Ernteausfälle, Waldbrände, extreme Hitze:Greenpeace: Schäden von 36 Milliarden Euro durch Sommer
Ernteausfälle, Waldbrände, Hitze und Trockenheit: Die volkswirtschaftlichen Schäden fallen laut Greenpeace in Milliardenhöhe aus. Die Organisation fordert Berlin zum Handeln auf.
Die derzeitige Hitzewelle mit Trockenheit stellt Wirtschaft und Landwirtschaft in Deutschland vor erhebliche Herausforderungen.
11.08.2026 | 1:43 minDer diesjährige Sommer in Deutschland verursacht nach einer Berechnung von Greenpeace volkswirtschaftliche Schäden von mindestens 36 Milliarden Euro.
Diese kämen durch Ernteausfälle, Waldbrände und Gesundheitskosten wegen extremer Hitze und Trockenheit zusammen. Sie entsprächen in der Summe knapp einem Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts, teilte die Umweltschutzorganisation in Hamburg mit.
Landwirte spüren die Folgen von Hitze und Trockenheit: Ernten teilweise nur halb so groß, wie üblich. Besonders betroffen ist der Süden. Ökonomen rechnen mit steigenden Kosten.
18.08.2026 | 2:37 minGreenpeace: Bundesregierung muss handeln
In die Greenpeace-Berechnung seien unter anderem Schadensschätzungen aus den Bereichen Verkehr, Gesundheit, Forst- und Landwirtschaft sowie Produktivitätsverluste und Bildungskosten aufgrund der Hitze eingeflossen. Greenpeace forderte die Bundesregierung zum Handeln auf. Greenpeace-Finanzexperte Mauricio Vargas erklärte:
Die Zahlen sind unmissverständlich: Ein Weiter-so können wir uns schlicht nicht mehr leisten.
Mauricio Vargas, Greenpeace-Finanzexperte
Die Bundesregierung müsse auf der anstehenden Kabinettsklausur "mit dem gebotenen Ernst auf die Klimakrise reagieren".
SPD-geführte Ressorts wollen Deutschland besser auf extreme Hitze vorbereiten und den Klimaschutz im Grundgesetz festschreiben. Die Union lehnt die geplante Verfassungsänderung ab.
17.08.2026 | 1:52 minGrößter Schadensposten entfällt auf die Arbeitswelt
Der größte Schadensposten entfällt laut Greenpeace auf die Arbeitswelt: Bei geschätzt 25 Hitzetagen würden sich hitzebedingte Produktivitätsverluste und -ausfälle auf 10,8 Milliarden Euro summieren. Die Gesamtschäden von mindestens 36 Milliarden Euro seien konservativ berechnet - mehrere Wirkungskanäle ließen sich nicht belastbar quantifizieren und blieben daher unberücksichtigt.
Darunter fielen etwa die Folgeschäden der Waldbrände - vom Verlust an Biodiversität über Trinkwasser- und Erosionsschutz bis zur Regulierung des Mikroklimas.
Die wahren Kosten von Extremwetterereignissen wie diesem Hitzesommer liegen weit über unseren Berechnungen.
Mauricio Vargas, Greenpeace-Finanzexperte
Juni und Juli waren in Westeuropa die heißesten jemals gemessenen Sommermonate, so der EU-Klimadienst Copernicus. Die Temperatur lag 2,8 Grad über dem Durchschnitt.
10.08.2026 | 1:44 minLassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
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