Früherer Notenbank-Chef der USA:Alan Greenspan stirbt mit 100 Jahren
Alan Greenspan ist gestorben. Der frühere Chef der US-Notenbank wurde 100 Jahre alt. Vor seiner Wirtschafts-Karriere wollte der "Maestro" Berufsmusiker werden.
Nach Angaben seiner Frau ist Alan Greenspan im Alter von 100 Jahren gestorben. Er leitete die US-Notenbank Fed für 18 Jahre.
22.06.2026 | 0:48 minDer langjährige Vorsitzende der US-Notenbank Fed, Alan Greenspan, ist tot. Er sei am Montag nach Komplikationen im Zusammenhang mit seiner Parkinson-Erkrankung gestorben, teilte seine Frau Andrea Mitchell mit. Greenspan, der die Federal Reserve von 1987 bis 2006 geleitet hatte, wurde 100 Jahre alt.
Mitchell, eine Korrespondentin von NBC News, die 29 Jahre lang mit Greenspan verheiratet war, schrieb in einer Mitteilung, seine Lebenspartnerin gewesen zu sein, sei die größte Freude ihres Lebens gewesen. "Er hatte eine 'irrationale Begeisterung' für Baseball, die Washington Commanders, Tennis, Golf und Musik, insbesondere Jazz. Man wird sich an ihn wegen seiner Brillanz und seiner Freundlichkeit erinnern."
Die Finanzmärkte blicken gespannt auf den ersten Zinsentscheid der US-Notenbank unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh. ZDF-Wirtschaftsexpertin Valerie Haller mit einer Einschätzung.
17.06.2026 | 1:02 minAlan Greenspan, "Orakel" und "Maestro"
In seinen 18 Jahren und sechs Monaten an der Spitze der Federal Reserve prägte Alan Greenspan eine Ära des Wachstums und des Wohlstands in den USA mit. Er genoss während seiner langjährigen Amtszeit als Chef der einflussreichsten Zentralbank der Welt so großes Ansehen, dass er bei seinem Ausscheiden im Jahr 2006 weithin als "Orakel" und "Maestro" gefeiert wurde.
Sein Ansehen litt jedoch enorm darunter, dass der amerikanische Immobilienmarkt kurz nach dem Ende seiner Amtszeit zusammenbrach, was eine globale Finanzkrise auslöste. Das US-Bankensystem fiel damals beinahe in sich zusammen, und die Wirtschaft stürzte in die schlimmste Rezession seit den 1930er Jahren. Kritiker machten vor allem Greenspans lockere Geldpolitik und sein ihrer Meinung nach übertriebenes Vertrauen in nur schwach kontrollierte Finanzmärkte für die Krise verantwortlich.
Greenspan räumte später ein, dass er einen Fehler gemacht habe, als er davon ausgegangen war, dass sich die Banken des Landes, deren Stabilität das Finanzsystem und die gesamte Wirtschaft stütze, im Wesentlichen selbst regulieren könnten.
Das US-Justizministerium stellt die Ermittlungen gegen Notenbankchef Jerome Powell ein. Seine Zeit an der Spitze der Notenbank "Fed" endet voraussichtlich Mitte Mai.
24.04.2026 | 0:31 minVom Musiker zum Wirtschaftsexperten
Der 1926 im Stadtteil Washington Heights in Manhattan geborene Greenspan galt schon als Kind als Mathematikgenie, wollte aber Musiker werden. Sein Studium an der renommierten Musikhochschule Juilliard brach er ab und arbeitete als professioneller Musiker, wobei er an der Seite des späteren Jazz-Stars Stan Getz Klarinette und Saxofon spielte.
Das harte Leben als Musiker bewog ihn aber dazu, sich nach einem solideren Beruf umzusehen. Greenspan studierte Wirtschaftswissenschaften an der New York University und leitete danach fast drei Jahrzehnte lang ein Wirtschaftsberatungsunternehmen. 1974 wurde er Chef-Wirtschaftsberater von Präsident Gerald Ford. Präsident Ronald Reagan berief Greenspan 1987 zum Vorsitzenden der Federal Reserve.
Er wurde dort fast sofort auf die Probe gestellt. Am 19. Oktober 1987, der als "Schwarzer Montag" in die Geschichte einging, erlitt der Aktienmarkt nur zwei Monate nach seinem Amtsantritt den schlimmsten prozentualen Tagesverlust in der amerikanischen Geschichte. Der Dow-Jones-Index verlor rasch 22,6 Prozent seines Wertes - aus Gründen, die damals nicht ganz klar waren und bis heute nicht zur Gänze bekannt sind. Greenspan wurde dafür gewürdigt, dass er dazu beitrug, Ruhe und Stabilität wiederherzustellen.
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