Niedrigwasser:Binnenschifffahrt legt Drei-Punkte-Plan vor
Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt fordert von der Bundesregierung schnellere Maßnahmen gegen die Folgen von Niedrigwasser und legt einen Drei-Punkte-Plan vor.
Die anhaltende Dürre und das resultierende Niedrigwasser im Rhein wirken sich schon jetzt auf Transportketten aus. Was das für die Wirtschaft bedeutet - ZDFheute live ordnet ein.
12.08.2026 | 38:13 minAngesichts der zunehmenden wirtschaftlichen Auswirkungen des Niedrigwassers in den Flüssen hat der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) einen Drei-Punkte-Plan vorgelegt. Binnenschiffe könnten nicht einfach durch andere Verkehrsträger ersetzt werden, sagte BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen der "Rheinischen Post" (Donnerstagausgabe) am Mittwoch.
Das fordern die Binnenschiffer
"Erstens ist es aus unserer Sicht unerlässlich, dass das Bundesverkehrsministerium die Förderung von niedrigwasseroptimierten Schiffen ab Januar fortsetzt und nicht wie geplant auslaufen lässt", kritisierte Schwanen. Es gebe derzeit in Deutschland lediglich zwölf solcher Schiffe, die aber auch nicht frei verfügbar seien.
Zweitens sollten die Fahrrinnen an Mittel- und Niederrhein in maximal möglichem Tempo ausgebaut werden, forderte Schwanen weiter. "Das würde 20 Zentimeter mehr Wasser unterm Kiel bringen."
2033 ist als Zieldatum viel zu spät mit Blick auf kommende Sommer.
Jens Schwanen, BDB-Geschäftsführer
Wegen Niedrigwasser ist die Binnenschifffahrt kaum mehr möglich, LKW müssen hohe Spritpreise zahlen. Wie das der Konjunktur schadet, zeigt ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller.
11.08.2026 | 0:59 minDrittens sollten die Behörden schnell Möglichkeiten finden, das Wasser im Rhein stärker zu stauen. Zurzeit rausche das Wasser im Rhein ab Schleuse Iffezheim ungebremst in Richtung Niederlande, so der BDB-Geschäftsführer - sobald es acht Wochen nicht regne, komme es zu den aktuellen Niedrigwasserständen.
Es müssen Ideen entwickelt werden, das Wasser länger im Fluss zu halten.
Jens Schwanen, BDB-Geschäftsführer
Rund sieben Prozent des Transportvolumens liefen über Wasserstraßen, so Ökonom Wohlrabe. Um die Wirtschaft nachhaltig zu stärken, brauche es mittel- und langfristige Maßnahmen.
12.08.2026 | 12:51 minRhein: Niedrigwasser schadet auch der Natur
Schwanen verwies darauf, dass es nicht nur um die Schifffahrt gehe: "Massenhaftes Fischsterben, vertrocknete Auen, hohe Wassertemperaturen und zu wenig Sauerstoff bringen den Rhein als Habitat an seine Grenzen. Das geht uns alle an."
Die großen deutschen Flüsse haben wegen der anhaltenden Trockenheit an vielen Orten Niedrigwasser. Am Rhein wurden am Wochenende in Nordrhein-Westfalen historische Tiefstände gemessen. Die niedrigen Pegelstände stellen die Binnenschifffahrt vor große Probleme, da die Schiffe deutlich weniger Ladung transportieren oder sogar gar nicht mehr fahren können.
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