Wirtschaftsweise kritisiert Regierung für Energie-Management

Interview

Schnitzer für Ausbau der Erneuerbaren:Wirtschaftsweise kritisiert Regierung für Energie-Management

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Deutschland wird durch die Öl-Knappheit momentan hart getroffen. Die Wirtschaftsweise Schnitzer fordert im ZDF beim Umgang mit Energieträgern ein Umdenken bei der Bundesregierung.

Monika Schnitzer | Vorsitzende Wirtschaftsweise

"Die Lage ist ernst", so die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer. Auf Knappheit "muss es eine Reaktion geben". Das Preissignal solle man weitergeben und wirken lassen, so dass Verbraucher weniger fahren.

01.04.2026 | 5:41 min

Die Lage um die Energiepreise spitzt sich in Deutschland zu. Ab dem heutigen Mittwoch tritt eine Regelung in Kraft, die besagt, dass Tankstellen nur noch einmal pro Tag ihre Kraftstoffpreise ändern dürfen. Öl wird knapper, die Energiepreise steigen. Eine Preisdeckelung wie im Nachbarland Polen hält die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer im Interview mit dem ZDF-Morgenmagazin aber nicht für sinnvoll. Sie fordert, die Preise wirken zu lassen und dringend benötigte Reformen anzugehen.

Sehen Sie das komplette Interview oben im Video oder lesen Sie es hier in Auszügen:

Schnitzer: Hohe Spritpreise wirken lassen

Schnitzer erklärte, man müsse die hohen Preise an der Tankstelle beim Verbraucher und bei der Wirtschaft wirken lassen. Der aktuell hohe Spritpreis verdeutliche die Knappheit.

Und da muss es eine Reaktion geben: Die Menschen müssen sich überlegen, wo ist es wirklich wichtig zu fahren, wo kann ich darauf verzichten, wo kann ich eine Fahrgemeinschaft bilden, wo kann ich vielleicht mal mit dem öffentlichen Nahverkehr fahren.

Monika Schnitzer, Wirtschaftsweise

Wir "sind in einer Situation, wo sich Öl verknappt" und irgendwo müsse das Öl jetzt in Form von Benzin und anderen Formen eingespart werden. Das werde über den Preis geregelt.

Ein Fahrverbot brauche es allerdings nicht, wenn der Preis hoch sei. "Weil dann passen sich die Leute selbst an", so Schnitzer. 2022 habe man bei einem Tankrabatt gesehen, dass die Menschen sich zu wenig angepasst hätten.

Thorsten Frei  CDU | Chef des Bundeskanzleramtes

"Die weltpolitische Lage hat Auswirkungen auf Preise". Wenn der Staat die Preise organisiere, führe das zur "Schieflage staatlicher Finanzen", so Kanzleramtsminister Thorsten Frei, CDU, zu hohen Tankpreisen.

01.04.2026 | 7:35 min

Schnitzer kritisiert Regierung für Umgang mit Erneuerbaren Energien

In Bezug auf konkrete Maßnahmen forderte Schnitzer, sich unabhängiger von fossilen Energieträgern zu machen. Die Regierung habe zuvor beim Ausbau der Erneuerbaren Energien und beim Verbrenner-Aus "eher gebremst".

Alle, die jetzt ein Elektroauto haben, werden sich denken, ich habe die richtige Entscheidung getroffen. Und wer jetzt noch einen Ölktank eingebaut hat in sein Haus, denkt sich vielleicht auch, das war die falsche Entscheidung.

Monika Schnitzer, Wirtschaftsweise

Angesprochen darauf, ob das als Kritik an der Bundesregierung verstanden werden dürfe, die auch weiter auf fossile Energieträger setzen will, sagte Schnitzer: "Wir sehen jedenfalls, dass wir dadurch jetzt wieder besonders stark getroffen sind." Die beste Lösung aus dieser Situation heraus sei, auf den Ausbau der Erneuerbaren zu setzen.

Spritpreis

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Schnitzer fordert Konzentration auf Reformen

Auch der Krieg im Nahen Osten werde Deutschland weiterhin stark betreffen, so Schnitzer. Selbst wenn die Kampfhandlungen morgen aufhören würden, würde es noch einige Monate dauern, bis sich die Situation normalisiert. "Und es ist ja gar nicht damit zu rechnen, dass die Kampfhandlungen gleich gestoppt werden - im Gegenteil", so Schnitzer.

An der Stelle sei jetzt wichtig, diese Krise zu nutzen, um mit voller Kraft alle Reformen durchzusetzen, über die man sich sonst zu lange unnötig streite.

Wir können uns jetzt nicht noch irgendwelche unnötigen Dinge leisten. Wir müssen uns wirklich konzentrieren darauf, unseren Haushalt, unsere Reformen in Ordnung zu bringen. Und da sollte die Regierung wirklich gut zusammenarbeiten.

Monika Schnitzer, Wirtschaftsweise

Das Interview führte ZDF-Moderatorin Dunja Hayali. Zusammengefasst hat es Tim-Julian Schneider.

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