Minijobs vor dem Aus? Wirtschaftsverbände warnen Bundesregierung

Brandbrief an Bas und Warken:Aus für Minijobs? Verbände warnen vor "irreversiblen Schäden"

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Millionen Menschen arbeiten in Minijobs - nun steht das Modell auf der Kippe. In einem Brief warnen Verbände vor "irreversiblen Schäden für den Wirtschaftsstandort Deutschland".

Symbolbild: Eine Kellnerin trägt Eisbecher und kalte Getränke auf einem Tablett zu den Gästen

Eine Allianz von Wirtschaftsverbänden fordert von der Bundesregierung den Erhalt von Minijobs. (Symbolbild)

Quelle: dpa

Eine breite Allianz von Wirtschaftsverbänden hat die Bundesregierung eindringlich davor gewarnt, Minijobs im Zuge der geplanten Sozial- und Rentenreformen faktisch abzuschaffen oder deutlich zu verteuern.

In einem Brandbrief an Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) und Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) fordern unter anderem der Handelsverband Deutschland, der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband, der Gesamtverband der Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände sowie weitere Branchenverbände den Erhalt der Minijobs in ihrer heutigen Form.

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Kommission hatte Abschaffung von Minijobs empfohlen

Die Verbände kritisieren insbesondere Empfehlungen der Alterssicherungskommission, den steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Sonderstatus von Minijobs abzuschaffen. Zudem wenden sie sich gegen geplante höhere Arbeitgeberbelastungen durch Reformen in der Kranken- und Pflegeversicherung sowie gegen eine vorgesehene Anhebung der Pauschalsteuer für Minijobs von 2 auf 5 Prozent.

Die Unterzeichner warnen, eine Abschaffung oder Verteuerung würde Beschäftigte und Unternehmen gleichermaßen treffen. Millionen Menschen hätten sich ganz bewusst für Minijobs entschieden, weil sie sich mit Studium, Familie, Pflege oder einem Hauptberuf vereinbaren ließen.

Rentenkommission legt Bericht vor

Die Rentenkommission hat vorgeschlagen, Minijobs abzuschaffen. Betroffen wären fast sieben Millionen Menschen, vor allem im Handel, in der Gastronomie und in der Gebäudereinigung.

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Fielen die steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Vorteile weg, müssten viele Beschäftigte spürbare Einkommenseinbußen hinnehmen oder deutlich mehr Stunden arbeiten, um auf das bisherige Einkommen zu kommen.

Verbände warnen vor "irreversiblen Schäden"

Für Unternehmen seien Minijobs trotz der bereits heute allein von Arbeitgebern getragenen Pauschalabgaben unverzichtbar, argumentieren die Verbände. Sie dienten dazu, Personalengpässe aufzufangen und Öffnungszeiten sowie die Versorgung etwa im Einzelhandel und im Gastgewerbe sicherzustellen.

Auf dem Bild sind Friedrich Merz und Lars Klingbeil zu sehen.

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Die Verbände appellieren an die Bundesregierung, Minijobs zu erhalten und nicht weiter zu verteuern. Andernfalls drohten "irreversible Schäden für den Wirtschaftsstandort Deutschland".

Minijobs mit einem Verdienst von bis zu 603 Euro im Monat abzuschaffen, gehört zu den Vorschlägen für eine Rentenreform der schwarz-roten Koalition, die eine Regierungskommission vorgelegt hatte. Die Kommission empfiehlt, Minijobs in die Rentenversicherung einzubeziehen und ihren steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Sonderstatus abzuschaffen. Ausnahmen sollten demnach nur noch für Schülerinnen und Schüler möglich sein.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, zuletzt ZDFheute live am 03.07.2026 ab 13:29 Uhr.

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