Immobilie kaufen: Wo es Millennials leichter als Babyboomer haben

Generationen im Vergleich:Immobilie finanzieren: Wo es Millennials leichter haben

von Carolin Hentschel

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Der Traum vom Eigenheim scheint gerade für jüngere Menschen immer unerreichbarer. Sie besitzen seltener Wohneigentum als ältere Generationen. Doch war früher wirklich alles besser?

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Nico und Barbara haben es geschafft. Mit Ende 20 erfüllten sie sich bei Bergen auf Rügen den Traum vom eigenen Haus. Für Grundstück und Bau zahlten sie zusammen gut eine halbe Million Euro. "Meine Eltern hätten sich mit dem Geld wahrscheinlich vier Häuser bauen können", sagt Nico und lacht.

Tatsächlich sind die Preise für Wohngebäude zwischen 2010 und 2022 laut Statistischem Bundesamt um 64 Prozent gestiegen. "Seit 2010 gab es über viele Jahre zweistellige Preissteigerungsraten", sagt Pekka Sagner vom Institut der deutschen Wirtschaft.

500.000 Euro für ein Haus inklusive Grundstück sind heute nichts Ungewöhnliches. Im Umland großer Städte ist es oft deutlich teurer.

Pekka Sagner, Institut der deutschen Wirtschaft

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Drei Faktoren entscheidend für Hauskauf

Trotzdem ist es ein Mythos, dass es für Babyboomer grundsätzlich leichter oder billiger war, ein Eigenheim zu finanzieren. Entscheidend sind drei Faktoren:


  • Kaufpreis
  • Zinsen
  • Einkommen

Das Institut der deutschen Wirtschaft berechnet daraus seit den 1980er Jahren einen Erschwinglichkeitsindex - mit überraschendem Ergebnis: 1981 lag er bei 115,5 Punkten, Wohneigentum war damals besonders schwer erschwinglich. 2023 lag der Wert dagegen bei 41,0.

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Kreditzinsen in 1980er Jahren deutlich höher als heutzutage

Zwar waren Immobilien früher günstiger, doch Kredite waren deutlich teurer. "Babyboomer mussten teils zweistellige Zinsen zahlen - mehr als das Doppelte oder Dreifache des heutigen Niveaus", sagt Sagner. In den 1980er Jahren lagen Bauzinsen bei über zehn Prozent. Die monatliche Belastung war entsprechend hoch.

Auch die Einkommen sind in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen. Laut Daten des Kiel Instituts für Weltwirtschaft mussten Haushalte 1981 rund 60 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Hypothek aufwenden, 2024 waren es etwa 43 Prozent. Die teuersten Phasen lagen genau in der Zeit, in der viele Babyboomer ihre Häuser finanzierten.

Wunsch nach Eigenheim bleibt groß

Und trotzdem wird Wohneigentum für Jüngere seltener. Nur noch etwa jeder dritte Haushalt unter 50 lebt im eigenen Zuhause, bei Älteren ist es mehr als jeder zweite. Dabei bleibt der Wunsch groß: Laut einer aktuellen Sparda-Studie wollen 74 Prozent der Menschen in Deutschland ein Eigenheim.

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Die Hürden beim Immobilienkauf liegen heute vor allem bei den hohen Einstiegskosten, zeigen aktuelle Studien. Der Eigenkapitalanteil, der aufgebracht werden muss, noch bevor überhaupt ein Kredit beantragt werden kann, ist für viele zur zentralen Herausforderung geworden.

Eine wichtige Rolle spielen dabei die gestiegenen Erwerbsnebenkosten wie Grunderwerbsteuern, Notar- und Maklergebühren. "Das liegt zum einen daran, dass sie natürlich in Relation zum Kaufpreis der Immobilie gemessen werden, aber es liegt zum anderen auch daran, dass beispielsweise die Grunderwerbsteuersätze heute in vielen Regionen in Deutschland deutlich höher sind als früher", erklärt Sagner.

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Das Kieler Institut für Weltwirtschaft hat ausgerechnet: Millennials müssen für den Eigenkapitalanteil beim Immobilienkauf heute doppelt so lange sparen wie die Babyboomer der Jahrgänge 1955 bis1969. Laut der Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft dauert es heute im Schnitt rund 14 Jahre. Babyboomer benötigten dafür bei vergleichbarer Sparquote nur rund 6,8 Jahre.

Bank finanziert die Baunebenkosten nicht

Auch Nico und Barbara spürten diese Hürde. "Unsere Baunebenkosten lagen bei etwa 20.000 Euro - Kosten, die die Bank nicht mitfinanziert", sagt Nico. Das schmälere das Eigenkapital natürlich gewaltig.

Bei 100.000 Euro Eigenkapital und rund 6.000 Euro Haushaltsnettoeinkommen erhielten beide schließlich einen Kredit über 400.000 Euro zu 3,6 Prozent Zinsen mit zehn Jahren Zinsbindung. Gut 30 Jahre werden sie ihn voraussichtlich abbezahlen. "Es fühlt sich schon komisch an, so viele Schulden auf einmal zu haben", sagt Nico. Und trotzdem: "Man weiß, wofür man es tut."

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