Die neue Broligarchie:Wie sich Facebook-Gründer Zuckerberg Trump unterordnet
von Bettina Blaß
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat sich vom schüchternen Harvard-Nerd zum Machtmenschen gewandelt. Er kämpft, zitiert römische Feldherren - und rückt an Donald Trump heran.
Vom Nerd zum Tech-Oligarchen: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gehört zu den mächtigsten Menschen der Welt. Einst schüchterner Geek, hat er inzwischen einen klaren Imagewandel vollzogen.
03.01.2026 | 44:35 minDie Zeiten des schüchternen Harvard-Absolventen Mark Zuckerberg, der Reportern erzählte, er lebe in einer Ein-Zimmer-Wohnung und schlafe auf einer Matratze auf dem Boden, sind für alle sichtbar endgültig vorbei. Mark Zuckerberg, Gründer des Meta-Konzerns, zu dem Facebook, Instagram, WhatsApp, Threads und die KI Meta.AI gehören, hat sich neu erfunden.
Neben Sprüchen auf seinen T-Shirts, die römische Feldherren zitieren, inszeniert sich Zuckerberg auf seiner eigenen Plattform Instagram als knallharter Kampfsportler und Patriot. Dabei präsentierte sich der Tech-Milliardär noch vor wenigen Jahren progressiv mit sozialliberalen Positionen, wie die ZDFinfo-Dokumentation "Mark Zuckerberg - Tech-Genie auf Trump-Kurs" zeigt.
Mark Zuckerbergs Unternehmen Meta steht in den USA vor Gericht. Vorwurf: Der damalige Facebook-Konzern soll die Konkurrenten Instagram und Whatsapp überteuert aufgekauft haben.
14.04.2025 | 2:48 minBlick zurück: Teilnahme an Gay-Pride-Parade, Achten auf Frauenquote
2013 nahm Zuckerberg mit über 700 Facebook-Mitarbeitern an der Gay-Pride-Parade in San Francisco teil und setzte sich für eine Einwanderungsreform ein. Er achtete auf die Frauenquote und holte 2008 Sheryl Sandberg als Geschäftsführerin zu Facebook.
Doch Mark Zuckerberg ist heute ein anderer. In einem Interview mit dem Podcaster Joe Rogan im Januar 2025 sagte er:
Ich glaube, diese männliche Energie ist etwas Gutes. (...) Ich finde, es schadet nicht, Aggression wieder ein bisschen mehr zu feiern. Das hat auch was Positives.
Mark Zuckerberg, Facebook-Gründer
Sehen Sie die Doku "Mark Zuckerberg - Tech-Genie auf Trump-Kurs" am 7. Januar um 1:15 Uhr bei ZDFinfo oder jederzeit im ZDF-Streaming-Portal.
An den männlichen Kameradschaftsgeist hat auch US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf appelliert. Genauer: an den "Bro-Spirit". "Bro" steht für Bruder und ist ein gängiger Ausdruck für Männerfreundschaft. Kommt Macht hinzu, ist die Rede von der "Broligarchie". In dem Begriff verschmelzen die Wörter "Bro" und "Oligarchie", also eine Staatsform, in der eine kleine Gruppe die politische Herrschaft ausübt.
Meta-Chef Zuckerberg will nach dem Amtsantritt von Donald Trump die bisher üblichen Maßnahmen gegen Hassreden massiv einschränken. Damit ist er ganz auf Linie des neuen Präsidenten.
22.01.2025 | 2:45 minImagewandel von Mark Zuckerberg nach Trump-Wahl
So mutmaßt der französische Journalist Philippe Corbé, dass der Wandel des Facebook-Gründers direkt mit dem US-Präsidenten zusammenhängt: "Zuckerberg hatte wohl Angst, Trump könne ihm wegen Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht das Leben schwer machen", sagt er. Zusätzlicher Druck kam durch die damalige Freundschaft von Elon Musk, Inhaber der Social-Media-Plattform X, mit Donald Trump.
Ein Konkurrent, der dem Präsidenten so nahesteht, ist gefährlich.
Philippe Corbé, Journalist
Facebook und Instagram in den USA bald ohne Faktenprüfer? So will es Meta-Chef Zuckerberg. Außerdem kündigt er eine Zusammenarbeit mit Trump an. Was heißt das für die Demokratie?
07.01.2025 | 2:39 minIm November 2024, kurz nach der Präsidentschaftswahl in den USA, traf Zuckerberg Donald Trump in Mar-a-Lago persönlich. Direkt danach verkündete er: "Es ist Zeit, dass wir bei Facebook und Instagram zu unseren Wurzeln der freien Meinungsäußerung zurückkehren." Damit kündigte er an, die Faktenprüfung durch sogenannte "Community Notes" zu ersetzen, so wie es auch Elon Musk auf seiner Plattform X umgesetzt hatte. Donald Trump lobte Meta danach öffentlich dafür, "große Fortschritte gemacht" zu haben.
CNN-Journalistin Melissa Bell weist auf eine sehr treffende Karikatur hin, die das Verhältnis von Trump und den Tech-Milliardären in den USA beschreibe: Alle säßen in einem Tesla mit Donald Trump am Steuer. Trump "bestimmt, wo's langgeht. Sie lassen sich von ihm mitnehmen".
Für Mark Zuckerberg zählt offensichtlich nur eines: Er will sein Imperium ausbauen. Auch wenn er sich dafür neu erfinden muss.
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