Lösungen gegen Übermacht aus China:Wie Deutschland bei humanoiden Robotern aufholen will
von Florian Neuhann
China dominiert den Markt für humanoide Roboter. Hoffnung kommt in Deutschland von Startups - und ausgerechnet von einer Firma, die vor zehn Jahren von Chinesen übernommen wurde.
Humanoide Roboter aus China dominieren den Markt. Wo steht Deutschland? Der Beitrag zeigt, woran hierzulande gearbeitet wird – und wie deutsche Entwicklungen mithalten können.
12.10.2026 | 3:28 minDer Roboter hat noch keinen Namen - und auch keine Beine, weil die zu viel Energie verbrauchen. Aber vielleicht hat er im Gegenzug eine große Zukunft?
Das hofft man zumindest bei KUKA in Augsburg, wo der Prototyp vor ein paar Tagen erstmals Menschen von außerhalb präsentiert wurde - in diesem Fall: einem Kamerateam des ZDF.
KI verändert die Welt – auch in ungewöhnlichen Industrien, wie bei Sexpuppen. Chinesische Nutzer sind deutlich offener für solche Technologien und gewöhnliche Chatbots als deutsche Nutzer.
23.09.2026 | 12:45 minEin Roboter made in Germany
Entwickelt wurde der neue Roboter, der Dinge selbstständig greifen und sortieren können soll, nach Unternehmensangaben größtenteils in Augsburg. Seit 2017 aber gehört die Firma KUKA einem chinesischen Konzern: Midea. Als der vor zehn Jahren den Kauf plante, war die öffentliche Empörung groß. Die Firma gilt seither als Symbol für den Ausverkauf von deutschem Know-how nach China.
China treibt die Entwicklung humanoider Roboter voran. In Trainingszentren lernen die Maschinen vielfältige Aufgaben, von Alltagshilfen bis hin zu möglichen militärischen Anwendungen.
17.07.2026 | 1:33 minChristoph Schell ärgert sich durchaus über solche Zuschreibungen. Der gebürtige Schwabe lebt im Silicon Valley, leitet den KUKA-Konzern seit Juli 2025. Er sieht den Verlust der Eigenständigkeit von damals heute eher als Pluspunkt.
Wir haben den wahnsinnigen Vorteil, dass wir uns seit der Übernahme als globales Unternehmen sehen, aber sehr im bayerischen Augsburg verhaftet sind.
Christoph Schell, Vorstandsvorsitzender KUKA AG
78 Prozent des Forschungsbudgets werden seinen Angaben zufolge außerhalb von China ausgegeben - der Großteil davon in Augsburg.
Tatsächlich haben sich manche Befürchtungen der Kritiker von damals nicht bewahrheitet: Die meisten Arbeitsplätze blieben erhalten, KUKA beschäftigt heute immer noch rund 4.000 Menschen in Deutschland. Und doch stellt sich die Frage: Kann ein deutsches Unternehmen in der Zukunftsbranche Robotik nur noch im Verbund mit China mithalten?
Die Weltroboterkonferenz in Peking zeigt, welche Aufgaben humanoide Roboter künftig in der Altenpflege übernehmen könnten. Vor allem China treibt die Entwicklung voran.
22.08.2026 | 1:36 minChina führend auf dem Markt für Roboter
Fest steht: 2025 wurden laut Robotikverband IFR fast 60 Prozent aller weltweit neu produzierten Industrieroboter in China aufgestellt. Und vor allem der Markt für humanoide, also menschenähnliche Roboter dürfte stark wachsen. Die Bank of America prognostizierte zuletzt, dass im Jahr 2035 zehn Millionen humanoide Roboter weltweit ausgeliefert werden könnten.
China führt in der Robotik auch, weil die Staatsführung vor ein paar Jahren bewusst entschieden hat, auf genau dieses Zukunftsfeld zu setzen, berichtet Volkswirt Benedikt Herles.
Roboter sind ein integraler Bestandteil der Wirtschaftsstrategie Chinas - und das Ergebnis sehen wir jetzt.
Benedikt Herles, Chefvolkswirt der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG
Von beeindruckenden Fähigkeiten der Roboter Made in China berichtet ZDF-Wirtschaftsexperte Neuhann - und dem Masterplan von Chinas Regierung. In Deutschland müsse mehr passieren.
19.08.2026 | 1:31 minBMW setzt in Leipzig auf humanoide Roboter
Dass auch Deutschland zukünftig mehr Bedarf an autonomen und humanoiden Robotern haben könnte, zeigt ein Besuch im Leipziger Werk von BMW. In einem Pilotprojekt setzt der Autokonzern dort auf humanoide Roboter, die nach und nach menschliche Tätigkeiten ersetzen sollen.
Es handele sich um sehr monotone Tätigkeiten, berichtet Michael Ströbel, der sich bei BMW Leipzig um das Projekt kümmert: "Da haben wir heute schon Probleme, Mitarbeiter zu finden, die das gerne tun." Der Roboter im Leipziger Werk stammt übrigens von einer Firma mit Sitz in Zürich und wurde als europäische Antwort auf chinesische und US-amerikanische Technik konzipiert.
Im Leipziger Hauptbahnhof hat das erste Roboterrestaurant "Robyn’s" eröffnet. Dort können bis zu 100 Gerichte pro Stunde frisch zubereitet werden. Auslöser für das Konzept war der Personalmangel.
23.09.2026 | 1:47 minRobotik: Beginnt jetzt die Aufholjagd Deutschlands?
Andere Entwicklungen lassen stärker aufhorchen, denn sie zeigen, dass Deutschland auch als Herstellerland für Roboter China etwas entgegenzusetzen hat. So wurde das Metzinger Robotik-Startup Neura Robotics bei der letzten Finanzierungsrunde im Sommer mit sieben Milliarden US-Dollar bewertet.
Und vor wenigen Tagen erst stieß mit der Münchner Firma RobCo ein weiteres Robotik-Startup in die Riege der "Einhörner" vor - also der jungen Unternehmen, die mit mehr als einer Milliarde US-Dollar bewertet werden. Ökonom Herles sieht darin eine Riesenchance für Deutschland.
Die Kombination aus industrieller Kompetenz mit dem Innovationsfeld KI und Robotik, das ist vielleicht das Wachstumsversprechen für unsere Industrie.
Benedikt Herles, Chefvolkswirt der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG
Deutschland müsse diese Chance jetzt nur beherzt nutzen - und massiv in diese neue Branche investieren.
Florian Neuhann ist Leiter des ZDF-Teams Wirtschaft und Finanzen.
Ein Roboter hat ein 16-jähriges Mädchen sexuell belästigt. Die zwei jugendlichen Verdächtigen sollen die Tat gefilmt haben. Die Polizei ermittelt ob das Gerät gezielt gesteuert wurde.
12.10.2026 | 0:34 minMehr zum Thema Robotik
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