Benziner und Diesel auch nach 2035?:EU-Abgeordnete stimmen für Lockerung bei Verbrenner-Aus
Der Umweltausschuss des Europaparlaments hat einem Kompromiss zugestimmt für Verbrennermotoren: Die Null-CO2-Grenze ab 2035 für Diesel und Benziner soll aufgeweicht werden.
Kanzler Merz und Frankreichs Präsident Macron haben vereinbart, dass der Ausstieg aus der Verbrennertechnik weiter gestreckt wird. Die Lobbyisten jubeln, die Autohändler weniger.
16.10.2026 | 2:43 minDie Pläne für eine Abkehr vom sogenannten Verbrenner-Aus haben im Europäischen Parlament die nächste Hürde genommen. Die Abgeordneten im Umweltausschuss stimmten am Mittwoch dafür, die Regeln für Autobauer zu lockern, wollen aber einige Auflagen für den verbauten Stahl einführen.
Sie bestätigten damit einen Kompromiss, den die Mitte-Fraktionen im Oktober geschlossen hatten. Das Verbrenner-Aus geht auf die europäischen Flottengrenzwerte zurück, die festlegen, wie viel Kohlendioxid (CO2) die Neuwagen eines Autobauers im Jahresschnitt ausstoßen dürfen.
Druck der Autoindustrie: Verbrenner auch nach 2035 noch möglich
2035 sinken diese Grenzwerte eigentlich auf null, de facto dürften dann keine neuen Autos mit Verbrennermotor mehr zugelassen werden. Ältere Fahrzeuge sind davon nicht betroffen.
Die EU-Kommission schlug auf Druck der Industrie bereits im vergangenen Dezember vor, die Regeln aufzuweichen, damit auch nach 2035 noch neue Autos mit Verbrennermotor auf den Markt kommen können. Die Verhandlungen laufen nun sowohl im Europaparlament als auch im Rat der 27 EU-Länder.
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30.10.2026 | 1:32 minGrenzwerte sollen nur um 95 Prozent sinken
Die Parlamentsvorlage soll nun so aussehen: Die CO2-Grenzwerte sollen anstatt auf null um höchstens 95 Prozent sinken im Vergleich zu 2021. Wenn Hersteller klimafreundlich produzierten - sogenannten grünen - Stahl verbauen, sinkt ihr individueller Grenzwert noch weiter, auf bis zu 87,5 Prozent im Vergleich zu 2021. Der Entwurf geht im Dezember ins Parlamentsplenum.
Im Rat der Mitgliedstaaten haben Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ebenfalls einen vorläufigen Kompromiss ausgehandelt. Sie wollen die Grenzwerte für alle Autobauer um 90 Prozent im Vergleich zu 2021 senken.
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28.04.2026 | 11:21 minEntscheidungen auch über Elektroautos und Biokraftstoffe
Auch der Europäische Rat dürfte seine Position im Dezember offiziell festlegen: Danach müssen Mitgliedsländer und Parlament einen finalen Kompromiss aushandeln. Neben den Grenzwerten für 2035 geht es dabei auch um Vorteile für Elektroautos aus Europa, den CO2-Ausstoß von Plugin-Hybriden, Biokraftstoffe und E-Fuels sowie um Lockerungen für ein Zwischenziel 2030.
Die grundsätzliche Linie ist aber klar: In beiden Institutionen stehen die Zeichen auf Abkehr vom Verbrenner-Aus.
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