den Tankstellen lagere. Nun werde es deutlich teurer verkauft - ein Preis, mit dem die Konzerne ursprünglich nicht kalkuliert hätten. Das sei "Abzocke", so Rabl weiter.

Tankstellenbetreiber: Preise an der Zapfsäule von Konzernen gemacht

Auf die Preise an der Zapfsäule selbst hätten die Pächter keinen Einfluss. Diese würden von den Konzernen gemacht - den Frust der Autofahrer bekämen dann die Tankstellenpächter und ihre Angestellten ab, führte Rabl weiter aus. Die Mineralölwirtschaft rechtfertige die gestiegenen Preise als Vorsichtsmaßnahme vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs.

Spritpreise

Die Kriegsfolgen zeigen sich auch an den Tankstellen: Die Benzinpreise klettern auf über zwei Euro. Tank – Touristen weichen ins Ausland aus, denn dort sind die Spritpreise noch günstiger.

05.03.2026 | 1:50 min

Ähnlich hatten sich zuvor auch Tankstellenbetreiber in Ostdeutschland geäußert. "Die Kollegen an den Kassen kriegen natürlich schon sehr deutlich den Unmut der Leute mit", hatte Hans-Joachim Rühlemann, Vorsitzender des Verbands des Garagen- und Tankstellengewerbes (VGT) Nord-Ost, gesagt. Die Tankstellenpächter könnten nichts für die Preisentwicklung. Die Preishoheit liege bei den Mineralölgesellschaften.

Umsatz im Shop der Tankstellenpächter sinkt

Zudem hätten die gestiegenen Preise auch Auswirkungen auf den Verkauf in den Tankstellenshops, sagte Rabl. Verärgerte Kunden würden nach dem Tanken nichts mehr kaufen. Dabei sei der Umsatz im Shop für die Tankstellenpächter wichtig: Er mache etwa 60 Prozent des Gesamtumsatzes aus, während auf Einnahmen durch den Verkauf von Benzin und Diesel lediglich etwa 20 Prozent des Gesamtumsatzes entfielen.

ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller

Die Finanzmärkte reagieren empfindlich auf den Anstieg des Ölpreises. Noch gebe es aber keinen Ölpreis-Schock, so ZDF-Wirtschaftsexpertin Valerie Haller.

03.03.2026 | 1:50 min

Auch dem Vorgehen der Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) steht Rabl skeptisch gegenüber: Die Prüfung durch das Kartellamt werde nichts ergeben, da die Preise bislang nicht so hoch seien, dass von gesetzeswidrigem Wucher gesprochen werden könne. Das Kartellamt sei in diesem Fall ein "zahnloser Tiger".

Auch ein Tankrabatt, wie ihn die damalige Bundesregierung 2022 zeitweise eingeführt hatte, ist für den Sprecher des Interessenverbandes keine Option. Es sei nicht sinnvoll, die Preiserhöhungen der Konzerne zu bezuschussen. Dies hatte Reiche zuvor auch bereits ausgeschlossen.

Die Eskalation zwischen dem Iran und den USA mit Israel sorgt in der Wirtschaft weltweit für Verunsicherungen.

Die Eskalation im Nahen Osten beeinflusst auch die Weltwirtschaft. Der Ölpreis ist in den letzten Stunden stark gestiegen. Valerie Haller berichtet.

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Spritpreise stark gestiegen

Die Spritpreise in Deutschland sind infolge des Iran-Kriegs seit Ende Februar 2026 stark gestiegen. Der Dieselpreis überschritt am 4. März erstmals die Marke von zwei Euro pro Liter. Superbenzin der Sorte E10 verteuerte sich ebenfalls deutlich und kostete zeitweise knapp zwei Euro pro Liter.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichteten verschiedene Sendungen, unter anderem die heute-Nachrichten am 05.03.2026 ab 19 Uhr und heute - in Deutschland am 05.03.2026 ab 14 Uhr.
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