"Nationale Krise" wegen Dürre:Eine Milliarde Euro Hilfe für Bauern - Verband fordert mehr
Agrarminister Alois Rainer (CSU) sieht wegen der schlechten Ernte eine "Krise nationaler Tragweite" und kündigt Hilfen an. Dem Bauernverband reicht das nicht.
Die Folgen des heißen und trockenen Sommers zeigen sich im Erntebericht 2026. Besonders beim Mais gibt es deutliche Einbußen. Landwirtschaftsminister Rainer sieht eine Krise nationaler Tragweite.
02.09.2026 | 1:34 minBei den Dürre-Schäden in der deutschen Landwirtschaft handelt es sich nach Einschätzungen von Bundesagrarminister Alois Rainer um eine "Krise von nationaler Tragweite". Deshalb will der Politiker der CSU den Agrarbetrieben im Umfang von einer Milliarde Euro finanziell unter die Arme greifen. Ein formales "Schadensereignis von nationalem Ausmaß" wie bei der Dürre 2018 oder dem Hochwasser 2021 rief Rainer nicht aus.
Im Zentrum der Hilfen stehen zwei Liquiditätsprogramme, bei denen Landwirte ohne bürokratischen Aufwand Darlehen zu niedrigen Zinsen erhalten sollen. Daneben soll es unter anderem steuerliche Erleichterungen sowie gezielte Düngemittelhilfen geben. Außerdem kündigte Rainer an, die Direktzahlungen an die deutsche Landwirtschaft im kommenden Jahr einmalig auf 700 Millionen zu erhöhen.
Bauernverband fordert zusätzliche Maßnahmen
Der Bauernverband reagierte enttäuscht. Die angekündigten Liquiditätsprogramme zeigten Handlungswillen, seien aber nicht ausreichend, sagte Generalsekretärin Stefanie Sabet. Darüber hinaus forderte sie, die Düngehilfemittel von 60 Millionen auf 180 Millionen Euro aufzustocken. Überdies müssten 80 Prozent der zugesagten Direktzahlungen schon vorzeitig im Oktober fließen.
Die Betriebe brauchen kurzfristige liquide Mittel im Herbst, um die nächste Ernte zu finanzieren.
Stefanie Sabet, Generalsekretärin des Bauernverbandes
Landwirte spüren die Folgen von Hitze und Trockenheit: Ernten teilweise nur halb so groß, wie üblich. Besonders betroffen ist der Süden. Ökonomen rechnen mit steigenden Kosten.
18.08.2026 | 2:37 minVerbraucherorganisation geht Hilfe zu weit
Der Verbraucherorganisation Foodwatch geht hingegen schon die jetzigen Hilfen zu weit.
Die Antwort der Bundesregierung auf die Krise der Landwirte darf nicht sein, Millionen an Steuergeld ohne Bedingungen in den Sektor zu pumpen.
Annemarie Botzki, Foodwatch-Expertin
Wer öffentliche Hilfe bekomme, müsse auch mehr Verantwortung für Wasser- und Klimaschutz übernehmen - etwa durch Nutztierhaltung und weniger Pestizide, argumentiert Botzki.
Hitze, Dürre, Waldbrände: Mit Wetterextremen hat der Sommer gezeigt, was Klimawandel bedeutet. Das ist auch beim Bundeskanzler angekommen. Konsequenzen? Keine.
30.08.2026 | 3:56 minDürre-Ernte 2026: Getreidemenge sinkt um 7,3 Prozent
Hintergrund der Maßnahmen ist die Erntebilanz, die wegen des Dürre-Sommers vielerorts enttäuschend ausgefallen ist. In einigen Regionen hätten Trockenheit und Hitze teils "verheerende Spuren" hinterlassen, sagte Agrarminister Rainer.
Die Erntemenge beim Getreide sank demnach mit rund 37,4 Milliarden Tonnen im Vergleich zum Vorjahr um 7,3 Prozent, in Bayern lag das Minus bei 8,6 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern - dem größten Rapsbauland - gingen die Hektarerträge sogar um rund 25 Prozent zurück.
Ein zu heißes Frühjahr und Hitzewellen im Sommer sorgen für eine negative Erntebilanz 2026. Der Bauernverband fordert Hilfe der Politik, um sich auf die schwierigen Klimabedingungen einzustellen.
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