Digitalisierung bei "illner":Mit KI zum neuen Wirtschaftswunder?
von Torben Schröder
Künstliche Intelligenz bietet enorme wirtschaftliche Potenziale. Digitalminister Wildberger plädiert bei "illner" für staatliche Investitionen - und will EU-Rechte schützen.
Sehen Sie hier die Sendung maybrit illner vom 8. Mai 2026.
07.05.2026 | 63:23 minEgal, welche Bundesregierung im Amt ist - der Weg raus aus Wirtschaftsflaute und kriselnden Staatsfinanzen will nicht gelingen. Vielleicht bietet ja die Künstliche Intelligenz (KI) die Chance, den gordischen Knoten zu durchschlagen.
"Bei der Anwendung haben wir in Deutschland fantastische Möglichkeiten", sagt der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar in der ZDF-Sendung "maybrit illner".
Die KI löse nicht nur das Problem des Fachkräftemangels. Sie biete, wie Jeanette zu Fürstenberg von der Venture-Capital-Gesellschaft General Catalyst sagt, auch großes Potenzial, um die Stärkenprofile der deutschen und europäischen Wirtschaft auszuspielen.
Mit KI entsteht gerade eine ganz neue Wertschöpfung.
Jeanette zu Fürstenberg, General Catalyst
Das biete einzigartige Chancen, einheimische Talente zu nutzen und neue Wertschöpfungsketten zu knüpfen. Deutschland sei imstande, im internationalen Maßstab gleichwertige Technologie zu bauen. So gebe KI die Möglichkeit, Produktivität wieder ins Land zu holen.
Künstliche Intelligenz erhält immer mehr Einzug in unseren Alltag - besonders die junge Generation greift häufig darauf zurück. Welche Folgen hat das für unser Zusammenleben?
07.05.2026 | 11:36 minDeutsche KI-Forschung ist "Weltspitze"
Das Wissen, das in Deutschland KI-Forschung erzeugt wird, könne problemlos mit China oder den USA mithalten, sagt der Digitalisierungsexperte Sascha Lobo. Der Haken liege in der oft misslingenden Übertragung auf Geschäftsmodelle und, im Erfolgsfall, der schnellen Abwanderung der Unternehmen.
Die Forschung für Künstliche Intelligenz in Deutschland ist hervorragend, die ist absolute Weltspitze.
Sascha Lobo, Digitalisierungsexperte
Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) äußert sich zuversichtlich, dass in Deutschland die Digitalisierung gelingen und bei KI aufgeholt werden könne. Der Staat müsse, wie in den USA und China, strategisch als Ankerkunde Unternehmen unterstützen. Es dürfe aber nicht zu einer zu engen Verquickung von Unternehmen und Staat führen.
Künstliche Intelligenz verändert immer mehr Lebensbereiche, auch die Arbeitswelt. Eine ZDF-Doku zeigt, wie KI Berufe beeinflusst und was das für die Zukunft der Arbeit bedeutet.
30.04.2026 | 2:48 minDer Erfolg in den USA, sagt Yogeshwar, habe wesentlich damit zu tun, dass genau diese strategische Unterstützung früh praktiziert worden sei: "Ich würde mir heute wünschen, KI in genau dieser Weise zu priorisieren."
Anders als in den USA, solle Deutschland aber nicht nur auf Startups schauen. Auch der Mittelstand biete viel Potenzial. Hier gelte es, das Bewusstsein zu schaffen, welche Möglichkeiten KI bietet.
ZDF-Rechtsexpertin Sarah Tacke warnt bei "maybrit illner" vor KI ohne Regeln: "Was wollen wir zulassen?"
07.05.2026 | 1:34 minDigitalabgabe: Eine Frage der "Gerechtigkeit"?
Nur bestehen, vor allem in Sachen Datenverwaltung und -verwendung, auch Risiken. Lobo spricht bezüglich der US-amerikanischen IT-Konzerne von einer Partnerschaft, die jedoch nicht zu einer Abhängigkeit oder Hierarchie werden dürfe. Besser, als amerikanischen Big-Tech-Unternehmen Regulierung entgegenzusetzen, seien eigene Big-Tech-Unternehmen.
Wir leben, sagt die ZDF-Rechtsexpertin Sarah Tacke, in einer Realität, in der große amerikanische Konzerne sehr viel Geld damit verdienen, KI illegal mit geistigem Eigentum zu füttern. "Was wir machen können, ist zu sagen: Wir wollen, dass dafür bezahlt wird." Eine Digitalabgabe sei so auch eine Frage der Gerechtigkeit.
Skeptisch äußert sich Wildberger zur Digitalabgabe. Grundsätzlich sollten Unternehmen, die enorme Wertschöpfung betreiben, hier auch adäquat Steuern zahlen. Nur brauche es nachhaltige Regelungen, die auch im stetigen Wandel des KI-Zeitalters Bestand haben.
Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) warnt bei "maybrit illner" davor, europäische Digitalgesetze mit Handelsfragen zu verknüpfen.
07.05.2026 | 1:31 minWildberger: Europäische Werte schützen
Der Digitalminister plädiert dafür, das transatlantische Verhältnis und die gewachsenen unternehmerischen Partnerschaften zu bewahren. Zugleich gelte es, die eigenen Interessen zu schützen. So baue der Bund eine eigene, souveräne Cloud-Infrastruktur auf, zwecks Unabhängigkeit bei der Datenverwaltung.
Nicht auf den Verhandlungstisch gelegt werden solle der Digital Markets Act und der Digital Services Act, denn sie würden europäische Souveränität bewahren. Wildberger spricht von europäischen Werten und Rechten, die nicht mit Handelsfragen verknüpft werden sollten. Die Gesetze betreffen Verhaltensregeln für große Tech-Konzerne und Online-Plattformen.
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