Skispringer im Porträt:Hoffmann - Kein Zauberer, sondern einfach nur Flieger
von Stephan Klemm, Innsbruck
Felix Hoffmann ist derzeit der konstanteste deutsche Skispringer bei der Tournee. Hinter seinem erstaunlichen Durchbruch mit 28 Jahren stecken ein Umzug und viel Arbeit.
Spätstarter mit Kurs in Richtung Podest: Felix Hoffmann.
Quelle: ddpAm Samstag war der Bergisel wieder der windumtoste, wilde Hügel, der bei Skispringern so gefürchtet ist. Die Innsbrucker Schanze steht an exponierter Stelle hoch und frei über der Stadt, ist damit ein Einfallstor für Lüfte aus allen Richtungen.
Doch auch die gegen Ende hin zunehmend schweren Bedingungen in der Qualifikation für den dritten Wettkampf der Vierschanzentournee (Sonntag, 13.30 Uhr, ZDF-Livestream) meisterte der Thüringer Felix Hoffmann wieder einmal souverän und wurde Fünfter.
Felix Hoffmann ist ein Spätstarter unter den Skispringern. Wie im letzten Jahr bei Pius Paschke ruhen die DSV-Hoffnungen diesmal auf dem 28-Jährigen.
02.01.2026 | 0:40 minSo wie er, der Spätstarter, überhaupt in der gesamten Saison überzeugend und konstant von den Weltcup-Schanzen segelt. Hoffmann ist mittlerweile 28 Jahre alt, aber dieser Winter ist der erste, bei dem er im A-Team von Bundestrainer Stefan Horngacher gesetzt ist.
Hoffmann derzeit bester deutscher Springer
Bei der Tournee ist Hoffmann derzeit sogar der beste deutsche Springer. Als Vierter der Gesamtwertung hat er noch reelle Chancen auf Platz zwei hinter dem aktuellen Dominator Domen Prevc aus Slowenien.
Doch das scheint für den Flieger vom SWV Goldlauter gar nicht zu interessieren: "Ob ich nun Zweiter, Dritter oder Vierter in der Tournee-Gesamtwertung werde, ist letztlich irrelevant", sagte er zuletzt. Was seinen Ehrgeiz illustriert und sein neues Selbstverständnis.
Felix Hoffmann springt bei der Vierschanzentournee weiter stabil. Als Fünfter wird er bester DSV-Adler in der Qualifikation in Innsbruck. Tournee-Leader Domen Prevc wurde nur 30.
03.01.2026 | 2:50 minMit dem Aufzeigen von großen Gesten und Emotionen hält sich Hoffmann zurück. "Du musst manchmal mit der Lupe in ihn hineinschauen, um zu sehen, wie er sich fühlt", sagt Horngacher dazu mit einem Schmunzeln. Hoffmann könne aber durchaus auch mal sauer werden und sich ärgern, wenn er einen Sprung nicht besonders gut trifft.
Extrem ambitioniert ist der Felix, auch wenn man ihm das vielleicht nicht anmerkt.
Stefan Horngacher über Felix Hoffmann
Hoffmann lange ein Pendler zwischen B- und A-Team
Und dennoch war er bisher ein Pendler zwischen dem B- und dem A-Team, mit der klaren Tendenz zur zweiten Mannschaft. Was ihm in all den Jahren fehlte, war genau die Konstanz, die er nun zeigt.
Doch warum gelingt ihm das gerade jetzt? Hoffmann verweist auf den Umzug mit seiner Familie nach Rosenheim. Er ist mit der ehemaligen Skispringerin Sophia Görlich verheiratet und Vater eines kleinen Kindes.
Von Wellinger und Paschke gelernt
Im Chiemgau trainierte er zuletzt mit den erfahrenen deutschen Springern Andreas Wellinger und Pius Paschke. Laut Horngacher habe er "von diesen beiden Profis sehr viel gelernt und angenommen".
In diesem Winter schaffte es Hoffmann mit seinem ästhetischen, ruhigen Flugstil schon viermal aufs Podest eines Weltcup-Springens, unter anderem beim Tournee-Auftakt am vergangenen Montag in Oberstdorf, das er als Dritter beendete.
Skisprung-Bundestrainer Stefan Horngacher zieht ein Zwischenfazit der Vierschanzentournee. Mit Blick auf Olympia und die Skiflug-WM wartet noch jede Menge Arbeit.
02.01.2026 | 1:36 minZur Springerserie reiste er als einer der Mitfavoriten an, akzeptierte diese Rolle mit der ihm eigenen Gelassenheit. Auch die Tatsache, dass er bei den ersten beiden Tournee-Stationen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen vor 25.000 beziehungsweise 22.000 Menschen in ausverkauften Arenen vor euphorischen, erwartungsvollen Zuschauer abheben musste, machte ihn nicht nervös. "Gehört eben dazu", sagt er.
Hoffmann: Knoten platzte im Sommer
Das Beispiel seines 34 Jahre alten Teamkollegen Pius Paschke, der im vergangenen Winter im hohen Skispringer-Alter fünf Weltcup-Springen gewann, habe Hoffmann, wie er sagt, "Mut gegeben, dass der Durchbruch immer noch mal irgendwann gelingen kann".
Felix Hoffmann (5/Suhl) - Robin Pedersen (46/Norwegen)
Philipp Raimund (16/Oberstdorf) - Felix Trunz (35/Schweiz)
Pius Paschke (23/Kiefersfelden) - Gregor Deschwanden (28/Schweiz)
Karl Geiger (39/Oberstdorf) - Rok Oblak (12/Slowenien)
Andreas Wellinger (50/Ruhpolding) - Jan Hörl (1/Österreich)
Im Sommer waren seine Flüge nach hartem Training und viel Arbeit an seinem Sprung "auf einmal durchgehend gut. Vor allem habe ich gelernt, dass ich das machen sollte, was ich kann und dass ich nicht anfange zu zaubern".
Am Sonntag beim dritten Tournee-Springen auf dem stürmischen Bergisel steht Hoffmanns nächste Reifeprüfung bevor.
Vierschanzentournee: Qualifikation für das Springen in Innsbruck relive. Moderation: Lena Kesting. Kommentator: Stefan Bier, Experte: Severin Freund.
03.01.2026 | 81:07 minMehr Wintersport
Ergebnisse, Kalender:Frauen-Skispringen im Liveticker