Erstmals seit 2023:Deutschland liefert mehr Strom ins Ausland als es importiert
Erstmals seit 2023 exportiert Deutschland wieder mehr Strom in andere Länder als es aus dem Ausland bezieht. Erneuerbare Energieträger spielen dabei eine wesentliche Rolle.
Im ersten Quartal stammten 53,3 Prozent des deutschen Stroms aus erneuerbaren Energien, ein Plus von 13,9 Prozent. Deutschland exportierte mehr Strom als es importierte.
09.06.2026 | 0:27 minDeutschland ist erstmals seit Ende 2023 wieder Netto-Exporteur von Strom. Im ersten Quartal sanken die Stromimporte um 15,5 Prozent, während die Exporte ins Ausland um gut 20 Prozent stiegen. Unterm Strich stand ein Überschuss von 3,1 Milliarden Kilowattstunden. Das geht aus Daten hervor, die das Statistische Bundesamt veröffentlichte.
Insgesamt wurden im ersten Quartal 126,6 Milliarden Kilowattstunden Strom in Deutschland produziert und ins Stromnetz eingespeist. Dabei stammte über die Hälfte (53,3 Prozent) aus erneuerbaren Energien wie Wind und Solar. Während die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen um fast 14 Prozent auf 67,5 Milliarden Kilowattstunden stieg, sank die konventionelle Stromerzeugung um knapp zwei Prozent zum Vorjahresquartal auf 59,1 Milliarden Kilowattstunden.
Stromerzeugung aus Erneuerbaren: Windkraft legt stark zu
Der Anstieg der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im ersten Quartal lag vor allem an einer starken Zunahme der Windkraft. Zum Vorjahresquartal stieg die Stromproduktion hier um fast 29 Prozent auf 42,8 Milliarden Kilowattstunden. Ihr Anteil am gesamten inländisch produzierten und eingespeisten Strom wuchs auf ein Drittel. Ein Grund für den starken Anstieg war ein besonders windschwaches erstes Quartal 2025.
Die Börsenpreise für Strom sinken oft auf null, wenn viel Sonnen- und Windstrom ins Netz eingespeist wird. Von den niedrigen Preisen könnten auch Haushalte mit flexiblen Stromtarifen profitieren.
28.04.2026 | 8:36 minDagegen schrumpfte die Stromerzeugung aus Photovoltaik zum Vorjahresquartal um 7,4 Prozent auf 10,3 Milliarden Kilowattstunden.
Weniger Strom aus Kohle, mehr aus Erdgas
Bei den konventionellen Energien sank die Stromerzeugung aus Kohle im ersten Quartal um gut fünf Prozent auf 30,5 Milliarden Kilowattstunden. Damit blieb Strom aus Kohle mit einem Anteil von knapp einem Viertel (24,1 Prozent) an der inländischen Stromerzeugung zweitwichtigster Energieträger. Die Stromproduktion aus Erdgas stieg um 3,2 Prozent.
Bei den hohen Öl- und Gaspreisen lohnt es sich für die Unternehmen besonders, auf erneuerbare Energien zu setzen. Einige Unternehmen gehen diesen Weg bereits.
16.04.2026 | 1:37 minGrößter Abnehmer von Strom aus Deutschland war nach früheren Angaben der Bundesnetzagentur im ersten Quartal Österreich. Die größten Zuwächse gab es demnach bei den Exporten nach Dänemark und Norwegen. Deutlich weniger Strom wurde hingegen nach Frankreich geliefert.
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