Shiffrin gewinnt Kristallkugel :Emma Aicher - eine Niederlage als Ansage
von Elisabeth Schlammerl
Emma Aicher hat die große Mikaela Shiffrin nervös gemacht, weil sie den Kampf um den Gesamtweltcup bis zum letzten Lauf offen hielt. Ihre Leistung in dieser Saison ist eine Ansage.
Die Entscheidung um den Gesamtweltcup zwischen Emma Aicher und Mikaela Shiffrin fällt im letzten Saisonrennen. Aicher zeigt einen furiosen 1. Lauf, doch Shiffrin behält die Nerven.
25.03.2026 | 8:38 minErst ganz am Ende war es doch wieder deutlich. Um 87 Punkte verpasste Skirennläuferin Emma Aicher den Gewinn des Gesamtweltcups, die große Kristallkugel. Es sieht deutlicher aus, als es tatsächlich war. Denn im finalen Skirennen der Saison im norwegischen Hafjell waren die Kräfteverhältnisse noch einmal kurz durcheinandergeraten.
Aicher hatte als Dritte des ersten Durchgangs Mikaela Shiffrin gehörig unter Druck gesetzt. Wenn sie gewonnen und die Konkurrentin aus den USA keine Punkte geholt hätte, wäre die Kristallkugel doch noch nach Deutschland gegangen - es wäre das erste Mal gewesen seit dem Triumph von Maria Höfl-Riesch in der Saison 2010/2011.
Emma Aicher wird Zweite im Gesamtweltcup. "Ich bin sehr, sehr zufrieden", sagt sie. Die harte Arbeit habe sich ausgezahlt.
24.10.2025 | 1:13 minShiffrin kämpfte sich im zweiten Lauf nach vorne - und Aicher patzte. Sie fiel auf Platz zwölf zurück, noch hinter Shiffrin, die weinend vor Erleichterung im Zielraum stand. Auch wenn es mit dem großen Coup am Ende nicht klappte, befand Aicher:
Ich kann sehr zufrieden sein. Es ist schon cool, dass ich bis zum Ende mithalten konnte.
Skirennläuferin Emma Aicher
Gleich zweimal hat sie bei diesem Alpin-Finale den Kampf um eine mögliche Kristallkugel verloren, denn auch im Abfahrts-Weltcup war sie am Wochenende noch aussichtsreich an den Start gegangen und hatte sich am Ende ebenfalls mit Platz zwei begnügen müssen.
Aichers Pech mit den Hundertstel
Aicher hat zwar im Weltcup-Finale, das sich über fünf Tage zog, in den schnellen Disziplinen nicht ganz ihre Bestleistung abliefern können, aber sich nach den Plätzen fünf (Abfahrt), vier (Super-G) und drei (Slalom) nur im Riesenslalom einen kleinen Ausrutscher erlaubt. Allerdings war sie in dieser Disziplin nur zweimal davor besser platziert gewesen.
Es spricht zudem für Aicher, dass sie nicht mit dem Hundertstelpech haderte, das sie im Endspurt der Saison begleitete. Beim Weltcup Anfang März verpasste sie den Sieg in der Abfahrt um eine Hundertstelsekunde. Ebenso klein war der Rückstand auf Platz drei im Super-G beim Weltcup-Finale von Kvitfjell, und im Slalom zwei Tage später waren es vier Hundertstel, die ihr zu Platz zwei fehlten - alles wertvolle Punkte im Duell um den Gesamtweltcup.
Sechste große Kristallkugel für Shiffrin
Es waren jeweils nicht einmal Wimpernschläge, die sie insgesamt in den drei Rennen 50 Punkte kosteten. Klar, sagte Aicher, sei das oft sehr knapp gewesen, aber "vielleicht hatte ich am Anfang auch mal das Hundertstel-Glück."
Allrounderin Aicher mischte zum ersten Mal in ihrer Karriere um die große Kristallkugel mit, Technikspezialistin Shiffrin kämpft seit neun Jahren - mit zwei Ausnahmen, in denen sie während der Saison pausieren musste - stets um den Gesamtweltcup, den sie nun bereits zum sechsten Mal gewann.
Mikaela Shiffrin bringt im Finale ihren Vorsprung gegen Emma Aicher noch ins Ziel. Im Interview berichtet sie, wie nervös sie war angesichts der Stärke ihrer deutschen Konkurrentin.
25.03.2026 | 2:53 minErfahrung schlägt Unbekümmerheit
Die beiden dominierenden Skirennläuferinnen dieses Winters nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Lindsey Vonn trennen nicht nur fast neun Jahre Altersunterschied, sondern eben auch rund 170 Weltcup-Rennen, die Shiffrin mehr bestritten hat. Ihre größere Erfahrung könnte einer der Gründe sein, warum sie den Angriff der unbekümmerten Deutschen noch einmal abwehren konnte.
Mittlerweile ist Aicher zwar kein Frischling mehr, immerhin war dies bereits ihre fünfte Saison im Weltcup. Und sie hat sich innerhalb eines Jahres in jeder der vier Disziplinen nach vorne gekämpft, aber größtes Verbesserungspotential hat sie wohl in jener Disziplin, in der Routine oft den Ausschlag geben kann.
US-Star Mikaela Shiffrin fährt auch im letzten Weltcup-Slalom der Saison in einer eigenen Liga. Emma Aicher glänzt als Dritte - und wahrt eine Mini-Chance auf den Gesamtweltcup.
24.03.2026 | 7:34 minViele Ausfälle im Super-G
In den neun Super-G-Rennen dieser Saison, inklusive der Olympischen Spiele, schied sie viermal aus. Weil es in dieser Disziplin anders als in der Abfahrt keine Trainingsläufe gibt, kommt es vor allem auf die Besichtigung vor dem Rennen an.
Die zweimalige Silbermedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen im Februar gehört zu den Athletinnen, die schnell durch den Kurs rutschen. Zu schnell womöglich? Jedenfalls fand zuletzt ZDF-Experte Marco Büchel, Aicher könne sich ruhig mehr Zeit lassen. Sie solle sich schwierige Stellen lieber dreimal anschauen, riet er ihr nach dem Fahrfehler im Fassatal. Aicher befand in ihrer gewohnt trockenen Art: "Ich weiß, wenn ich länger besichtige, dass ich sowieso nur Scheiße im Kopf habe. Für mich passt es, wie ich besichtige."
Vermutlich ist es - wie der Gewinn des Gesamtweltcups - nur eine Frage der Zeit, bis Aicher auch die Konstanz in den Griff bekommt. Sie hat in ihrer Karriere ja bisher stets schnell gelernt. Und vielleicht ist es ja auch gar nicht so schlecht, mit 22 noch ein paar Ziele zu haben.
DSV-Sportvorstand Wolfgang Maier betont die enorme Entwicklung von Emma Maier. Die 22-Jährige sei ein Glücksfall für den DSV, denn sie begeistere auch mit ihrer Art.
07.03.2026 | 4:13 minSie wollen über Sport stets auf dem Laufenden bleiben? Dann ist unser sportstudio-WhatsApp-Channel genau das Richtige für Sie. Egal ob morgens zum Kaffee, mittags zum Lunch oder zum Feierabend - erhalten Sie die wichtigsten News direkt auf Ihr Smartphone. Melden Sie sich hier ganz einfach für unseren WhatsApp-Channel an: sportstudio-WhatsApp-Channel.
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