Unter anderem im ÖPNV in NRW und Bayern:Verdi kündigt für Donnerstag neue Streiks im Nahverkehr an
Nach den Warnstreiks Ende Februar ruft Verdi erneut zu Arbeitsniederlegungen im Nahverkehr auf. Fahrgäste müssen mit Ausfällen bei Bus und Bahn in mehreren Bundesländern rechnen.
Die Gewerkschaft Verdi hat für Donnerstag neue ÖPNV-Warnstreiks in Bayern, dem Saarland, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Hamburg angekündigt. Auch in Hessen und Bremen könnte gestreikt werden.
16.03.2026 | 0:27 minDie Gewerkschaft Verdi hat für Donnerstag in mehreren Bundesländern erneut zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. Betroffen sind Fahrgäste in:
- Bayern
- Saarland
- Brandenburg
- Nordrhein-Westfalen
- Hamburg
In Hessen entscheide sich im Laufe des Montags nach den aktuellen Verhandlungen, ob die Gewerkschaft dort ebenfalls zum Arbeitskampf aufruft, hieß es. In Bremen soll die Entscheidung am Mittwoch fallen.
Erst Ende Februar stand der ÖPNV in fast allen Bundesländern still. Die Streikenden forderten höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen.
27.02.2026 | 1:43 minIn NRW kommt es bereits am Dienstag zusätzlich zu Donnerstag in den meisten Regionen zu Warnstreiks im ÖPNV. Dazu hatte die Gewerkschaft bereits in der vergangenen Woche aufgerufen. Am heutigen Montag sollen in dem Bundesland zudem Beschäftigte in den Verwaltungen und Kundenzentren die Arbeit niederlegen. Auch in Sachsen wird der Nahverkehr bereits am Montag bestreikt.
Verdi: "Wir streiken nicht aus Prinzip"
Es ist der dritte großflächig koordinierte ÖPNV-Arbeitskampf in den laufenden Tarifverhandlungen, die Verdi parallel in allen Bundesländern führt. In Baden-Württemberg sowie in Schleswig-Holstein gibt es bereits Einigungen. Die Vize-Vorsitzende von Verdi, Christine Behle, teilte mit:
In vielen Ländern stehen wir - im vierten Monat der Tarifrunde - leider immer noch am Anfang.
Christine Behle, Vize-Vorsitzende von Verdi
Bereits im Februar standen Busse und Straßenbahnen vielerorts still. Verdi hatte im ÖPNV wieder zu Warnstreiks aufgerufen.
27.02.2026 | 2:33 minDie Gewerkschaftsvertreterin verwies darauf, dass es von den Arbeitgebern heiße, die Zeiten seien schwierig. "Allerdings können wir uns Zögerlichkeit am Verhandlungstisch nicht leisten, es müssen dringend Lösungen her", so Behle. Die Gewerkschaft rufe daher gezielt dort zu Streiks auf, wo es für eine Einigung mehr Druck brauche. Die Proteste seien ein Signal für bessere Arbeitsbedingungen. "Aber wir streiken nicht aus Prinzip", sagte Behle. "Wenn es am Verhandlungstisch gut vorangeht, bleiben Streiks aus."
Ziel der Gewerkschaft sei es, die hohe Belastung der Beschäftigten zu senken und die Berufe wieder attraktiver zu machen. Nur so könne man die hohe Personalfluktuation stoppen und den Mangel an Fahrerinnen und Fahrern bekämpfen.
Wenn uns das nicht gelingt, ist der ÖPNV massiv gefährdet - als Daseinsvorsorge, als Garant für Teilhabe und für Lebensqualität.
Christine Behle, Vize-Vorsitzende von Verdi
Verdi fordert bessere Arbeitsbedingungen
Dieses Mal treffen die Warnstreiks weniger Bundesländer als bei den vorigen Ausständen, bei denen teils über mehrere Tage hinweg der kommunale Nahverkehr nahezu bundesweit zum Erliegen kam. Wie zuletzt dürfte es regional Unterschiede bei Streikdauer und -beginn geben.
Welche Auswirkungen die Streiks im Februar hatten, hatte ZDFheute live eingeordnet.
02.02.2026 | 21:18 minIn den Tarifverhandlungen mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden und Verkehrsunternehmen geht es in den meisten Bundesländern um bessere Arbeitsbedingungen im Rahmen der sogenannten Manteltarifverträge. Diese regeln etwa Arbeitszeit, Pausenlänge und freie Zeit zwischen den Schichten. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt.
Verschont von Arbeitskämpfen blieb bisher vor allem Niedersachsen. Dort gilt bis Ende März eine Friedenspflicht, während der nicht gestreikt werden darf.
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