Online-Bezahldienst Wero: Was noch zur Paypal-Alternative fehlt

Online-Bezahldienst aus Europa:Was fehlt Wero, um eine Alternative zu Paypal zu sein?

von Sina Mainitz und Kerstin Ripper

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Der Online-Bezahldienst Wero soll die europäische Antwort auf den US-Anbieter Paypal werden - doch die Konkurrenz ist hart. Warum es schwer ist, in Deutschland Fuß zu fassen.

Wero-Logo bildfüllend auf einem Smartphone

Kein Herunterladen der App: Den europäischen digitalen Zahlungsdienst Wero kann man mit der eigenen Banking-App nutzen. Wie funktioniert der Dienst?

05.10.2026 | 0:35 min

Mit einem Klick im Internet bezahlen, das ist bei den meisten von uns gang und gäbe. Online-Bezahldienste machen das einfach und schnell möglich. Dass das so schnell klappt, liegt auch an der Verbreitung von Bezahldiensten wie Paypal, Apple Pay und Klarna.

Mit Wero will ein weiterer Anbieter das Bezahlen innerhalb Europas einfacher, sicherer und vor allem unabhängiger von US-amerikanischen Diensten machen.

Wero als europäische Alternative

Wero hat in Deutschland inzwischen rund zehn Millionen registrierte Nutzer. Doch das allein reicht nicht: Wero muss aus den Registrierungen auch regelmäßige Zahlungen machen. Nur so können Akzeptanz und Umsatz gesteigert werden.

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Sebastian Omlor, Professor für Wirtschafts- und Handelsrecht an der Philipps-Universität Marburg, ist überzeugt, Wero könne nicht dadurch erfolgreich werden, dass es Paypal einfach kopiert. Es habe aber einen anderen, entscheidenden Vorteil: "Die Zahlungen können unmittelbar von Bankkonto zu Bankkonto erfolgen und auf der europäischen Echtzeitüberweisungs-Infrastruktur aufsetzen.

Im Juli 2024 hat die European Payments Initiative (EPI), an der europäische Banken und Finanzdienstleister beteiligt sind, Wero auf den Markt gebracht. Eine einfache Überweisung von Geldbeträgen in Echtzeit ist über das Smartphone möglich. Dazu ist keine Bankverbindung (IBAN) des Empfängers nötig. Die Handynummer oder die E-Mail-Adresse reichen für den Geldtransfer aus.

Sofern die eigene Bank den Dienst unterstützt und Wero auf dem Smartphone aktiviert ist, verbindet sich der Dienst mit dem Girokonto. Für die Zahlungsabwicklung können Nutzer je nach Bank entweder die Wero-App installieren oder den Dienst in der Banking-App selbst nutzen. Die Sparkassen und Volksbanken, die Postbank, die Deutsche Bank, ING und die Sparda-Banken bieten diesen Dienst an.


Online-Bezahldienste: Wer zuerst kommt, bestimmt meist den Markt

So richtig durchdringen will Wero nicht auf dem europäischen Markt. Das geht aber nicht allein Wero so, wie die Wirtschaftssoziologin Prof. Barbara Brandl betont:

Seit Jahrzehnten versuchen europäische Banken eine pan-europäische Zahlungsinfrastruktur aufzubauen, und es ist immer gescheitert.

Barbara Brandl, Wirtschaftssoziologin der Goethe-Universität Frankfurt

Ein wesentlicher Grund sei, dass die europäische Finanzindustrie nur ein Zehntel so groß sei wie in den USA, führt Brandl aus.

Außerdem hat der Nachahmer es auf dem Markt oft schwerer als das Original. Wero hat zwar vielleicht das Potenzial, eine relevante Rolle zu spielen, muss dafür aber an seiner Bekanntheit arbeiten. Doch das kostet und die Budgets bei Wero sind vermutlich deutlich geringer als bei einer Silicon-Valley-Firma wie Paypal.

Shopping Schulden durch "später bezahlen"

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Händler wie Lidl und Amazon sitzen inzwischen mit im Boot

Seit Ende 2025 können Nutzer die Bezahlfunktion auch bei Händlern nutzen, nach und nach kommen Größen wie Amazon und der Lidl-Online-Shop hinzu. Lidl äußert sich gegenüber ZDFheute positiv: "Wir sind mit der bisherigen Entwicklung von Wero als Zahlungsmittel in unserem Lidl-Onlineshop sehr zufrieden."

Für die Kunden selbst fallen für die Transaktion mit Wero keine zusätzlichen Kosten an. Die Händler bezahlen für Wero allerdings eine Gebühr. Wie hoch diese ausfällt, ist somit letztendlich wohl auch maßgeblich dafür, wie Wero sich etabliert.

Zur jetzigen Relevanz meint Handelsexperte Sebastian Omlor: "Entscheidend wird Wero erst dann, wenn ich ihm beim täglichen Einkaufen regelmäßig begegne." Hinzu komme, dass Wero zunächst stark mit Zahlungen von Person zu Person gestartet ist und erst danach schrittweise in den Onlinehandel vorgedrungen sei.

Das Logo und der Schriftzug vom Onlineversandhändler Amazon sind an der Fassade der Zentrale von Amazon Deutschland zu sehen.

Der Zahlungsdienst Wero wird schrittweise bei dem Online-Unternehmen Amazon eingeführt. Die Plattform Wero wurde als Alternative zu PayPal von europäischen Banken ins Leben gerufen.

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Neue Zahlungsfunktionen geplant

Künftig soll es laut Wero auch möglich sein, Abo- und Ratenzahlungen sowie "Buy now, pay later"-Funktionen zu nutzen. Damit können Kunden Waren jetzt kaufen, müssen sie aber erst später bezahlen.

Solche Funktionen sowie die Möglichkeit, über große Händler wie Amazon neue Kunden mit ins Wero-Boot zu holen, könnten die Wende bringen. Wenn Verbraucher Wero plötzlich bei einem Händler sehen, bei dem sie ohnehin regelmäßig einkaufen, entsteht Bekanntheit nicht mehr nur durch Werbung, sondern durch tatsächliche Nutzung.

Sina Mainitz und Kerstin Ripper sind Redakteurinnen im ZDF-Team Wirtschaft und Finanzen.

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