Analyse des Ifo-Instituts:Deutschland noch nicht gut für KI-Boom gewappnet
Deutschland ist laut einer Analyse des Ifo-Instituts noch nicht gut auf den KI-Boom vorbereitet. Forscher warnen vor Versäumnissen in den Bereichen Bildung und Digitalisierung.
Das Ifo-Istitut sieht unter anderem im Bildungssystem Nachholbedarf.
Quelle: Carmen Jaspersen / picture alliance / dpaDeutschland fehlen nach Ansicht des Ifo-Instituts wichtige Voraussetzungen, um das Wachstumspotenzial Künstlicher Intelligenz auszuschöpfen. "Die Hightech-Branche ist noch zu klein und die Verwaltung ist zu wenig digitalisiert", sagte Ifo-Experte Oliver Falck am Montag zu einer Analyse des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts.
Und das Bildungssystem passt sich nicht schnell genug an die Veränderungen durch KI an.
Oliver Falck, Leiter des Ifo-Zentrums für Innovationsökonomik und digitale Transformation
Beim zweitägigen Digitalgipfel der Bundesregierung kommen ab Montag Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, um sich über Künstliche Intelligenz (KI), Cybersicherheit und digitale Souveränität auszutauschen.
Zum Auftakt des Gipfels hat Bundesdigitalminister Wildberger mehr Tempo bei der KI-Entwicklung angemahnt. Gleichzeitig warnte er vor den Gefahren durch Missbrauch von Künstlicher Intelligenz.
02.11.2026 | 1:31 minIfo-Forscher: Große Abhängigkeit vom Ausland
Der IKT-Sektor (Informations- und Kommunikationstechnologien) trägt laut Ifo nur 4,6 Prozent zur Bruttowertschöpfung in Deutschland bei. Damit liege der Anteil im unteren EU-Mittelfeld. Bei IKT-Dienstleistungen importierte Deutschland demnach 2025 Leistungen im Wert von elf Milliarden Dollar mehr, als es exportierte.
"Kein anderes EU-Land ist im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie stärker vom Ausland abhängig als Deutschland", sagte Ifo-Forscher Christian Pfaffl.
Die OECD blickt optimistischer auf die deutsche Wirtschaft. Der KI-Boom treibt die Exporte, etwa bei Kabeln und Kühlsystemen. Zugleich mahnt die Organisation Reformen an.
23.09.2026 | 1:36 minKaum Fortschritte bei Digitalisierung der Verwaltung
Kaum Fortschritte gibt es nach der Ifo-Analyse im Auftrag der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern auch bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung - obwohl gerade sie mithilfe von KI und der umfangreich vorhandenen Verwaltungsdaten Bürgern und Unternehmen bessere Dienstleistungen anbieten könnte.
So stecke Deutschland etwa bei dem Bereitstellen vorausgefüllter Formulare noch in der Experimentierphase, während dies in Nachbarländern wie den Niederlanden, Dänemark, Polen oder Österreich längst weitgehend umgesetzt sei, hieß es.
Tech-Konzerne stecken Milliarden in Künstliche Intelligenz. Doch ob sich die Investitionen auszahlen, ist ungewiss. Ist die KI-Branche bereits too big to fail? ZDFheute live analysiert.
27.10.2026 | 14:08 minIfo-Experte sieht mangelnde KI-Fachkompetenz
Ein weiteres Problem sehen die Ifo-Forschenden im Bildungsbereich: Bei Kompetenzen über dem Grundniveau liegt Deutschland unter dem EU-Durchschnitt. Rund 40 Prozent der Achtklässler erreichen nicht Stufe zwei der Computer- und Informationskompetenz.
"KI-Anwendungen verbreiten sich rasant, aber zu vielen fehlt das Wissen, sie produktiv zu nutzen", erklärte Falck. Mangelnde Fachkompetenz sei der häufigste Grund, warum Unternehmen geplante KI-Projekte nicht umsetzten.
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