Wirtschaft: Ifo-Institut rechnet mit deutlich mehr Wachstum

Konjunkturprognose:Ifo-Institut rechnet mit deutlich mehr Wirtschaftswachstum

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Das ifo-Institut erwartet für das laufende Jahr einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,4 Prozent - deutlich mehr als bisher. Auch andere Institute verbessern ihre Prognosen.

Symbolbild: Gestapelte Frachtcontainer der Reedereien Maersk, Hamburg Sued und Hapag-Lloyd auf einem Containerterminal. Ein Regenbogen über dem Hafengelände markiert einen Wetterwechsel.

Der Wirtschaftsweise Achim Truger rechnet mit einem "ganz ordentlichen Aufwärtstrend", warnt aber: "Der größte Risikofaktor sitzt im Weißen Haus."

03.09.2026 | 6:06 min

Das ifo-Institut blickt für 2026 und 2027 deutlich optimistischer auf die deutsche Wirtschaft als zuletzt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde in diesem Jahr um 1,4 Prozent steigen und im nächsten um 1,2 Prozent zulegen, teilten die Münchner Wirtschaftsforscher zu ihrer neuen Konjunkturprognose mit. 2028 dürfte es um 0,8 Prozent nach oben gehen.

Prognose: Wirtschaftswachstum in Deutschland

ZDFheute Infografik

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Auch das Kiel Institut (IfW) und das Leibniz-Institut aus Essen (RWI) erwarten nun eine Zunahme der Wirtschaftsleistung um 1,3 Prozent. Tags zuvor hatte bereits das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) seine Prognose angehoben. Es erwartet ein Wachstum von 1,2 Prozent in diesem Jahr, ein Plus von 0,7 Punkten im Vergleich zum Juni. 

Ifo-Institut: Lichtblicke für Industrie

"Deutliche Impulse aus dem Ausland und die Mehrausgaben für Infrastruktur, Klima und Verteidigung in Deutschland verhindern stärkere Bremsspuren beim Wachstum durch den Energiepreisschock und das Niedrigwasser auf den Flüssen", sagte ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Vor allem für die krisengeplagte Industrie zeigten sich Lichtblicke.

Die Erholung der deutschen Wirtschaft setzt sich fort.

Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser

Bisher hatte das ifo für das laufende und das kommende Jahr nur je ein Anziehen der Wirtschaftskraft um 0,8 Prozent veranschlagt. In der aktuellen Prognose werden vor allem die konjunkturellen Schubkräfte – also die Impulse durch die Finanzpolitik und aus dem Ausland – stärker und die Bremswirkungen des Energiepreisschocks durch den Iran-Krieg schwächer eingeschätzt.

Wirtschaftsweiser Truger: Wirtschaftsdaten "überraschend gut"

Der Wirtschaftsweise Armin Truger sagte im ZDF-Morgenmagazin, die jüngsten Daten des Statistischen Bundesamts seien "überraschend gut". Der positive Impuls kommt laut dem Professor für Sozioökonomie an der Universität Duisburg-Essen vor allem aus Exporten.

Jetzt kommt tatsächlich aus dem Ausland das, was jahrelang nicht gekommen ist: Ein relativ kräftiger Nachfrageschub.

Wirtschaftsweiser Armin Truger

Containerschiff im Hamburger Hafen (Archivfoto)

Die deutsche Wirtschaft ist im Frühjahr stärker gewachsen als zunächst gedacht. Das Bruttoinlandsprodukt stieg dank höherer Exporte von April bis Juni um 0,3 Prozent zum Vorquartal.

25.08.2026 | 0:21 min

Staatsschulden steigen - Inflation bleibt wohl hoch

Unterdessen lasse der expansive Kurs der Finanzpolitik der Bundesregierung die Finanzierungsdefizite des Staates kräftig anschwellen, betonte das ifo-Institut. Das Budgetdefizit dürfte sich von 3,0 Prozent des BIP 2025 auf 4,6 Prozent 2028 ausweiten. "Im selben Zeitraum wird der Bruttoschuldenstand voraussichtlich von 62,7 Prozent auf 67,9 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen", hieß es.

Inflation in Deutschland (insgesamt, Energie, Nahrung)

ZDFheute Infografik

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Die Inflationsrate wird demnach in diesem und im kommenden Jahr auf 2,8 beziehungsweise 3,0 Prozent steigen. Erst 2028 dürfte sich die Teuerung mit 2,3 Prozent wieder in Richtung des Zielwerts von zwei Prozent der Europäischen Zentralbank bewegen.

Auf einem Preisschild an einer Tankstelle werden die aktuellen Preise für Kraftstoffe angezeigt.

Das Statistische Bundesamt schätzt die Inflation im August auf 2,9 Prozent. Seit Beginn des Iran-Kriegs im Februar steigen die Preise wieder stärker.

31.08.2026 | 1:34 min

"Die durch Heizöl und Kraftstoff getriebene Inflation wird im weiteren Prognoseverlauf voraussichtlich sinken", erklärte Wollmershäuser. "Allerdings dürften vor allem die Verbraucherpreise für Strom und Gas im Winter nochmals steigen", schränkt er ein. Insgesamt bleibe die Konsumkonjunktur aufgrund der hohen Inflation gedämpft.

Im zweiten Quartal war die deutsche Wirtschaft um 0,3 Prozent gewachsen, nach einem Plus von 0,4 Prozent zum Jahresstart 2026.

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Quelle: Reuters, AFP, ZDF
Über dieses Thema berichtete das ZDF-Morgenmagazin am 03.09.2026 ab 05:30 Uhr.

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