Folgen für Wirtschaft:IHK: Immenser Schaden durch anhaltendes Niedrigwasser
Wenn der Rhein wenig Wasser führt, hat das Folgen für die Wirtschaft. Laut IHK könnten die Schäden dieses Jahr riesig sein. Niedrigwasserjahre könnten künftig häufiger auftreten.
Ein Binnenschiff fährt auf dem Rhein bei Kaub an der Burg Pfalzgrafenstein vorbei. (Archiv)
Quelle: dpa / Boris RoesslerDas andauernde Niedrigwasser im Rhein belastet die Wirtschaft und könnte in diesem Jahr einen erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden verursachen. "Es ist eine wirklich kritische Situation", sagte Nicole Rabold, verkehrspolitische Sprecherin der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz.
Wenn der Pegelstand beim rheinland-pfälzischen Kaub unter 40 Zentimeter falle, sei eine wirtschaftlich sinnvolle Binnenschifffahrt nicht mehr möglich, so Rabold. Der Abschnitt am Mittelrhein zwischen St. Goar und Mainz gilt als zentraler Engpass auf der wichtigen deutschen Wasserstraße.
Der diesjährige Sommer hat die Folgen der Klimakrise vor allem durch hohe Temperaturen gezeigt. Es war der zweitwärmste Sommer, der in Deutschland jemals gemessen wurde.
31.08.2026 | 1:23 minRekord-Niedrigwasser im Rhein
Zwar war der Pegelstand in Kaub nach einigen Regenfällen zuletzt leicht gestiegen, bewegte sich in den vergangenen Tagen jedoch wieder unter dem bisherigen Tiefstwert, der mit 25 Zentimetern im Jahr 2018 gemessen wurde. Im diesjährigen Sommer war er bereits einstellig.
Besonders bei Niedrigwasser ist es wichtig, dass die Schiffsführer wissen, wie tief die Fahrrinne im Fluss gerade ist. Der Pegel ist damit nicht identisch. Jana Pareigis erklärt mit Grafik.
06.08.2026 | 0:33 minDaraufhin brach die Frachtschifffahrt auf dem Rhein ein: Güterschiffe können entweder gar nicht mehr oder nur leer fahren. Das treibt die Kosten in die Höhe, wie eine Sprecherin der IHK Rheinhessen ergänzte.
Historische Tiefststände wurden nicht nur in Kaub gemessen: Auch beispielsweise in Köln bewegte sich der Pegelstand zuletzt wieder unter dem bisherigen Tiefstwert aus dem Jahr 2018.
Die niedrigen Wasserstände in deutschen Flüssen sind ein Problem für die Binnenschifffahrt. Fracht muss teilweise auf Straße und Schiene umgelegt werden.
06.08.2026 | 2:39 minHöhe der Schäden an der Wirtschaft noch offen
Wie hoch der volkswirtschaftliche Schaden in diesem Jahr ausfallen wird, sei noch offen, so Rabold. Im Niedrigwasserjahr 2018 habe er rund 2,4 Milliarden Euro betragen. Seitdem seien Investitionen getätigt und die Logistik optimiert worden - etwa durch Niedrigwasserschiffe. Auch verbesserte Wasserstandsprognosen könnten helfen, die Transporte besser zu planen.
Ob der Schaden den von 2018 übertreffen wird, bleibt abzuwarten.
Nicole Rabold, IHK Rheinland-Pfalz
Bereits jetzt sei laut Rabold aber davon auszugehen, dass der volkswirtschaftliche Schaden "immens" sein werde. Mit Blick auf den Klimawandel müsse zudem damit gerechnet werden, dass Niedrigwasserjahre häufiger auftreten. Eine einzelne Maßnahme werde das Problem nicht lösen. Eine Vertiefung des Rheins könne jedoch helfen, sagte Rabold. Zugleich müsse der Bund deutlich mehr in die Wasserstraßen investieren.
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