Post & Co.: 2025 gab es so viele Beschwerden wie nie

Post kommt spät oder beschädigt an:So viele Beschwerden über Post & Co. wie nie

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Die Zahl der Beschwerden über die Deutsche Post und ihre Wettbewerber ist 2025 sprunghaft angestiegen. Doch die Gründe sind vielfältig, die Post sieht kein strukturelles Problem.

Eine Frau nimmt ein beschädigtes Paket hoch, das vor ihrer Haustür liegt.

Beschädigte Pakete, aufgerissene Verpackungen: Rund 55.000 Beschwerden gingen im vergangenen Jahr über Post- und Paketdienste ein, knapp ein Viertel mehr als 2024.

08.04.2026 | 0:29 min

In Deutschland haben sich das zweite Jahr in Folge noch nie so viele Verbraucher über die Post und ihre Wettbewerber beschwert wie im vergangenen Jahr. Wie die Bundesnetzagentur mitteilte, gingen bei ihr 55.395 Beschwerden zu Postdienstleistungen ein und damit ein Viertel mehr als 2024. Damals waren es 44.406 gewesen - ebenfalls ein Allzeithoch.

Es geht dabei um Briefe und Pakete, die beschädigt ankamen oder beim falschen Adressaten landeten. Außerdem beschwerten sich die Verbraucher, dass sie zu lange auf ihre Sendungen warten mussten. In einem kleinen Teil der Wortmeldungen ging es um Filial-Öffnungszeiten und um Briefkästen.

Auf eine Million Sendungen kommen vier Beschwerden

Laut Bundesnetzagentur entfallen rund 90 Prozent der Beschwerden auf den Logistikkonzern DHL, der im Inland als Deutsche Post auftritt und Marktführer ist. Zu den Wettbewerbern gehören Unternehmen wie DPD, GLS und Hermes.

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05.02.2026 | 2:18 min

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 9,4 Milliarden Briefe und 4,5 Milliarden Pakete verschickt, der Anteil der Beschwerden ist gemessen an dieser Gesamtmenge klein. "Die Postversorgung in Deutschland funktioniert sehr gut", teilt die Deutsche Post mit.

Post: Nehmen jede Beschwerde ernst

Auf eine Million transportierter Sendungen kämen etwa vier Beschwerden.

Das zeigt sehr deutlich, dass es kein strukturelles Qualitätsproblem gibt.

Mitteilung der Deutschen Post

Man wisse aber, dass nicht immer alles zu 100 Prozent gelingen könne, und nehme jede Beschwerde ernst.

Beschwerden über Mitbewerber oftmals Post zugeordnet

Ein Teil der Beschwerden, die sich auf die Post beziehen, betrifft nach Einschätzung der Deutschen Post ganz andere Firmen. So berichtet ein Firmensprecher von 800.000 sogenannten Fundbriefen, die beim falschen Adressaten eingeworfen und von diesem dann in einen Post-Briefkasten geworfen wurden.

Diese 800.000 Fundbriefe seien von Zustellern eines Wettbewerbers falsch abgegeben worden und die Empfänger hätten irrtümlich angenommen, dass die Post den Fehler gemacht habe, so der Post-Sprecher. "Mutmaßlich wird es dazu etliche Beschwerden gegeben haben."

Ein Verteilerzentrum von DHL ist zu sehen. Es befinden sich einige Pakete im Zentrum und links von einem Regal voller Paketen befindet sich ein Roboter mit der Aufschrift "DHL". Dieser greift gerade zu einem Paket.

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01.10.2025 | 1:25 min

Eine Zahl von selbst verursachten Fundbriefen - wie viele Briefe also Postler versehentlich in den falschen Briefkasten geworfen haben und diese Briefe dann über Post-Briefkästen zurück ins Zustellsystem kamen - nennt der Unternehmenssprecher nicht. Das könne natürlich auch passieren, diese Zahl erhebe man aber nicht.

Post hat mittlerweile mehr Zeit, um Briefe zuzustellen

Beschwerden über längere Wartezeiten auf Briefe könnten auch daher rühren, dass Anfang 2025 eine Gesetzesnovelle in Kraft trat und die Post seitdem bei der Beförderung von Briefen mehr Zeit hat. Musste sie vorher 80 Prozent der heute eingeworfenen Sendungen schon am nächsten Werktag zugestellt haben, so muss sie inzwischen 95 Prozent der Sendungen am dritten Werktag nach Einlieferung zugestellt haben. Am vierten Werktag nach Einlieferung müssen 99 Prozent zugestellt sein.

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2026 gingen bisher über 20.000 Beschwerden ein

Zusätzlich zu der Jahreszahl 2025 veröffentlichte die Bundesnetzagentur auf ihrer Webseite auch erste Zahlen für 2026. Im ersten Quartal gingen bereits 20.316 kritische Wortmeldungen zu Postdienstleistungen ein. Ginge es so weiter, würde der Vorjahreswert in diesem Jahr deutlich übertroffen. Allerdings sanken die monatlichen Beschwerdezahlen zuletzt - waren es im Januar noch 8.742, so waren es im März nur noch 4.768.

Hinzu kommt, dass die Beschwerdezahlen von 2026 nicht eins zu eins vergleichbar sind mit den Zahlen von 2025, da sich die Methodik geändert hat: Im vergangenen Jahr mussten die Verbraucher bei ihren Beschwerden auf der Webseite der Netzagentur noch schriftlich ausformulieren. Inzwischen ist ein Beschwerdetool namens Mängelmelder gestartet worden, bei dem die Antwortmöglichkeiten vorgegeben werden - man muss sie nur noch anklicken und nicht selbst in Worte fassen.

Die Post befürchtet, dass die Einreichung von Beschwerden durch das neue Multiple-Choice-Anklicken so leichtgemacht wird, dass der Anteil von nicht relevanten Wortmeldungen steigt und die Statistik dadurch gewissermaßen aufgebläht wird.

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Quelle: dpa

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